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Zwölfter Band. W bis Z.
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58 Wallruth Wnkpole (Robert)

Wallrath (,s,erma oeti) ist der Name einer sehr weißen, feinen, fettigenund glänzenden Masse, welche in den größern Höhlungen und besonders in einemnach der ganzen Länge des Rückenmarks heruntergehenden Canale des CaschelottSoder Poiifisches in der Gestalt eines milchweißen OelS gefunden wird, die aber, so-bald sie aus dein Fische herausgenommen wird, an der Luft sich verdickt und zueinem halb durchsichtigen Talge sich verhärtet. Wenn durch eine besondere Behand-lung alle Uureniigkeiten geschieden worden sind, wird der gereinigte Wallrath inStücken geschnitten und an der Luft völlig getrocknet. Der Wallrath ist glänzendweiß, fett und süßlich von Geschmack; der gelbliche und thranige taugt nichts.Man versendet ihn gewöhnlich in Gläsern, um zu verhüten, daß er ranzig werde.Er wird als Arznei innerlich und äußerlich, auch zur Schminke gebraucht. In Nord-amerika und in England werden Lichter daraus verfertigt, mit denen ein nicht unbe-deutender Handel getrieben wird. Man hat auch eine weiße Masse, die manauf dein Meere schwimmend gefunden zu haben behauptet und für den verschütte-ten Samen der Walisische (daher der lat. Name Sperma ceti) gehalten hat, Wall-rath genannt.

Walmoden (Ludwig, Grafv,), kaiserl. östr. Feldmarschalllieutenant,geb. zu Wien 1769, wo sein Barer, HanS Ludwig, Graf v. W., als königl.großdrit. Gesandter angestellt war. Er trat in das hanöver. Leibgarderegiment,1790 in preußische, und als Preußen in Folge des baseler Friedens die Waffengegen Frankreich niederlegte, in östr. Kriegsdienste. Hier zeichnete er sich seit 1796in allen Feldzügen als Parteigänger aus. Auch unterhandelte er und schloß denHülfszeldervertraz zwischen England und Ostreich, als dieses 1809 von Neuemgegen Frankreich die Waffen ergriff. Aus London zurückgekehrt, wohnte er derSchlacht bei Wagram (5. und 6. Juli) bei, und erkämpfte sich den Theresienorden.Nach dem wiener Frieden ward er, nachdem er sich bereits zum Feldmarschalllieute-nant aufgeschwungen hatte, Divifionnair in Böhmen, wo er meist in Prag , fernvon polnischen Berührungen, lebte. 1813 trat W. mit gleichem Charakter in russ.Kriegsdienste, wo er Befehlshaber der deutschen Legion wurde. Er führte sie nachMecklenburg , wo er der Übermacht Davonst'S das Gleichgewicht hielt und imTreffen an der Garde die franz. Division Pecheup vernichtete. Nach dem zweitenpariler Frieden verließ W. die russ. Kriegsdienste und kehrte nach Östreich zurück.1817 ward er au des G afeu Nugent Stelle, der in neapolitanische Dienste trat,Oberbefehlshaber der im Königreiche Neapel gebliebenen östr. Truppen. 1821befehligte er einen Haupttheil des gegen Neapel bestimmten östr. Heeres, welcherim Juni d. I. die Insel Sicilien besetzte. Er wurde 1828 zurückberufen. Eindurchdringender Verstand, ein besonnener Überblick alles Dessen, was zur Ausfüh-rung eines Unternehmens erfoderlich ist, ruhige Entschlossenheit und Festigkeit desCharakters sind, verbunden mit einem edlen Gemüthund großen Sinne, die Haupt-züge seines Wesens.

Walpole (SirRobert), Graf». Oxford und Pairvon Großbritannien,einer der berühmtesten englischen Minister, geb. 1671, gest. 1715. Er studirtezu Ekon und Cambridge , ward nach dem Tode seines Vaters Besitzer eines an-sehnliche» VermögenS und, 28 Jahre alt, von einem kleinen Flecken ins Parla-ment gewählt. Hier zeichnete er sich durch seine Beredtsamkeit und Thätigkeit aus.W. gehörte zu der Partei der Whigs, die unter der Regierung Wilhelms 111. undder Königin Anna dem Hofe ergeben war, und blieb sein ganzes Leben hindurchdiesen Grundsätzen getreu. 1708 erhielt er den wichtigen Posten eines Kriegs-secretairS. Als aber 2 Jahre nachher die Torics die Oberhand am Hofe erhielten,und Marlboroiigh gestürzt wurde, verlor auch W. seine Stelle, ward von seinenGegnern angeklagt und ins Gefängniß gebracht. 1713 wieder zum Parlaments-gliede gewählt, zeigte er sich als einen eifrigen Vertheidiger der protestantischen