Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Watten

Waverley-Ncveum 105

des Mechanismus, einer Drechselbank, auf der Anwendung der Kurbel beruhte.Dieses Modell wurde ihm jedoch entwendet, und sitzte einen gewissen Rükards inStand, eine Mahlmühle in Birmingham durch Dämpfe zu kr.wen und darauf einPatent zu gewinne», wodurch W, genöthigt winde, die ursprünglich von ihm her»rührende Erfindung durch eine andre zu ersehen. Dies geschah auf eine höchst sinn-reiche Weise durch die sogen. Sonnen-, und Planetenbewezung. Auch hier zeigte sich,mit welchen -Schwierigkeiten Erfinder zu kämpfen haben, und daß bei Erfindungendie verwickeltste Lösung der Aufgabe gewöhnlich zuerst sich darbietet. Man durftenur das gewöhnliche Spinnrad zum Vorbilde nehmen, und nach vielen Beschwerdenund Kosten kam »lau endlich'auch dahin. Die Anwendung der Dämpfe zur Bewe-gung von Maschinen war jedoch, auch nach der Umwandlung der wechselnden Be-wegung in eine drehende, noch inimer unvollkommen, so lange die Stange des Stem-pels mit dem Hebel der Maschine mittelst einer Kette verbunden war, die diesewol Heraufziehen, aber nicht herabstoßen konnte. Durch eine der sinnreichsten Erfin-dungen, diesich jedoch ohne Zeichnung nicht deutlich machen läßt, gelang eöW., jeneBewegungen des Stempels immer in senkrechter Richtung geschehen zu lassen, ob-gleich das Ende dcSHebelS sich in einem Kreise bewegte. Die Maschine erhielt da-durch zugleich Genauigkeit und Sicherkell in ihren Bewegungen und wurde wenigerkostbar. -Lie verzehrte in tiefer vervollkommneten Einrichtung nicht nur einDritt-thcil Kohlen welliger als diealte, sondern alleTheste derselben, sowie derRaum, wosie aufgestellt war, waren kleiner und daher wohlfeiler. Während W. mit diesenVerbesserungen beschäftigt war, erfand er 1779 eine Maschine zum Copiren vonBriefen, die seitdem allgemein eingeführt worden ist. In den spätern I. s. Lebensüberließ er dieManufactnr s. Sohne, der sie in Gemeinschaft mitBoulton'S Sohnefortsetzte. W. starb als Mitglied der köuigl. Gesellschaft der Wissensch. zu London und der franz. Akademie d. 25. Aug. 1819, im 81. I., m s. Landhause zuHeakh-sield bei Birmingham . W.'S Bildsäule, vom Bildhauer Francis Chandler, wurde1827 zu Birmmgham errichtet, und ein andres Denkmal zu Handsworlh vomBildhauer Chantry.

Watten nennt man die seichten Stellen in der Nordsee längs der Küste vonNordholland bis zur Mündung der Elbe . Wegen der häufigen Sandbänke in derNähe deS festen Landes kann man diese Küsten nur mit einer gewissen Art Fahr-zeuge, Smacke», auch Wattenfahrer genannt, die vorn und hinten breitsind und nicht mehr als 6 Fuß tief ini Wasser gehen, beschissen. In Kriegszeitenwird diese Schifffahrt sehr benutzt, weil man dabei vor allen Angriffen der tiefer ge-henden Kriegsfahrzeuge gesichert ist.

W a v e r l e y-. N o v e l l e n (historische Romane). Der Autor dieser Ro-mane, welche die Theilnahme deSganzen gebiltetenEuropaunddeseuropäische,»Ame-rika auf seltene Weise erregt haben, hat sich erst seit Kurzem (23, Febr. 1827) ge-nannt. Auf tem Comment erschienen sie schon längst u. d. N. des schottischen Dich-ters S ir Walter Scott (s. d.)z allein in England herrschen noch inimer Zwei-fel, ob dieser niit dem berühmten Waverley-Autor identisch sei. Indeß sprach fürdie Identität des Dichters und Novellisten auch der Umstand, daß seit dem Erschei-nen derRomane dcrDiebter, früher nicht minder protuctiv als der Novellist, bis aufwenige, mehr den Charakter der Gelegenheitsgedichte tragende Schöpfungen, ver-stummt war. Daß Sir W. Scott , die Vaterschaft so geebrter Kinder bisher anzu-erkennen verweigernd, die an ihn erganzencn Fragen ausweichend beantwortete, er-klärt man aiiS dem Dorurtkeile, welches in England den Romanschreibern den nie-drigsten Platz in der literarischeu Republik anweist. Erst als der Verleger dieser Ro-mane, Constable in Edinbnrg, 1829 bankrutt wurde, erfuhr inan, daß der Verf.der Waverler-.Rsmane durch diesen Bankrutt fast s. ganzes Vermögen verlorenund sich nun gerichtlich dazu bekannt habe. — Der Autor der Waverlch-Novellen