Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Warme

keinen Augenblick in demselben Grade, sondern wird vermindert, sie geht in die amgrenzenden Körper zum Theil über, sie pflanzt sich durch diese fort, der erwärmteKörper theilt seine Wärme den benachbarten Körpern mit, oder sie wird durch dieseforrgeleitet. Bei diesem Fortleiten der Wärme darf man sich aber die Körper nichtbloß leidend, sondern vielmehr thätig vorstellen, und man spricht daher von einerwärmeleitenden Kraft der Körper. Hier zeigt sich nun bei verschiedenen Körpernein großer Unterschied , indem einige Körper die Wärme gut und daher schnell, an-dre schlecht, d. h. langsam, andre vielleicht gar nicht oder doch in höchst geringemGrade leiten. Die ersten heißen in dieser Beziehung gute Wärmeleiter, die andernschlechte, und die letzten Nichtleiter der Wärme. Die besten Wärmeleiter sind dieMetalle, schlechte dagegen z. B. Glas, «reine, Ziegel - oder Backsteine (überhauptgebrannter Thon), und es nimmt die Wärmeleitungskraft durch eine Reihe vonKörpern, z. B. trockenes Holz, Kohle, Stroh, Federn, Haare, Wolle allmälig ab,bis auf die Gasarten, welche die besten Nichtleiter der Wärme sind. Vergleichtman die mineralischen Körper in dieser Hinsicht mit einander, so findet man, daß dieLeitungskraft nicht sowol mit der Dichtigkeit als vielmehr mit der Sprödigkeit inBeziehung steh^nnd mit letzterer zwar in umgekehrtem Verhältniß, d. h. je mehrin der Reihe der Körper die Sprödigkeit zunimmt, desto mehr vermindert sich dieLeitungSfahigkeit. Letztere paart sich daher mit dem Gegentheil der Sprödigkeit,welche Dehnbarkeit oder Streckbarkeit heißt: eine Eigenschaft, die sich in hohemGrade bei den edeln Metalle» (Gold, Silber, Platina ) findet, welche eben auch diebesten Wärmeleiter stnd. Die Wärmelcitungskraft steht also mit der Dehnbarkeitin geradem, mit der Sprödigkeit in umgekehrtem Verhältniß. — Die Kenntniß derGesetze der Wärmeleitung, wie überhaupt die Theorie der Wärme oder des Feuers,ist auch in technischer Hinsicht (in Betreff der künstlichen Benutzung dieser allge»Meinen Naturkraft für das Leben) von großer Wichtigkeit. (S. Heizung.) —4) Gebundene und freie Wärmetemperatur. Der Grad, in welchem ein Körpererwärmt ist, ohne Rücksicht auf die Quelle der Ursache seiner Erwärmung, heißtTemperatur, nach Einigen auch die thermometrische Wärme desKörpers, weildasThermometer den Grad dieser freien Wärme anzeigt, indem sie ihm mitgetheiltwird. Durch die Mttth.ulung oder Leitung der freien Wärme nach bestimmten Ge-sehen istein Gleichgewicht der Temperatur bedingt, welches, so oft es auch gestörtwird, sich immer wieder herzustellen im Begriff ist. Um aber Körpern von ungleich-artiger Natur eine bestimmte Temperatur zu geben, dazu werden oft sehr verschie-dene Quantitäten freier Wärme ersodert, und es sind dadurch bestimmte Gesetzeder Vertheilnng der Wärme gegeben, auf welche wir durch Folgendes aufmerksammachen. Wenn nämlich 2 gleichartige Körper von ungleichartiger Temperatureinander berühren oder mit einander gemengt werden, so vertheilt sich der Unter-schied (Überschuß) freier Wärme, welchen der wärmere Körper enthält, unter betdenach dem Verhältniß ihrer Massen, die Wärme sitzt sich unter beiden ins Gleich-gewicht, sodaß sie nun beide gleiche Temperatur haben, und die neue Temperaturverhält sich wie die halbe Summe der Temperaturen der einzelnen Körper vor ihrerBerührung oder Vermischung. Es werde z. B. 1 Pfund Wasser von 80" R.Mit 1 Ps. Wasser von 10° R. gemengt, so wird die Temperatur der Mischung80 X 10-^45° sein. Sind dagegen die Körper ungleichartig, so geschieht die

Dertheilung der Wärme, hinsichtlich der entstehenden Temperatur bei der Mi-schung, nach einem ganz andern Gesetz. Mengt man z. B. 1 Pf. Quecksilber von44° R. mir 1 Pf. Wasser von 110' R.. so wird die Temperatur des Gemengesnicht 77°, wie man nach jenem Gesetz erwarten sollte, sondern 107° sein. DasWasser hat also nur 3" verloren, während das Quecksilber 63° gewonnen hat.Wenn umgekehrt das Pfund Wasser 44° und das Quecksilber von gleichem Ge-