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Wasserscheu
trüber, scheuer Blick ber Augen ein, es entstehen überhaupt mehre Zufälle eineswahren NervenfieberS, Frösteln, leichte Zuckungen, Krumpfe in verschiedenen Thei-len des Körpers, der Puls wird meistens schnell, häufig und etwas hart. DasAthmen wird ängstlich, schnell und kurz, es erfolgt Ekel, Erbrechen, Schmerz inder Magengegend, Zusammenziehen tesschlundes. Letztere Erscheinung vermehrtsich endlich so sehr, daß der Kranke nicht mehr im Stande ist, Wasser oder irgendeine andre Flüssigkeit zu sich zu nehmen, ja schon der bloße Anblick derselben odersogar einer andern Sache mit glänzender Oberfläche kann, wenn die Krankheitihre Höhe erreicht hat, den Anfall von heftigen Verzückungen und zusammenschnü-renden Krämpsen des Halses erwecken. Harte speisen kann er jedoch noch ver-schlucken. Dabei verändert sich die Stimme des Kranken, er spricht hastig und ineinem heisern Tone, sodaß seine Spräche mit dem Bellen eines Hundes zuweileneine Ähnlichkeit hat. Aus dem Munde sondert sich eine Menge Speichel ab, undeS zeigt sich in den periodischen Wulhanfällen des Kranken eine besondere Neigungzu beißen und nach Allem, was er erlangen kann, zu schnappe». Der Speicheleines solchen Kranken, wenn er in die Bißwunde kommt, kann wieder ansteckenund dieselbe Krankheit hervorbringen. Endlich erschöpfen sich die Naiurkräfte indem entsetzlichen Kampfe, und der Tod erfolgt gewöhnlich am 6. oder 7.Tage, zu-weilen auch noch eher, manchmal ruhig und aus Schwäche, zuweilen noch unterVerzückungen. Die Furcht vor dieser Krankheit hat in ältern Zeiten beinahe allenähere Untersuchung und genauere Behandlung verhindert. Den neuern Versu-chen zufolge ist höchst wahrscheinlich das Wesen derselben in einer durchgreifendeneigenthümlichen Entzündung, welche den ganzen Körper, vorzüglich aber das Ner-vengeflecht derOberbauchgegend und den Stimmnerven ergreift, gegründet. DieseEntzündung muß deßhalb eine eigenthümliche sein, weil sie von einem eigenthüm-lichen thierischen Gifte, dem eingebrachten Wuthgifte, verursacht wird, und sieergreift die thierisch-organische Sphäre der Reproduction so gewaltsam, daß siediese zu der Erzeugung eines gleichen Giftes zwingt, und daher selbst die Thätigkeitder Nervensphäre, als der Beherrscherin der Neproducrion, auf das heftigste ver-rückt, Hieraus sind alle bei der Krankheit vorkommende Erscheinungen, die Fie-berbewegung, die periodischen Anfälle von Anast und Wuth, die Verzückungen,die Kränipse im Halse, die Verändeiung der Sprache, endlich die Erzeugung desim Speichel befindlichen Wuthgiftes, abzuleiten. Daß durch diese Krankbeir dieErhaltung des Körpers in der Quelle angegriffen, die Masse verändert wird, istschon daraus ersichtlich, weil das Blut der Kranken, wenn es aus der Vene gelas-sen wird, ganz verändert ist, und statt die gewöhnliche kunkelrothe Farbe zu haben,eine gelblichgraue Farbe hat und aufgelöst, zersetzt, ganz wässerig, dünn undflüssig erscheint. Die Heilung dieser fürchterlichen Krankheit ist zwar schon mitmancherlei Mitteln versucht worden, allein es bat noch keins sich unter allen Um-ständen bewährt gezeigt. Ein wichtiger Gegenstand der §ur ist zuvörderst die Ver-hütung des Ausbruchs der Krankheit. Ohne der mancherlei Mittel, welche derAberglaube oder die Gewinnsucht empfiehlt, einer Erwähnung zu würdigen, erin-nern wir bloß an die Maiwürmer und an die von Münch empfohlene Belladonna;auch andre Nervenmittel sind von Ärzten empfohlen worden. Eine andre Me-thode, die streng antiphlogistische, ist in neuerer Zeit wieder hervorgesucht worden,und sie hat, außerdem, daß sie der neuesten Ansicht von dieser Krankheit entspricht,auch noch Dieses für sich, daß mehre auffallende Beispiele glücklicher Heilung sieempfehlen. Da die bei dem starken Aderlaß erfolgendeOhnmacht hauptsächlich eineBedingung der heilsamen Wirkung desselben, gleichsam ein Wendepunkt derKrank-beit sein soll, so haben eineStheilS mehre Ärzte angerakken, die Affnung bei demAderlaß ungewöhnlich groß zumachen, damit durch den schnellern Abfluß des Blu-tes die Ohnmacht schneller herbeigeführt werde, anderntheils hat man den Vor-