12 Waldgötter Waldsiein-Warkembcrq (das Haus)
ihren alten Tkiilern von Lucerne, Perusa und St.-Martin im w-stlichen Piemont Religionsfreiheit lind bürgerliche Rechte, und zählen daselbst in 13 Kirchspielen ge-gen 20,000 Seelen. Ihren Kirchendienst ordnet dieSynodalversammlung. EinigeHundert jener Flüchtlinge siedelten sich nach langen, durch den Religionseifer dertübingischen Theologen sehr erschwerten Unterhandlungen 1600 im Würtembergi-schen an, wo ihre Nachkommen jetzt in 10 Gemeinden 1600 Köpfe stark sind. DenReformirten stehen sie durch ihren einfachen Gottesdienst und durch ihre Kirchen-,Verfassung am nächsten, doch in der Geistesbildung hinter den übrigen Protestantenzurück. — In der neuern Zeit nahmen sich England und Preußen der Waldenseran. Durch Beiträge, welche sie 1824 in ganz Europa sammelten, errichteten sieein Spital mit dein nöthigen ärztlichen Personale. Die neuesten Nachrichten ent-hält des engl. Geistlichen, W. St. Gilly, „Virralive nl'-,,, uxrnidüni l» tbeiinnint.iin? uk (1823) anst regeuioix-x airioiiA tbe V.i'nstoiü. prolcst.nit
inli!,l,it.ntt8 »k I>><! slnltiin, etc." (2. Llust., Land. 1825, 8.) Auch s. IN.Hugh Dyke Llkland's e>s tl>a lu^t»>> prc-'ieut silnittiUii e>s tlic Vi,I-
(1c>u>e8 in l'iinxnnt" i Lond . 1826), sowie desselben Vers „l u.<i! n V >>l l!>a 5 r!>>rionsrrtni n v.instoix t>> tlieie eullev in 1689 (nach dem Originalberichte ihresPastors, H. ?srnaud) Willi ,n uviiizttnuliuui vt tliu Iiixtvi^- ul tliat zieuzele eia."(Lond. 1827, I.Bd.). L.
Waldgötter, s. Faunen und Saryrn.
Waldhorn, s. Horn.
Waldis (Burkard), s. Burkard Waldis .
W a l d in e n s ch e n. Viel wurde früher von Waldmenschen gefabelt, bisdurch die Ausbildung der Naturgeschichte und durch die kritische Sichtung der vor-handenen Berichte der Reisenden, wie nicht weniger durch die in den neuesten Zei-ten insbesondere betriebene vergle chende Anatomie, hervorging: daß es kein zwischendem Affen und dem Menschen in der Mitte steh mdes Wesen gebe, und daß zwischenbeiden eine in geistiger wie in körperlicher Hinsicht bedeutende Kluft sei. Es gibtzwar sehr rohe wilde Volker, und diese mögen in frühern Zeiten vielleicht für nichtviel mehr als Thiere angesehen worden sein; allein öfter wurden die unaeschwänz-ttn, zuweilen aufrecht gehenden Affenarten, der Schimpanse im innern Südafrika und der Orangutang in Ostindien, für eine Menschenart gehalten. Selbst Linnßmachte irrigerweise einen !>>>>»<> irogMxlvtee daraus, und noch jetzt werden die ge-nannten Affenarten oft Waldmenschen genannt.
W a l d n y m p h e n, s. Nymphen.
W a l d st e i n - W a r t e m b e r g, Grafen v., kathol. Religion; einböhmisches Geschlecht, das seit d. 13. Jahrh, bekannt ist, und aus welchem Wallen-stein (s. d.). Herzog v. Friedland . stammte. Es theilt sich in die Waldstein'sche undArnow'sche Linie, ^feiie, die unter den schwäbischen Reichsgrafen Sitz und Wtimmehakte, besitzt das Stammschloß Waldstein in der Herrschaft Großskall im böhmi-schen Kreise Dnnzlau, das Oberst-Erbland-Doischneideramk im Königreich Böh-men und die Maanatenfähigkeit in llngarn. Beiden Linien gebären dieFideicom-mißherrschaften Münchengräh, Dur. Oberleutensdorf und Maltheuern inBöbmen,sowie die Senioratherrsch. Trebiih in M ihren und die Allodialgüter Großskall, Zwi-han u. a„ mit 90,000 Einw. Der letzte Besitzer dieser Herrschaft, Gras FranzAdam v.W., k.k.Kämmerer, Oberstlieut. w., geb.zuWien d. 14. Febr. 1750, gest.zu Oberleutensdorf d. 2 i.Mai 1823. wählte die Natnrwissenschaft, vorzüglich Bo-tanik, zu s. Hauptstudium. Als Malteserritter nahm er an einigen Lreekaravanengegen die Barbaresken Theil; dann focht er als Ofncier in dem östreich. Heere,von 1787 —89 gegen die Türken; hierauf nahm er als Rittmeister s. Abschied undlebte fast ausschließend der Botanik. Mir dem Pros. Kuaibel machte er aus eigneKosten 7 Z. lang botanische Reisen in Ungarn und gab mit d>m>elbe» 1802 ein