Wassersucht 97
cher das Wasser ip einem besondern häutigen Sacke im Unterleibe eingeschlossen ist.Die Haulwassersucht (Odem) besteht in einer Ansammlung des Wassers indem Zellgewebe unter der Haut. Der innere Wasserkopf sinket am öftesten bei Kin-dern, seltener bei Erwachsenen statt. Er verräth sich bei denselben durch die unge-wöhnliche Größe und Ausdehnung des Schädels, wobei die Fontanelle sehr groß ist,die Nähte getrennt, und die Schädelknocken bisweilen durchlöchert sind; ferner durchbeständige Schläfrigkeit, Neigung zum Liegen, Stumpfsinn, sehr weite, für denLichtreiz unempfindliche Pupillen, wozu endlich noch Lähmung der umern Glieder,oder Verzückungen, Erbrechen ic. kommt, unter welchen Zufälle» der Tod erfolgt.Zu der Hirnwassersuchl können wir die RückenmarkSwossersuchr rechnen,die bei Kindern als Rückenspalte erscheint und oft mit dem innern Wasserköpfe ver-bunden ist. Bei dieser Krankheit pflegt an den Lentenwirbclbeinen ein Slück zufehlen, wodurch eine Öffnung entsteht, aus welcher eine weiche Geschwulst sich her-vordrängt. Manche Fälle von Lähmung bei Erwachsenen rühre» wahrscheinlichauch von Wasseransammlung in den Hu »höhlen und in der Rückenmcrkehöhle her.Brustwasseisucht ist im Anfange schmerzn erkennen, weil die Zeichen davon irr,glichsind, und von andern leichten Kränklichkeiten entstehen können. Ängstliche und hy-pochondrische Menschen bilden sich daher ein, Brustwassersucht zu haben, wenn sieeinmal einen Schmerz in der Brust, Beklemmung, Herzklopfen u. dgl. verspüren,was Alles von vorübergehenden Ursachen entstehen kann. Der Arzt kann aber nichtsorgfältig genug sein, auch bei den kleinste» Äußerungen dieser Krankheit dem Grundederselben nachzuforschen, um sie-in der Enisiehung heilen zu können. Die Bauch-wassersucht verräth sich bald durch die Geschwulst des Unterleibes, welche beimStehen sich »ach unten, beim Liegen auf die Seite senkt, auf welcher der Krankeliegt. Diese Geschwulst ist elastisch und gibt beim Anschlagen eine wellenförmigeBewegung zu erkennen. Dabei ist Kurzathmen bei Bewegung, Schwäche, Ab-zehrung, Durst, Abgang eines sparsamen, feurigen Urins zu bemerken; endlichgesellt sich noch auszehrendes Fieber hinzu. Der das Wasser cmschließenteSack inder Sackwassersucht wird oft von dem Bauchfell allein, zuweilen auch von einemeignen Häulchen im Unterleibe gebildet. Die übrigen Gesund hcitsumstände, derUrinabgang, Eßlust , Durst :c., sind bei dieser Wassersucht am wenigsten verändert,und sie kann, ohne lebensgefährlich zu werde», lange dauern. Die Hauiwasse, suchtwird durch die Geschwulst in der Haut sichtbar, welche dem Finge, drucke nachgibtund eine Zeit lang eine Vertiefung behält. Gewöhnlich fängt diese Geschwulst anden Füßen an und steigt allmälig höher, lösn der Folge gesellt sich oft innere Wasser-sucht dazu, nicht selten aber ist auch die Hautwassersucht Folge einer innerlichen.Die Haut mancher Theile kann in dieser Krankheit oft zu einem ungeheuern Um-fang ausgedehnt werden, wodurch ihre Organisation so geschwächt, ibr Gewebe soausgedehnt wild, daß endlich die Feuchtigkeit Lurckdringt, oft auch Lähmung derLebenskraft der Haut eintritt. Dieo geschieht um so schneller, wenn eine Entzün-dung, sie sei nun von Rothlauf oder von ewer Verletzung, die geringe Lebenskraftvollends schnell aufreibt, wodurch meistens d>r Brand dazu kommt. — Die Ent-stehung der Wassersucht erklär! man sich aus folgende Weise. Die meisten innernHöhlen des Körpers sind mit eine,-dünnen, aber festen Haut, (»>,-n>bran-> rer»?.i)umkleidet, welche mit einer unzählbaren Menge der feinsten Äderchen (Haargefäße)versehen ist. Diese hauchen beständig einen wässerigen Dunst üuS, welcher dieWände der Höhle glatt und schlüpfrig erhalten und die Reibung terselben-an ein-ander und mit den in ihnen enthaltenen Theilen z. B, den Lungen) vermindern soll.So öffnen sich auch in das Zellgewebe der Haut und unter derselben unzählige solcheaushauchende Adern. Diese ausgehauchte dunst- und luftförmige Flüssigkeit wirdaber i» gesundem Zustande von den euisaugendcn Äderchen aufgsuorvmen und kndie Blutmasse zurückgeführt. Zn dem krankhaften Zustande, welcher die Wasser-Cviiversativns-Lericon. Bd. XII. 7