Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Warme

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gewöhnliche Fortleitung der Wärme nicht vor sich gehen kann, so würde z. B. einZimmer nicht geheizt werden können, wenn nicht die den heißen Ofen bei ührenteLust sogleich aufsteigen und andrer Platz machen müßte, welche, durch Wärmeausgedehnt, ebenfalls in die Höhe steigt, sodaß die Wärme durch Emulation der^machst am Ofen erwärmten Luft allmälig im ganzen Zimmer verbreitet wird.Diese Art der Erwärmung kann aber nur langsam erfolgen. Man halte dagegenein glühendes Eisen in einiger Entfernung vom Gesichte, oder stelle sich in die Näheeines lebhaften Feuers, z. B. eines Schmledekohlenfeuers, und man bemerkt so-gleich eine Wärme, die von dem Feuer oder glühenden Eisen gegen das Gesichtauszustrahlen scheint und vergleich,,ngsweise ein Wärmeschein genannt werdenkann. Diese strahlende Wärme bewegt sich auch keineswegs langsam, sondernvielmehr mit einer^dem Lichte ähnlichen Geschwindigkeit. Denn man kann durcheine vorgehaltene Scheibe, ohne seinen Stand zu verändern, den Wärmescheinvon sich abhalten, aber er ist im Augenblicke wieder da, sobald man die Scheibe ent-fernt. So viel ist also gewiß, daß die Wärme sich auf zweierlei Arten fortpflanzt:hier langsam auf dem Wege der gewöhnliche» Forileuung in Metallen und andernWärmeleitern, dort schnell und strahlend wie das Licht, und zwar in einem Me-dmnn welches ein Nichtleiter der Wärme ist. Über die Ursachen dieser verschiede-nen Fortpflanzung der Wärme ist man in der Theorie noch nicht im Reinen; übri-gens erstreckt sich der Wärmeschein oder die strahlende Wärme auch beim stärkstenFeuer nur auf eine beträchtliche Weite, während dagegen das Licht in unendlicheFernen strahlt. 6) Universelle Bedeutung der Wärme, oder philosophische(wissenschaftliche) Ansicht von der Natur der Wärme. Der wissen-Zdee) der Wärme läßt sich nicht für sich ohne die Idee desLichts klar machen, mit welchem, wie im Vorhergehenden gezeigt wurde, die Wärmedurchgängig im Gegensatze und daher in Wechselwirkung steht. (M. Vgl. daher d.Alt. Licht.) Da allen Gegensätzen eine Einheit (eine Indifferenz) zum Grundeliegt, aus welcher der Gegensatz hervorgeht, oder in welcher die entgegengesetztenf.ole entstehen, so werden auch Licht und Wärme wissenschaftlich nicht als 2 vcr-n cr ftndern als 2 entgegengesetzte Zustände eines Ur- und Grund-

stoffs betiachtet, worauf oben schon hingedeutet wurde. Diesem Urstoff, dieserUi gi undlage der ganzen materiellen Welt hat man verschiedene Benennungen gege-ben, z. B. Urmaterie, Urelement, allgemeine Weltsubstanz, Urseuer (Elemen-tarfeuer), Äther, auch älo„struu>» uinrri.Wo (in der Wprache der 'Alchymisten,nämlich: allgemeines Lösungsmittel) w.; da es auf den Namen nicht ankommt,<0 wählen wir hier der Kürze wegen den Namen Äther. Durch Äther bezeichnetman also den ursprünglichen, höchst ausgedehnten Zustand der Materie, in wel-chen sie unter Umständen wieder übergehen kann. Dieser Übergang ist eine Be-freiung der Materie aus den Banden der Eohäsion (des Zusammenhangs der TheileDer festen Körper), welcher nur theilweise stattfindet und durch einen Streit der so-laren Kräfte der Materie mit den tcllurischen, des LichtS mit dem Magnetismusoder den Lohäsionskräften bedingt ist, und dieser Streit eben ist es, welcher alsWarmeerscheint. Der unmittelbare Erfolg dieses Streites ist theilweise Sieg aufelden Seiten; hier werden freie Kräfte gebunden, was in der Oxydation beimgeschieht, dort gebundene Kräfte frei, was die bei der OxydationerfchemendeWärnie anzeigt, noch mehr aber die beim Verbrennen erscheinendeFlamme. Daher auch die wesentlichste Eigenschaft der Wärme, die Körper auszu-vchnen; denn die ausdehnende Kraft der Wärme ist nichts Andres als das Sti ebender Materie, sich in Asther, in solare Materie aufzulösen, welchem Streben aberie teuurischen Kräfte entgegenwirken, die es nicht zur vollkommenen Auflösung kom-men lassen, ^ede polare Einwirkung aufKörper ist eine Auffoderung zurCohäsions-vcranderung, deren Erfolg zunächst als Temperaturverändcrung erscheint. So z. B.vas Reiben, wodurch die Körper imInnerstenzaufgeregt und jener Streit der solaren