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Weigel (Johann August Gottlob)
ren, die er an dieser Stelle war, bei bösartiger Masern- und Nervenfieberepidemiedie jungen Leute so glücklich durch, daß er keinen einügen Kranken verlor. Auchwar und ist er noch consultiiter Arzt bei der königl. Militärakademie in Dresden .In jenem Zeiträume, 1814 und 1815, erhielt er 2 Anträge: den ersten als Medi-cinalrath nach Merseburg , den zweiten als Medicinal- und RegierungSrakh nachMagdeburg . Allein er schlug beide Posten aus, weil er die im Kriege oft unterbro-chene Erziehung seines >LohncS nicht ferner stören und weil er den Drt nicht ver-lassen wollte, wo er Chef der Hospitäler gewesen war: eine Stelle voll Arbeit undVerdruß, für die er alle Besoldung auSgeschlagen und wo er jede dem Eigennützegünstige Gelegenheit mit Verachtung zurückgewiesen hatte. Der Kaiser v. Ruß-land und der König v. Preußen belohnten die ihren Kriegern erwiesenen Dienst»mit den Zeichen des Verdienstordens. Aber s. Gesundheit hatte in Folge von An-strengungen, Kränkungen und Unannehmlichkeiten so gelitten, daß er sich 1817entschloß, nach Neapel zu gehen, um dort die Seebäder zu brauchen. Dies war derGrund, warum er den mit sehr Vortheilhaften Auszeichnungen verbundenen Rufan den kaiserl. russ. Hof als Arzt 1817 ablehnte. Gekräftigt kehrte er von Neapel zurück und trat in s. nicht kleinen Wirkungskreis wieder ein, gab zu Schneider'sgriech. Wörterbuch, 1. Bd., Beiträge und die Erklärung der technischen Wörter,ward aber durch s. praktischen Arbeiten gehindert, die Zusätze zu dem 2. Bde. zuliefern, die jedoch noch folgen werden. Womit er, nur zu oft unterbrochen, sich 25Jahre lang beschäftigt, wozu er sehr Vieles auf Reisen gesammelt und zuletzt nochaus Meermann'ö Versteigerung einen trefflichen t'.ockex bomb,ein. erkauft hat— eine vollständige Ausg. der jammtl. 16 Bücher des Aötius —, das soll derSchlußstein seines literarischen Wirkens werden. 20.
Weigel (Johann August Gottlob), geb. zu Leipzig 1773, Bruder desVorigen, UniversitätSproclamator und Buchhändler zu Leipzig , besuchte dieNicolai-schule s. Vaterstadt und genoß Privatunterricht. 1789 fing er s. Lehrjahre in derGleditsch'schen Buchhandlung an, deren Geschäftsführer Leich, Bruder des Pros.Leich zu Leipzig , war, der eine gute Kenntniß von frühern, besonders gelehrten Wer-ken des Buchhandels besaß und deßhalb bei den Gelehrten in Ansehen stand.1793 übertrug ihm Leich unter s. Aufsicht die Leitung der ehemaligen Müller'schenBuchhandlung. Durch s. Bemühung verschaffte er ihr wieder Credit und hättesie wahrscheinlich wieder in die Reihe guter Buchhandlungen gebracht, wofernihm nicht nach s. Vaters Tote dessen Stelle als Auctionator bei der Universitätübertragen worden wäre. Im Januar 1795 trat er sein Amt an. Da er baldbemerkte, daß diese Stelle nur die nothwendigsten Lebensbedürfnisse sicherte, sofaßte er den Entschluß, aufs Neue in Leipzig ein antiauarischcs Lager zu errich-ten, indem diese Art von Buchhandel, die ehedeni so bedeutende Magazine besaß,fast gänzlich aufgehört hatte, woran unter Anderm die Aushebung der Kloster, dieehemals von Leipzig jährlich eine beträchtliche Menge Bücher bezogen, nicht wenigSchuld hatte. Bei diesem Entschlüsse fühlte er aber bald, wie sehr er die Kenntnißder Sprachen und die der ältern Bücher versäumt hatte, und es kostete ihm jahre-lange Anstrengung, das Versäumte nachzuholen. Bei dem Gefühl der Nothwen-digkeit gewann er zugleich eine solche Liebe für Erzeugnisse des frühern Buchhan-dels, daß er alle Zeit daraus verwendete, die ihm in freien Stunden von Berufs-arbeiten übrigblieb. Der Umgang mit Gelehrten, und namentlich mit dem Pros.Schäfer, war ihm sehr nützlich. Er kaufte in Leipzig und suchte sich in ganz Europa Verbindungen im Ein- und Verkauf zu verschaffen. Die Frucht dieser Bemühungist ein Magazin, das durch 31jührige Bemühung zusammengebracht worden ist,und das man durch den Katalog „,1pz-->ratus liieiariud" allerwärts kennt. Dop-pelte Anstrengung kostete dieses Unternehmen, da erst 1816 eine Zeit eintrat, woEuropa wieder beruhigt wurde. 'Bei den Verbindungen mit dem Auslande