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Würmevertheilung
der Länge der Zeit, in welcher die Sonne auf die Erdfläche wirkt. Je senkrechter dieStrahlen herabfallen und je mehr sie sich kreuzen, oder je länger und anhaltender siedie Erdfläche bescheinen, desto wärmer wird dieselbe, und diese Wärme theilt sie derAtmosphäre mit, welche selbst keine merkliche ursprüngliche Warme von der Sonnezu erhalten scheint. Was Erde,und Luft des Tages durch die Sonne an Wärme ge-winnen, verlieren sie des Nachts wieder. Daher ist die größte Hitze immer erst desNachmittags, und die stärkste Kälte gegen Morgen. Zwischen den Wendekreisen,wo die Nächte den Tagen fast gleich sind, kann sich die Luft mehr abkühlen als inunsern Gegenden, wo im Sommer die Sonne nur eine kurze Zeit unter dem Hori-zonte bleibt. Daher sind auch die Nächte in dem heißen Erdstriche sehr kühl. DasLand, von welchem die Sonnenstrahlen zur ückprallen, erwärmt die Luft weit eherals dasMeer, welches die Strahlen verschluckt, wird aber auch weit leichter kalt.Die Wirkung der Sonne ist um den Sommerstillstand zwar am stärksten, da abernoch 4—6 Wochen die Erwärmung größer ist als die Abkühlung, so nimmt dieHitze zu. Der Unterschied zwischen den heißesten und kältesten Monaten inner halb20" vom Äquator ist meistens unbeträchtlich, nimmt aber zu, sowie die Breite gr ö-ßer wird. Au Petersburg z. B. ist die mittlere größte Sommer Hitze 10", die mittleregrößte Kälte 25" unter dem Gefrierpunkte. Jede bewohnbare Breite empfängt eineHitze von wenigstens 60" auf 2 Monate, zum Wachsthum und zur Reife des Ge-treides. Zweitens hängt der Wärmegrad der Erdfläche von der Höhe des Bodensüber der Oberfläche des Meeres ab; denn die Luftschichten werte» uniner kälter, jemehr sie über die Oberfläche erhöht sind. Drittens wirkt die Lage und Beschaffen-heit des Bodens, z. B. die Nahe der Wälder, des Meeres, die Richtung der Strom-thäler und die Abdachung, der Mangel an Anbau, die morastige oder sandige Umge-bung eines Orts, eine große Masse von Salztheilen re. auf die Lufttemperatur ein.Davon hängt das phrsische Klima eines Orts oder Landes ab. (Vgl. PbvfischeGeographie.) — Im Allgemeinen ist die sudl. Halbkugel beträchtlich kälter alsdie nördliche. So sind die Falklantsinseln unter 51" S. Br. viel kälter als die Län-der in unserer Hemisphäre unter demselben Breitenkreise, der mitte» durch Deutsch-land geht. Die Berge des Feuerlandes, Skaakenlantes, Südgcorgiens und desSandwichlandes, die zwischen 54 und 59" S. Br. liegen (mit denen also die brit.Inseln, Nordteutschland, Dänemark u. a. Länder gleiche, aber N. Br. haben), sindselbst im dortigen Sommer, folglich beständig, bis an die Seeküste Heiab mitSchnee und Eis bedeckt. Um 60" S. Br. steht das Thermometer mitten un S om-mer nie 5° über dem Gefrierpunkte, oft aber unter demselben; häufig fallen Schneeund Schloßen, und es friert nicht selten des Nachts. In der nördl. Hemisphäre istunter diesem Breitenkreise und noch weit nördlicher eine Hitze von 15—82°. NachForsler'S sehr wahrscheinlicher Meinung ist der Mangel eines südl. großen Landesdie Ursache dieses Unterschiedes. Um den Nordpol liegen bis über den 66." derBr.hinaus viele Länder, die bewohnt, zum Theil sogar bebaut sind und Früchte tragen.Hier erwärmen die vom Lande zurückprallenden Sonnenstrahlen im Sommer dieLuft bis zu einem Grade, der der Hitze im heiße» Erdstriche wenig nachsteht. Aufder südl. Halbkugel err eicht die Südspitze von Afrika nicht den 40., die Südspitzevon Ncuholland nicht den 50. und die Sütspitze von Amerika nicht den 60." derBr., und alle diese Cominente laufen oegen Süden schmal aus. Außer diesen Land-massen liegen in den bemerkten südl. Breiten nur kleine Inselgruppen. Die übri-gen 30 Grade nach dem Südpole sind Wasser und Eis, bis aus kleine, vor Kurzemerst entdeckte, unwirthbare Felseneilande. Nun findet aber auf dem Meere kein Zu-rückprallen, Brechen und Kreuzen der Sonnenstrahlen statt, wodurch hauptsächlichdie Luftwärme entsteht. Dazu kommt noch der Umstand, daß die Sonne in dennördl. Zeichen des Thierkreises 8 Tage länger verweilt als in den südlichen, folglichwird der Winter der südl. Halbkugel um 8 Tage verlängert, wodurch die Kälte, wie