Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Weigl

erste Versuch vor dem Kaiser aufgeführt wurde, der auch das junge Talent auf-munternd belohnte. Mit desto größerm Eifer sehte W. fein Studium der Musikfort, ohne s. wissenschaftlichen Studien, die sich nun auf das Recht wendeten, zuvernachlässigen. Der TkudienpräseS van Swieten war s. großer Gönner, in des-sen Hause er die Werke der ältern berühmten Meister hörte und die größten musi-kalischen Geister seiner Zeit kennen lernte. Don nun an widmete er sich ausschlie-ßend der Musik, wofür Salieri's Rath auch den Vater gewann. Dieser edleMann nahm den jungen W. ganz in seinen Unterricht, den er ihm theoretisch undpraktisch ertheilte, und sorgte dafür, daß sein Lehrling noch 3 Jahre ihm als Ge-hülfe in der Operndirection zur Seite geseht wurde. Auch ließ er ihn verschiedeneVersuche in der Compofition für den Gesang machen, wohin auch die mit Beifallaufgenommene und belohnte Oper „I! per lar/.o" und einige GelegenheitS-eantaten gehörten. Der Kaiser Leopold verschrieb ital. Meister, welche für diekaiserl. Oper componiren sollten; unter diese gehörte Cimarosa . W. erwarb sichbald dessen Gunst, und dies bewirkte ihm eine Gehaltszulage und die Aussicht, aufkaiserl. Kosten nach Italien zu reisen. Aber Kaiser Leopold starb. W-'s 3. Oper,die er damals geschrieben: „N-, Principen ,l'^»,o1ii", erhielt großen Beifall.Unter Kaiser Franz blieb er Capellmeister der ital. Oper, doch componirte er auchfür die deutsche Oper unter des Barons Braun Djrection Opern und Ballete.Unter seinen damaligen Opern gefielen „(Unlictia o l'ierniw", „I nolitarz",„l.Auon «».ori».-,,,'" (auch deutsch : „Der Corsar aus Liebe") und die deutscheOperette: „Das Dorf im Gebirge". Durch seine Oper: „I.'ui,ilor,»e" (spä-ter ins Deutsche übertragen: „Die Uniform "), erwarb er sich der Kaiserin Ma-ria Theresia Schutz und Gunst, welche bei der Aufführung zu Schönbrunn selbstdie erste Partie sang. Auch mußte er mehre Opern (z. B. „U Principe invisi-bile"), Gelegenheuscantüten und Oratorien („>.» prieme" und „I.-> rcsuier-7Ü-»ie >IeI >>. 6. dAiiü <..") componiren. Durch Ablehnung eines Rufes nachStuttgart erhielt er lebenslängliche Anstellung in Wien . Unter der neuen Dirreckion der Hoftheater führte er s. Oper „Kaiser Hadrian" auf, welche im Aus-lande mehr Glück als in Wien machte. Kurz daraus componirte er die lieblichekleine Oper „Adrian von Ostade". Indessen erhielt er einen Ruf nach Mailand ,um daselbst 2 Opern zu schreiben. Dieses ivaren die neris: „s'.leopotrn" und die<!;>< >., ünllü: „ll livuic >!i 5e iitc-i.'io" („Liebhaber und Nebenbuhler in eignerPerson"). Er schrieb sie 180st in Mailand und machte mit der letztem kurore.Den Antrag, Director des ConservatoriumS zu werden, lehnte er ab und kehrtenach st Monaten nach Wien zurück. W.'s musikalischer Charakter eignet sich imGanzen mehr für das Heitere, Einschmeichelnde, als für das Glänzende und Große.Man kann m seinen Werken 2 Manieren unterscheiden. Die frühern zeichnetensich durch einen frischen natürlichen Reiz und fröhlichen Glanz der Melodien aus,was ihren Erfolg in Italien vorzüglich bewirkte. Hierher gehören vornehmlich s.„i'rincii'kL-iu >l'.Vn,.,!ii", s. ,Ii>><>, inurin.uci" („Der Corsar aus Liebe"), dieschöne Musik der „Uniform", nebst mehren reizenden Balletinusiken. Eine neueManier, deren Charakter eine weicbe, einschmeichelnde Sentimentalität ist, fin-det man in der Oper: „Das Waisenhaus", welche er gleich nach seiner Rückkehrnach Wien (1808) schrieb, in der beliebten „Schweizerfamilie" (1809), dem „Ein-siedler auf den Alpen ", „Francisca von Foix", eine nicht nach Verdienst bekannteOper, und dem „Bergsturz von Goldau" (1812), welche eine besondere Art derRührungsoper auf der deutschen Bühne einheimisch und den Componisten einigeZeit zu einem Lieblinge des deutschen OpernpublicumS machten. K. M. v. Webernannte diese Manier eine weichliche, flüssige und kenntnißreiche Sammemiolerei,womit Lob und Tadel zugleich ausgesprochen sind. In diese Zeit gehören fernersein Singspiel: „Die Jugend Peters des Großen", und die bei einem zweiten Rufe