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Wärme
das Gesicht dagegen der höchste oder edelste Sinn im ganzen System der Sinne.(S. d. und Thie r.) Vergleicht man ferner diese beiden allgemeinen Naturkrüftehinsichtlich ihrer Fortleitung mit einander, so zeigt sich ein ungeheurer Unterschiedin der Geschwindigkeit, mit welcher diese Fortpflanzung geschieht. Die Wärme wirdselbst in den Metallen (den besten Wärmeleitern) nur langsam fortgeleget; dennman kann z. B. eine mehre Fuß lange Eisenstange, die an einem Ende schon glüht,noch einige Zeit in der Hand halten, bis man eine Erhöhung ihrer Temperatur per;spürt. Dagegen ist die Geschwindigkeit des Lichts fast zeitlos, indem es sich be-kanntlich von der Sonne bis zur Erde (ein Raum von mehr als 20Mill. Meilen)in einer Zeit von 8 Minuten fortpflanzt. Man muß daher annehmen, daß dieWärme, welche das Sonnenlicht hervorbringt, nicht von der «onne Mit demLichte zugleich auf die Erde herabströmt, sondern nur durch das Licht erregt wird;denn in jenem Falle mußte man zugeben, daß die Wärme durch gute Leiter sichlangsam, durch schlechte oder Nichtleiter der Wärme (dergleichen die Luft ist) mitunendlicher Geschwindigkeit fortpflanzt, was ein Widerspruch wäre. Man be-merke außerdem noch folgende Unterschiede: Die durchsichtigen Körper, welche dasLicht leiten, sind gerade schlechte oderNichtleiter der Wärme; die undurchsichtigstenKörper (die Metalle) sind Nichtleiter des Lichts, aber dafür die besten Wärmelei-ter. Ferner: die hellenFarben, besonders die weiße, sind unter allen am wenigstenfür die Erwärmung empfänglich, aber desto mehr für die Erleuchtung; das Ge-gentheil findet sich bei den dunkeln, besonders bei der schwarzen Farbe, indem dieErfahrung lehrt, daß dunkelfarbige Körper, besonders die schwarzen, durch dasSonnenlicht leicht erwärmt, aber theils nur schwach, theils gar nicht erleuchtetwerden; denn das Dunkele oder Lichte der Farben ist eben Eins mit ihrer Fähigkeitoder Unfähigkeit, erleuchtet zu werden, d. h. durch das Licht von Außen erregt, selbstodermitzuleuchten. (Vgl. Tageslicht.) Auch ist aus Obigem klar, dafiWärmeund Oxydation (-Sauerstoffung) in steter und nothwendiger Wechselwirkung miteinander stehen, sodaß die Oxydation, als der wesentlichste Vorgang beim Verbren-nen, Wärme entwickelt, aber auch umgekehrt die Wärme, wo sie mitgetheilt wird,die Oxydation hervorruft, d. h. oxvdirend wirkt. Auch in dieser Beziehung hat dasLicht die entgegengesetzte Eigenschaft, indem es desoxydirend (den Sauerstoff ent-ziehend) wirkt. Davon kann man sich durch Beobachtung des Farbenwechselsüberzeugen, der beim Oxydiren und Desoxydiren der Körper vor sich geht. DieOxydation wirkt nämlich färbend, die Desoxydation entfärbend. So ist z. B. diegrüne Farbe des Pflauzenlaubes die Folge des Einathmens der Luft (denn das Laubist das Athemorga» der Pflanze), mithin Folge einer Oxydation: auch habe» dieMetallkalke (Metalloxvde), besonders die Bleikalke (Bleigelb, Mennige), meistsehr lebhafte Farben. Das Sonnenlicht dagegen bleicht bekanntlich die Körper, d. h, esentzieht ihnen die Farben, und dies vermöge seiner desoxydirenden Kraft. Endlich zeigtsichauch bei derForkpflanzung, hinsichtlich derRichtung, ein Unterschied zwischen Lichtund Wärme. Die Wärme durchdringt die Körper nach allen Dimensionen, das Lichtbefolgt dagegen bei seinem Fortgange nur EineDimension, nämlich die Länge (Linie),es pflanzt sich in geraden Linien fort. Das Letztere behauptet man neuerlich auch vonderW.irme.MansprichtvoneinerstrahlendenWärme, von einerReflexion (Zurück-strahlung) der Wärme, und sogar von einer Refraction (Brechung der Wärmestrah-len). lind hierin wäre sonach die Wärme bei ihrer Fortpflanzung dem Lichte ganzähnlich, und es wäre dieses die einzige Ähnlichkeit bei aller sonstigen Entgegensetzung,Diese geradlinige Fortpflanzung der Wärme geschieht aber bloß in der Luft (nichtin andern Wärmeleitern), während das Licht i» allen Lichtleitern (durchsichtigenKörpern) seine gerade Richtung beibehält. Und doch ist eben die Luft, durchweichedie Wärmestrahlen gehen , der beste Nichtleiter der Wärme, was keinem Zweifelunterworfen ist. Man achte genau ausfolgenden Unterschied: Da in der Luft die