Watt
10 t
Tanälen u- a. Arbeiten Plane entwarf. Die umfassende Wichtigkeit, welche jetztdie Dampfmaschine, als der große Hebel der britischen Gewerbsamkeit, hat, verdanktsie allein W.'s Verbesserungen. Der zufällige Umstand, daß man ihm in Glasgow das Modell einer Dampfmaschine zur Ausbesserung gab, war die Veranlassung zudiesen großen Erfolgen. Er sah, daß bei der Maschine viel Hitze und folglich Feue-rungsstoff dadurch verschwendet wurde, daß man die Dämpfe in dem Cylinder ver-dichtete, worin der «kenipel sich befand. Dieser Cylinder von Gußeisen wurde durchdasselbe Wasser abgekühlt, welches die Dämpfe condensirte, und wenn frische Däm-pfe hereintraten, wurde viel davon verbraucht, erst den Cylinder wieder zu erhitzen.Um dieseVerschivendung derHihezuvermeiden, fiel er auf den Gedanken, daß beieinem hölzernen Cylinder dieser Nachtheil nicht stattfinden würde ; aber obgleich sichdies bestätigte, so war doch das Holz in andrer Hinsicht nicht ein tauglicher Stoff.Er kam nun auf den glücklichen Einfall, die Dämpfe in ein besonderes Gefäß über-gehen zu lassen, um sie zu condenfiren, sodaß der Cylinder nicht mehr durch kaltesWasser abgekühlt zu werden brauchte, und daher nicht mehr 3 Viertel der eingetre-tenen frischen Dämpfe verzehrt wurden, um demselben den nöthigen Hitzegrad zugeben. Damit war die große Verbesserung begründet, aber die Schwierigkeiten be-gannen nun erst für den Erfinder; denn obgleich er den Werth seiner Entdeckungeinsah, so kam es doch darauf an, Andre davon zu überzeugen und sich die Mittelzur Vervollkommnung zu verschaffen, was für W. bei seiner an Blödigkeit grenzen-den Bescheidenheit desto schwerer sein mußte. Endlich verband sich ein kenntnißrei-cher Mann, I). Roebuck, mit ihm, um das Unternehmen auszuführen, wozu jedochs. Mittel nicht hinreichten, und W. war im Begriff, s. Entwürfe aufzugeben, alsBoulton, der große Manufacturist in Birmingham , von der Erfindung hörte.Wenige Männer waren besser im Stande, den Werth der Entdeckung zu würdigen,wenige geneigter zu freigebiger Unterstützung, und noch wenigere hakten so viel Lünnfür große und schwierige Unternehmungen. Er zahlte Roebuck den geleisteten Vor-schuß, vergütete ihm s. Verlust und zog W. nach Birmingham . Noch waren großeSchwierigkeiten zu besiegen. Die gebräuchlichen Maschinen konnten nicht geändertwerden, und man mußte ganz neue erbauen, wenn die Bergwerksbesitzer die neueErfindung benutzen sollten. Boulton und W. erbauten ihre erste Maschine zuSoho bei Birmingham . Als Versuche über den Werth derselben entschieden hat-ten, wurden deren verschiedene in den Bergwerken zu Cornwall , wo die Steinkohlensehr theuer sind, angelegt, und W., der em Patent erlangt hatte, erhielt dafür denWerth von einem D> itktbeil.deS jährlich durch die Einrichtung s. Maschine erspartenKohlenbedarfS. Schon 1779 brachten die Brüder Perrier eine in -LtohoverfertigteDampfmaschine nach Paris , die bei der Wasserleitung angewendet werden sollte.Sie verfertigten nach diesem Muster einige andre mit vieler Geschicklichkeit; aberdieses untergeordnete Verdienst wurde von dem franz. Mechaniker de Prony in s.,,Geschichte der verbesserten Dampfmaschine" überschätzt, indem er ihnen die Erfin-dung beilegte, ohne W.'s Namen auch nur zu nennen. — Die Dampfmaschinewurde, ungeachtetjener wichtigen Verbesserung, bis 1780 nur zur Hebung des'Was-sers benutzt, und wenn man sie bei Mühlwerken benutzen wollte, mußte man das ge-hobene Wasser auf ein oberschlächtigeS Rad von der gewöhnlichen Art bringen, wo-bei viel Kraft verloren ging. W. erfand daher die zweite große Verbesserung, dieunmittelbar zu der Umwandlung der mechanischen Welt, und-ndlich zu dem großenErgebniß führte, daß jetzt, wie man berechnet hat, dieKraft von 3 Mill. MenschendurchDampfe ersetzt wird, und daß, was noch wichtiger ist, durch Dämpfe Wirkun-gen hervorgebracht werden, die durch kein andres uns bekanntes Mittel hervorzu-bringen find. Die Aufgabe war, eine wechselnde Bewegung in einedrehente zu ver-wandeln, um die Dampfmaschine zu Mühlwerken zu benutzen. W. war schon 1780mir diesem Entwürfe beschäftigt und verfertigte ein Modell, das nach dem Vorbilde