sucht begründet, wird von den absondernden Haargefäßen anstatt des Dunstes eine ^tropfbare Flüssigkeit abgefetzt, und diese sammelt sich bei geschwächter oder gelähm- iter Thätigkeit oer einfaugende» Äderchen so an, daß sie allmälig die Höhle anfüllt lund innner mehr ausdehnt. Der krankhafte Zustand, welcher die Berrichtung der laushauchenden Gefäße so verändert, kann Folge von Entzündung, oder Lähmung 'derselben, oder z» wässeriger Beschaffenheit des Blutes sein. L)owie der entzündlicheZustand eines absondernde» Organs die Absonderung desselben vermehren und ver- ,ändern kann, so auch der der serösen Häute, welche daher häufigere und dichtere ^Stosse ausscheiden. Bleibt tue Thätigkeit der einsaugenden Haargefäße unvermin- ldert, oder wird sie durch eigne erregende Mittel verstärkt, so kann die Anhäufunglange Zeit verhindert, oder wenn sie schon stattgefunden hätte, die abgesonderte Flüs- ,sigkeit wieder fortgeschafft werden. Indem aber durch den entzündlichen Zustanddas aushauchende Gefäßsystem in seiner Thätigkeit erregt wird, wird ter Gegensatzdesselben, das einsaugende System, um so mehr herabgesetzt, und dessen Thätigkeitvermindert. Es kann indeß auch durch allgemeine Schwächung des Körpers, oder 'durch besondere des arteriellen Ateriisysiems, von welchem das absondernde Haar-gefäßsystem gleichsam als die Grenze anzusehen ist, eine Art von Lähmung staltfin- lden, wodurch es außer Stand gesetzt wird, dem Andränge der Flüssigkeit zu wider- ^stehen, und daher das Blutwasser unzersetzt durchläßt. Der unmäßige Genuß star- ^ker, hitziger Getränke gibt meistens Veranlassung zur Wassersucht, theils weil durchdie Überreizung des arteriellen Blutsystems eine Erschöpfung der Lebenskraft derauslaugenden Haargefäße bewirkt, und durch vermehrte Dlutbewegung und An-drang des Blutes unterhalten wird. theils auch weil das Blut dadurch verschlechtertund dünnflüssiger gemacht wird. Auf heftige Entzündungen der Häute der innernHöhlen des Körpers, z. D. Hirnentzündung, Brustentzündung rc., folgt daher oftauch Erqießung von lymphatischer Flüssigkeit. Nicht selten ist ein reichlicher Blut-verlust Ursache, zuweilen aber auch Vorbote der Wassersucht, indem er eineSthcilSdie Schwächung des Adernsystems verursacht, oder von ihr herkommt, anderntheilsauch von der schlechten und wässerigen Beschaffenheit des Blutes veranlaßt wird.So kann plötzliche und anhaltende Erkältung zur Wassersucht, besonders der Haut,den Grund legen, indem die zurückgedrängte Ausdünstung sich nach Innen wendet,in die Zellchen des Gewebes der Haut, unter der Haut, und zwischen den Muskelnsich ansammelt. Manche Krankheiten hinterlassen eine Neigung zu Wasseranhäu-fungen, z. B. dasWechselsieber, das Scharlachsieber, dieHirneruzündung derKin-der. Am meisten ist in dieser Hinsicht von den beiden letzter» zu furchten, weil dienach ihnen entstehende Wassersucht schwer zu heben ist und leicht ködtlich wird. Zuandern Krankheiten gesellt sich noch Wassersucht als das letzte Zeichen, als Vorläuferdes Todes. Ältere Personen, welche im Genusse hitziger Getränke ausschweifen,entgehen selten der Bauch- oderDrustwassersucht, wenn nicht eine andre Krankheitsie vor der Zeit wegrafft. Am schnellsten entfernt nian die Wassersucht durch dasAbzapfen des Wassers mittelst einer Öffnung in der Geschwulst. Nur ist diese Hülfemeistens vorübergehend, und erzeugt oft neue Gefahren, nämlich Entzündung undBrand. Die abgelassene Flüssigkeit wird erst zwar in etwas längerer Zeit, dannaber in immer kürzern Zwischenräumen wieder ersetzt, sodaß die Operation immervon Neuem nöthig wird. Indessen ist es ein Linderungsmittel und befördert dieWirksamkeit der Arzneimittel, daher kann das Leben des Kranken oft lange dadurchgefristet werden. Bei der Hautwassersucht leitet man durch kleine Einschnitte oderWtiche in die Geschwulst der Füße die wässerige Flüssigkeit ab, sodaß sie sich vondem ganzen Körper herunkersenkt und allmälig zu den in die Haut gemachten Öff-nungen heraussiekert. Allein dies muß frühzeitig geschehen, außerdem ist zu befürch-ten, daß von den Wunden eine Entzündung ausgeht, welche schwer heilende Ge-schwüre verursacht, und endlich den Brand herbeiführt. ll.
Schliessen