Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
Seite
99
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Wasseruhr Watetet 99

Wasseruhr, s. Uhr.

Wasservögel, s. Böget.

Wasserwage, Libelle, ist ein Werkzeug, mittelst testen man eineHorizontallinie von einem Orte zu einem ankern absehen oder verlängern kann, umzu erfahren, wieviel dieser tiefer als jencrliege. Dahingehört dieSchrot- odei Setz-wage, an der em Bleiloih so angebracht ist, daß es aus einen gewissen bezeichnetenPunkt einspielt, wenn es gegen die Grundfläche des Werkzeugs loihrecht gerichtet ist.In dieser Loge ist alsdann die Grundfläche horizontal, und jede in ihr gezogene Linieeine Horizontallinie. Picard versah dies Instrument zuerst mit Dioptern, die mannachher gegen das Fernrohr mit dem Fadenkreuze vertauschte. Die eigentlich sogen.Wasserwage besteht aus einer an beiden Enden, die im rechten Winkel umgebogensind, offene» Metall, öhre. In jedes Ende ist eine Glasröhre eingefügt; beide stehenmittelst der Metallröhre mit einander in Verbindung. Nun gießt nian so viel ge-färbtes Waffer hinein, daß selbiges in beide Glasröhren tritt. Steht das Wasserruhig, so müssen sich die Oberflächen desselben in beiden Glasröhren in einerlei Ho-rizontalebene befinden. Außerdem hat man noch viele andre Wasserwagen, derenBeschreibung hier zu weitläufig sein würde.

Wasserweihe heißt ein hohes Fest, das die griccb. Kirche am 6. Jan.,oder TheophaniaStage, z»m Andenken an die Tarife Jesu im Jordan zu feiern pflegt.Vorher wird ein Loch in das Eis des nächsten Flusses gehauen und mit grünen Na-delholzzweigen geschmückt; Hütten mit Heiligenbildern, unter denen Johannes derTäufer hervorragt, umgeben es. Noch Beendigung des Küchendienstes zieht dieGeistlichkeit, mit Kerzen, Räucheipsanncn und Agenden, nebst der Gemeinde, unterGesang bis an das aus diesem Loche hervorquellende Wasser, das nun Jordan heißtund vom ersten Priester durch dreimaliges Bekreuzen und Eintauchen eines Kreuzesgeweiht wird. Sodann taucht derselbe eine Quaste in das geheiligte Wasser undbestl eicht oder besprengt damit in Kreuzesfoim die dlmstebenten. Gebete und Ge-sänge, die den Glauben an wundervolle Wirkungen dieses Wassers aussprechen, be-gleiten die Feierlichkeit, nach deren Beendigung, wer nur kann, sich Flaschen undSchüsseln damit füllt, um es als Ar.mei wider leibliche und geistige Schäden zubrauche». Auch Kinder werten zur Stärkung in dies Loch getaucht. In Rußland gehört die Wassei weihe zu den höchsten und glänzendsten Festen; die kaiserl. Familiemit ihrem Hofstaate nimmt in der Residenz andächtig Theil daran, und das para-dirende Militair begleitet die Weihe Mit Salven. b.

Wasserziehen. Man sogt, die Sonne ziehe Wasser, wenn die Son-nenstrahlen nur durch Wolkenritzen dringen und so nur gewisse Lussstriche erleuchten,indeß die angrenzenden dunkel bleiben, weshalb die erstem als helle Striemen ausdunklem Grunde erscheinen. Da die Erleuchtung derselben sich nur auf die in ihnenschwimmenden Dünste beziehen kann, welche der Luft ihie sonstige Durchsichtigkeitrauben, so hat man Grund, auf diese Erscheinung Regen zu erwarten.

Watelet (Claude Henry), Genei aleinnehmer, Mitgl. dei franz. Akad. :c.,geb. zu Paris 1118, ward früh schon mitKunsir undWissenschaft durch eine glück-liche Erziehung bekannt, und durfte sich sorglos dieser seiner Neigung hingeben, dadas Glück ihn mit s. Gütern reichlich bedacht halte. Reisen vollendeten dieBildungs. Geschmacks. Er liebte die Gartenkunst über Alles; die herrlichen Anlagen vonMoulin-Ioli am Ufer der Seine waren Beweise seines Geschmacks. Er besangdiese von ihm gelabte und geübte Kunst auch in einem Gedichte, das aber nichtsAusgezeichnetes hat, als daß es den zarten Sinn des Dfs. verräth. Don s. Lehr-gedichte : ,Irt lle pkiliclik" (Amsterd. 11K1), läßt sich ungefähr Dass,lbe sogen.Er war Künstler und Gelehrter, sagt Marmontel, ohne jene glänzenden Talente,welche den Neid rege machen, sondern nur mit jenen glücklichen Anlagen, die Ach-tung gewinnen und theilnehmcndeFreunde vergnügen. Verbindet man damit eine