Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wurdein

Warme

vereinigt ist, einen bewundernswürdigen Umfang von Kenntnissen und eine höchstlebendige Phantasie; als Theolog und Kritiker machte er 50 I. lang gleich großesAufsehen. Seine Werke, unter denen wir außer den erwähnten s. Abhandl. überden Ursprung der Ritterbücher und s. Predigten noch anführen müssen, sind 1189in 8 Bdn. 4. erschienen. Außerdem hat er auch die HerauSg. vieler fremden Werkebesorgt und sie mit s. Anmerkungen bereichert.

Wardein (auch Guardein), ein Beamter, der den Gehalt der Erze undder Münzen zu untersuchen hat. Bei dem Bergwesen heißt er Bergwardein, beider Münze Münzwardein (s. d.). Der Name kommt von einem alte», jetztnoch im Niederstichst üblichen Worte, Warben, Wardiren, her, das so viel be-deutet als den Werth bestimmen, den Gehalt vermischter Metalle untersuchen,probiren, würdigen. Wardein ist daher richtiger als die Schreibart Guardein,bei welcher man das Wort a. d. Italien. , von »n-,r0->ie. Acht geben, herleitete.

W a r e n d o r f, an der Ems, eine ehemals bischösl. munsterische, jetzt preu-ßische Stadt in dem westfälischen Regierungsbezirk Münster , mit 148 H. und4200E., bekannt durch ihre starke Leinweberei und ihren Leinenhandel; doch wirdein großer Theil der sogen, warendorser Leinwand, jährlich mehr als 16,000 Stückoder 960,000 Ellen, von den" Landleuten der umliegenden Gegend im Winter,wo die Hände von der Feldarbeit ruhen, gefertigt. Berühmt sind auch die hiesi-gen sogen. Baumseidenfabriken und die Bleichen.

W a r m b r ii n n , ein Badeort im schlesischen Gebirge, eine Stunde vonHirschderg, 1011 F. über der Meeresfiäche. Der Flecken selbst enthält etwa 300H. mit 1900 E., ist gut gebaut, und näkrt sich von dem Verkehr durchs Bad , demAckerbau, derWeberei, Handwerken, vorzüglich Glas-und Steinschleifen, wozunoch der stete Aufenthalt der Grafen Schafgotsch, als Herren des Hrts, kommt.Semen Ursprung verdankt Warmbrunn den warme» Quellen. Diese sollen schonim Anfange des 12. Jahrh, entdeckt worden sein; spätestens ist dies 1295 unterHerzog Boleslaus EriSpuS geschehen. Eins von den Bädern überließ Graf Gott-hardt v. Schafgotsch, der 1403 hier eine Propstei stiftete, derselben, weßhalb es dasPropsteibad genannt wird. Außer jenem ist noch das gräsl. oder Schafgotsch'scheBad vorhanden. Beide sind gut überbaut und hoch gewölbt. Die Quelle gehörtzu den alkalischen Schwefelquellen; sie sammelt ihr Wasser in einem Becken, inwelchem sich die Kranken, ohne Unterschied des Standes und Geschlechts, in ange-messener Kleidung baden; Mittags und Abends wird das Bad verschlossen. Am»Aus - und Ankleiden sind mehre Zimmer um den Badesaal her angebracht. Seit1111 trinkt man auch Brunnen, jetzt in den Morgenstunden bis 6 Ukr . Im gräsl.Bade wird auch das Wasser zum Wannenbads gewärmt. Nützlich ist das Bad beiGicht , Rheumatismen, Verstopfungen im Unterleibe, Hautausschlägen. Urin-beschwerden, Bleikolik u. s. w. Zum Aufenthalt der Fremden sind gute Einrich-tungen getroffen. Für 24 arme Kranke hat der Graf Schafgotsch 1820 eine treffl.Hospitium erbckut. Spaziergänge und entferntere Ausflüge macht man von hiernach Hirschberg, Hermsdorf, dem Knnast, dem Zackenfall u. s. w.

W ä r in e. Die Wärme spielt in der Natur eine ebenso wesentliche Rolle alsdas Licht, mit welchem sie auch einerseits nahe verwandt zu sein scheint, wahrend sieandrerseits desto mehr von ihm verschieden ist. Wir nehmen die Wärme durch dasGefühl wahr, imd erkennen ihre sonstigen empirischen (erfahrungSgemäßen) Eigen-schaften an den Veränderungen, welche sie in den verschiedenen Körpern hervor-bringt. Bei der Theorie der Wärme sind folgende Punkte wissenschaftlich zu erör-tern: 1) Die Quellen der Wärme, d. h. die verschiedenen Arten, wie sie erregt oderhervorgerufen wird, welche theils natürliche, theils künstliche sind. 2) Sinnlichwahrnehmbare Eigenschaften oder (empirische) Natur der Wärme. 3) Gesetze derFortpflanzung oder Verbreitung. 4) Der Unterschied zwischen gebundener und