Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Weigelianer Weigl

und den belehrten in Deutschland mußte W. leicht auf den Gedanken kommen,Bücher, und namentlich philologische, selbst ui verlegen. Er sah dabei wol em, daßbei neuen AuSg.derClassikerdie Herausgeber sich nicht ohne bedeu'enden AufwandMaterialien verschaffen konnten,und beschloß daher selbstSammlungen von Colla-lionen der Handschriften und eingedruckten Arbeiten der Gelehrte» über Schrift-steller anzulegen. Was darin geleistet worden ist, das zeigen die AuSg. des Lon-ginuS von Weiske, des EuripiteS van Matthiä, des Plato von Stallbauin, des<;>ulii>ni" vonSturz u. A. in. Die große Sammlung zu den griech.Bukclikern ist bis jetzt noch nicht benutzt worden. Zu s. bedeutender» Unterneh-mungen ist ferner der Böckh'sche Pindar und des EustatbiuS Commentar zumHonier zu zählen. Auf gleiche Weise ist dadurch der Apparat für die Sammlungder griech. Schriftsteller (in 61 Bdn.) gewonnen worden, die auf dem Titel vieleder erstern Philologen als Herausgeber nennt. — Nicht weniger sehenswerth alsdas Bücherlager ist W.'S Privatsammlung von Gemälden, Originalhandzeichnun-gen, Kupferstichen, Radirunge» der Maler und xylographischen Arbeiten; vonden letzter» deuten die „Nil », , piii,»-- um", die sogen, „lliilnii-, >. .Inl,.,i,iiU",die »i<u wüst',", das Fragment eines in Holz geschnittenen Donars, einandres ganz unbekanntes mitDarstelliingen aus der Passion u. s. w. aufden Reich-thum dieser Sammlung hin, die zu Leipzigs Merkwürdigkeiten gehört.

Weigelianer war der Name ein> .'Sekte schwärmerifcherMvstiker deS17. Jahrh., die sich vorzüglich in Obersachscn ausbreiteten. Ihr Stifter warValentin Weisel, Pfarrer zu Tfchopau im lachs. Erzgebirge , geb. 1633 Zu Gro-ßenhai» in Sachsen , gest. 1538, ein frommer, unbevcholtem e Mann und beliebterPrediger. Er hakte die Schriften des TheophrasiusParacelsns und Tanler'S gele-sen und glaubte darin geheinmißvolle Weisheit gefunden zu haben, die er in s. Er-bauungsbücher übertrug. Seine Schriften wurden erst lange nach s. Tode (1611— 21) von demCankor Weichert zu Tfchopau, Halle und Magdeburg herauSgeg.und erregten viel Aussehen, mehr als sie verdienten. Wir nennen s. „Kirchen-und HauSposull über die Evangelien"; „Principal und Haupttractat von der Ge-lassenheit"; „Das Büchlein vorn Gebet"; „Der güldene Grpff, d. i. Anleitung,alle Dinge ohne Irrthum zu erkennen, vielen Hochgelehrten unbekannt und dochallen Menschen zu wissen nothwendig" (1578, 4.). Er spricht in diesen Schriftenviel vorn ungeborenen innern Lichte, von der Salbung im Menschen, durch welcheman unterrichtet werden müsse, weil sonst alles andre Lehren und Unterrichten um-sonst sei. Daher nennt er auch dieTheologie, die aufUniversitäten vorgetragen wird,eine falsche; die wahre bestehe in der Erkenntniß seiner selbst, nämlich woraus,durch wen und wozu der Mensch geschaffen und geordnet fei. Er nennt alle Ge-schöpfe Ausflüsse des göttlichen Wesens. In Ansehung der Lehre von der Dreiei-nigkeit und von Christo hatte er von dem eigentlichen Lehrbegriff ganz abweichendeMeinungen; den Werth des äußerliche» Gottesdienstes setzte er sehr herab undschilderte die Geistlichen der protest. Kirche mit schwarzen Farben. Verschiedene s.Schriften wurden auf landesherrlichen Befehl 1621 zu Chcmnitz öffentlich ver-brannt, aber sie waren bereits in mehren Ländern verbreitet und hatte» ihm eineMenge Anhänger erworben, die unter verschiedenen Namen auftraten und zu langen,bisweilen ärgerlichen Streitigkeiten Anlaß gaben. Auch Jakob Böhme war einWeigelianer; aber mit Unrecht wurde Ioh. Arndt unter dieselben gerechnet.

Weigl (Joseph), ein berühmter Operncomponist, 1766 zu Eisenstadt inUngarn geb., wo sein Vater erster Violoncellist der sürstl. Esterhazy schon Capelle war, machte s. ersten musikalischen Studien zu K?rnneuburg unter Albrechtsber-ger's Leitung. Sein Vater, der ihn zum Studium der Medicin bestimmt hatte,war nicht wenig überrascht, zu entdecken, daß der Sohn schon in seinem 15. I.heimlich eine kleine Oper componirk hatte. Gluck und Salicri bewirkten, daß dieser