Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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gnng mitzuwirken, idber Mißbrauche Beschwerde zu führen, und mit zu wachen,daß untadelhafte Rechtspflege ausgeübt werde. Der landschaftliche Ausschuß ver-sammelt sich jährlich zu Arolsen. Die sämmtlichen Einkünfte des Fürsten sollenüber 400,000 Gldn,. die Staatsschuld 1,200,000 betragen. Abgesondert vondem Fürstenlhume Waldeck ist die dem Fürsten gehörende Grafschaft Pyrmont (s. d.). Die ehemals gräfliche, seit 1682 fürstl. Familie von Waldeck gehört zu denältesten in Deutschland. Die Grafen von Waldeck theilten sich 1580 in die LinienEisenberg und Wisdungen; letztere erhielt 1682 die fürstl. Würde, starb aber 1682aus, worauf ihr Fürstenrang 1711 auf die ältere Linie übertragen wurde. VonIosiassdem Bruder des ersten Fürsten der ältern Linie, Friedr.Ant. Ulrich) stammtdie apanagirte Linie der Grafen v. Waldeck-Bergheim ab. Die durch Heirath vonWaldeck getrennte Grafschaft Pyrmont fiel 1625, nach Aussterben der Grafen v.Gleichen, an Waldeck zurück. Die Grafschaft Waldeck war seit 1438 ein LohendesGesammihauses Hessen. Die Streitigkeiten über diese Lehenshoheit wurden 1635durch einen Vergleich beendigt, der im westfälischen Frieden (1648) bestätigt wurde.Erst 1803 erhielt der Fürst eine Virilstimme bei dem Reichstage, und 1807 durchden Beitritt zum rheinifchenBunde die völlige Souverainetät. Der jetzt regierendeFürst, Georg Friedr. Heinr., der s. Vater, Georg, am 9. Sept. 1813 inder Regierung folgte, trat von dem rheinifchenBunde ab. Bei dem Bundestagehat der Fürst mit den Häusern Hohenzollern, Lippe, Reuß und Liechtenstein eineGesammtstimme, die 16,, bei derweilernBundesversammlung aber, oderimPle-no, Eine Wtimme. Das Militair bestand ehemals, vermöge deü «ubsidienvertragsmit Holland, aus 1800 Mann. Zum deutschen Bundesheere stellt W.518Mannin die 1. Divis, des 10. Heerhaufens. Die Hauptstadt Korb ach hat 400 Häuser,2200 Einw., und ein gutes Gymnasium. Zu Arolsen , einer kleinen, regelmä-ßig gebauten Stadt mit 1750 Einw., befindet sich das Nesidenzschloß, ein ansehnli-ches Gebäude, in welchem sämmtliche LandeScollegia ihren Sitz haben. Der gräfl.Nebenlinie gehören im Waldecksch-m die Güter Bergheim, Melde und Königshagen .Ihr Wohnsitz ist zu Bergheim . Auch besitzt sie als Luandesherrschaft imWürtembergischen einen Theil der Grafschaft Limburg .

Waldenser. Diese als Vorläuferin der Reformation im Mittelalter be-rühmte christliche Sekte soll schon um 1100 nach alten Handschriften der Universit.Cambridge vorhanden gewesen sein. Nach der gewöhnlichen Meinung verdanktsie dem Petrus Waldus (Waldo, Vaud), einem reichen Bürger zu Lyon , Ent-stehung und Namen, obwol einige ihrer Schriftsteller die Benennung „Waldenser"von Vallis, Bäld e, ableiten und Thalbewohner, Waadtländer (V,->u,l>>>->) heißenwollen. Um 1170 kam WalduS beim Lesen der Bibel und einiger Stellen ausden Kirchenvätern, die er sich in die Landessprache übersetzen ließ, auf den Ent-schluß, die Lebensart der Apostel und ersten Christen nachzuahmen, gab s. Güterden Armen, und sammelte sich durch s. Predigten zahlreiche 'Anhänger, meist ausder Classe der Handwerker, welche nach dem Orte ihrer Entstehung Leonisten oderArme von Lyon , wegen ihrer freiwilligen Armuth, wegen ihrer hölzernen Schuheoder Sandalen (SabotS) Sabatati oder Insabatati, wegen ihrer Demuth Hunii-liaten genannt, und oft mit den Katharern, Patarenern, Albigensern und a. Ke-tzern, deren Schicksale sie theilten, verwechselt wurden. Verachtung der ausgearte-ten Geistlichkeit und Widersetzlichkeit gegen die römische Priesterherrschaft hattendie Waldenser mit a. Sekten des MitkelalterS gemein; aber indem sie, über die Ab-sicht ihres Stifters, nur die Sitten zu verbessern und das Wort Gottes in der Lan-dessprache für Jedermann frei zu predigen, hinausgehend, die Bibel allein zur Re-gel ihres Glaubens machte», und, was in ihr und dem apostolischen Alterthumnicht gegründet sei, verwarfen, legten sie es auf eine Reform der ganzen christli-chen Kirche an, sagten sich von den Lehren, Gebräuchen undWatzungen der römi-