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Zwölfter Band. W bis Z.
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94 Wasserkopf Wasserscheu

ser in kochende Bewegung; 3) es findet dabei ein merkliches Geräusch statt, dasunter dem Wasser zu sein scheint; 4) es bildet sich ein Nebel, einRauch, ein Dunst,der aufsteigt; 5) er macht ein eignes, von deni vorigen genau"zu unterscheidendesGeräusch; 6) es befindet sich jederzeit eine Wolke über der Wasserhose, die mannicht immer im Anfange bemerkt; 1) die Wolke ist nicht immer mit der Wasser-hose verbunden, sondern steigt oft erst herab, dem sie hebenden Nebel entgegen,mit dem sie sich vereinigt; 8) die Wassersäule schreitet stoß- oder sprungweise vor;9) die Wolke folgt jederzeit, vereinigt oder nicht, der fortschreitenden-Läule, unterwelcher das Wasser bewegt ist; 10) fast niemals mit gleichem Schritte, sondernmeistens langsanier; 11) die Wassersäule wurde niemals gleich dick wahrgenom-men, sondern ihr Durchmesser war in der Mitte am kleinsten, an der Oberflächedes Wassers und nach den Wolken am größten; 12) ohne Ausnahme ward eSkalt nach und bei einer Wasserhose; 13) gemeiniglich zeigen sich Wasserhosen nurbei warmer Witterung; 14) es blitzt gewöhnlich dabei, oder mindestens zeigt dieWassersäule elektrischesLicht; 15)es regnet immer dazwischen; der Regen ist süß;eSfälltstekS, wo sie nahe kommt, Hagel; 16) sie entstand immer da, wo die Windevon der Lage der Landspitzen fast genöthigt werden, Luftwirbel zu machen; 11) ihreWirkungen, sobald sie aufs Land komme», sind ganz den Wirkungen der Wirbelgleich; 18) sie sind mitten auf dem festen Lande nie, selten nur an den Küstenlän-dern, und diejenigen, die das Land trafen, kamen fast ohne Ausnahme von derSee; 19) häufig fällt gegen ihr Ende eine Menge Wasser herunter. — Die Na>tur und Entstehungsart dieser merkwürdigen Erscheinungen sind noch nicht genü-gend aufgeklärt. S. ReimaruS'S treffliches Buch „Vom Blitze" (Hamb. 1118),wo die elektrische Natur des Phänomens wahrscheinlich gemacht wird-

Wasserkop f Hydrocephalus , im Allgemeinen gleichbedeutend mitKopf-wassersucht, möge diese nun in den äußern Theilen des Kopfes, oder zwischen denHirnhäuten, oder im Gehirne selbst ihren Ltitz haben, welche letztere beideArten zu den häufigen und gefährlichsten Kinderkrankheiten gehören.

Wasserleitung, s. Aguäduct.

W a sse r p r o b e, s. Ordalien.

Wasserscheu (Hydrophobie) nennt man 1) im Allgemeinen den Zufall(das Svmptom)bei einem Kranken, da er nicht im Stande ist, eine Flüssigkeit inden Mund zu nehmen und hinunterzuschlucken. Dieser Zufall hat seinen Grundin einer krampfhaften Zusammcnstchung der Schlundmuskeln, und findet in meh-ren, besonders in Nervenkrankheiten, die mit Krämpfen verbunden sind, statt.Am heftigsten, anhaltendsten und von den furchtbarsten Umständen begleitet, stellter sich 2) in einer eignen Krankheit ein, die man deßhalb auch mit diesem Namenbezeichnet hat. Diese Krankheit wird von dem kranken Thiere auf den Menschenübertragen und stellt in dieser Hinsicht ein furchtbares Gegenstück der wohlthätigenKuhpocken dar. Die Wasserscheu entsteht in dem Menschen durch die Mittheilungdes Wuthgiftes von einem Wuthkranken Thiere, am gewöhnlichsten von einen,Hunde oder einer Katze, entweder durch den Biß oder durch eine andre Einbrin-gung des giftigen Speichels dieser Thiere in eineWunde an dem Menschen. (Vgl.Hundswuth.) Die Krankheit selbst bricht zuweilen bald nach geschehener Ver-wundung und Einbringung des Giftes aus; zuweilen später. So ist z. B. in den„Verhandlungen der medicinischen Societät in London " (5. Bd.) ein Fall erzählt,in welchem erst 9 Monate nach geschekener Verwundung die ersten Merkmale derWasserscheu sich zeigten. Zhre Zufälle und Erscheinungen sind gewöhnlich fol-gende. Die Wunde, in welche das Gift eingedrungen ist, wird wieder roth, ent-zündet sich von Neuem, bricht wieder auf, und oft zieht sich von der Stelle derWunde ein rother Streif nach dem Laufe der Venen oder der lymphatischen Gefäße.Zugleich stellt sich Niedergeschlagenheit des Gemüths, besondere Angst, und ein