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Walzer
scheu Kaisei Hauses, dem jungen freigebigen König Friedrich II. nahegekommensein. Er preist in vielen Liedern dessen fürstliche Tugenden, und ;eigl sich m s. poli-tischen Gedichten als ein warmer Vertheidiger der kaiserlichen Macht und Ehregegen die Anmaßungen der ausgearteten Geistlichk.it und ihres Obei Hauptes inRom . So freiniülhig aber auch W. gegen den weltlichen il bei muth und Ehrgeiz derGeistlichkeit und namentlich des Papstes zu Felde zieht, so gläubig und fromm ehrter doch die heilige Kirche und ihre würdigen Diener, und ist ein feuriger Herold teSKreuzes, mit dem er sich in der Folge auch selbst bezeichnen ließ. Friedrich tl.schenkte dem Dichter ein Reichslehn, worüber dieser s. Freude kaum ausdrückenkann, ohne uns jedoch zu sagen, wie es geheißen habe. Eine geraume Zeit nach.Friedrichs l>. Ankunft in Deutschland finden wir W. wieder a» dem Hofe zu Wien ,wo er an Leopold VII., dem jüngern Bruder s. ersten Gönners Friedrich, einenmilden Herrn fand; und nicht minder war ihm dessen Oheim, Heinrich, gewogen,welcher bis 1223 lebte. Nach Leopolds Tode, 1230, scheint W. den Hof inWien,über dessen Verfall er klagt, verlassen zu haben, und wir erfahren nun von seinemäußern Leben nur noch seine Theilnahme an einen« Kreuzzuge, wahrscheinlich andeni, welchen Kaiser Friedrich II. 1227 nach Palästina unternahm. Das Jahr,in welchem W. starb, ist so wenig bestimmt wie das f. Gebun; jedoch muß erwenigstens bis nach 1230 gelebt habe». Die letzten Jahre s. Lebens widmete W.einer frommen und in sich zurückgezogenen Betrachtung der Welt in ihrer Nichtig-keit, des Todes und der Ewigkeit. Er starb zu Würzburg , oder ist doch dort be-graben. W.v. d. V. wird nicht allein von den vorzüglichsten Dichtern k. Zeit alsein Meister im Gesänge gepriesen, sondern auch bis in die Periode der Meistersän-ger klingt s. Name mit Hellem Ruhme fort und wird unter den Zwölfen genannt,welche »ach der Sage zu Kaiser Ottos des Großen Zeit die edle Singkunst erfundenund gestiftet haben. Seine Gedichte, sämmtlich lyrische, stehen in den handschrift-lichen Liedersammlungen der Minnesänger (s. d.). Lachmann hat sie im Ori-ginaltext herausgeg. (B.rl. 1827; vgl. W. Grimm in d. „Gott . gel.Anz.", 1827,N. 204). Vgl. L. Uhland'S gründliche und umfassende Darstellung teS L>bengund Charakters dieses Dichters und s. Gedichte u. d. T.: „Wallher von der Vogel-weide !c." (Stuttgart 1822). Die Gedickte W.'S v. t. V. stehen in dem Mittel-punkte der schönsten Blüthe des altdeutschen Minnegesanges und verbreiteten sich nachallen Richtungen der frühern und spätern lyrischen Kunst. Seine eigentlichen Min-nelieder gefallen mehr durch Witz und freies Spiel der Empfindung als durch einetiefe Innigkeit. W. ist überall Herr seines Gegenstandes, auch in der Liebe, undseine Vielseitigkeit verläugnet er selbst im Herzen nicht. Seine politischen, mora-lischen und religiösen Gedichte tragen das Gepräge der Welterfahrenheit, des Ern-stes und der Betrachtung, welches jedoch nickt selten durch heitern Scherz und witzi-gen Spott geschmückt wird. Weine Versmaße und Reimweisen sind sehr mannig-fach, von den prächtigen, großstrophischen und langgegliederten Weisen, in denener Könige preist, bis zu dem leichkhüpfendcn Volkslied?. Im Ganzen steht er auchin diesem Betracht in der Mitte zwischen der musikalisck en Freiheit der ältesten Min-nesänger und der strengen Meßkunst der in die Meistersängerei übergehenden.
Walzer. Ein deutscher Tanz von fröhlichem Charakter. Obgleich cinför-mia, ist er doch nicht ohne Bedeutung. Er stellt ein sich leicht drehendes, vertrau-tes Paar vor, das sich zur Fröhlichkeit vereinigt. Früher hatte er eine mäßige, un-serm Nationalcharakrer angemessene Bewegung, und ging bisweilen kns sehnsüch-tig Zärtliche über. In der letzter» Zeit dagegen, seitdem der wiener Walzer herr-schend wurde, hat sich der Frohsinn und die Lustigkeit, die sich darin aussprachen,bis zur bacchantischen Wuth gesteigert. Die Musik, die Seele des Tanzes, hatdiese Perioden mit durchlaufen. Die Musikstücke werden in der Bewegung desoder P- Takts geschrieben. Um die Einförmigkeit derselben zu vermeiden, hat man