Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
Seite
140
JPEG-Download
 

1-jO Weihbischof Weihnachten

nach Mailand componirte Oper „INmbvii'at»" und die Cantate „II rlinrno>t welche viel Beifall fand. Später entstand das liebliche kleine Sing-,

spiel „Nachtigall und Rabe" und die Oper „Margarerha von Anjou". Seineneuesten Produclionen sind die große ernsthafte Oper: „Daal'S Llurz" (1820),in welcher er, nach v. Mosel'S und a. Kenner Urtheil, gereizt hat, daß auch diehöhere dramatische Musik nicht außer dem Bereich s. Kunstfähigkeit liege. Lie istaußer Wien , wo sie ungememen Beifall erhielt, nicht auf die Bühne gekommen,wahrscheinlich wegen der großen Schwierigkeiten in der Lcenerei. Sein neuesterVersuch in der romantischen Gattung in der Oper: „Die eiserne Pforte" (1823),hat auch in Wien keinen glücklichen Erfolg gehabt. Seinen musikalischen Charak-ter bezeichnet der obengen. Meister und Kunstrichter (in der „Abendzeitung", 1817,St. 13-1) sehr gut. Er gesteht ihm eine ungemeine Fülle schmeichelnd eindringen--der musikalischer Zdeen und jene Reinheit und Gediegenheit der musikalischenSchreibart zu, welche durch Mozart's und Haydn's Werke in der wiener Musik-schule vorzüglich herrschend geworden sind. Hervorstechend, seht er hinzu, ist beiW. die Neigung zu ungeraten Taktarten, die Stimmführung der Violine in denhöhern Anlagen, und das Ltreben, jedes Musikstück möglichst melodisch abgerundetzu geben, und mehr dadurch als durch die höchste Richtigkeit und Wahrheit desDeelamatorische» die scenische Federung zu erfüllen. Vielleicht entwickelte sichdies aus den vielen Balletmusiken, die er zu schreiben veranlaßt wurde. Dem Geisteder ernsten dramatischen Gattung scheint sich sein Talent nicht gern zu schmiegen,und s. „Hadnan" trägt keineswegs den Ltempel der Größe, die dieser Stoff zuverlangen berechtigt ist, weshalb er auch keine sehr beachtete Aufnahme in der Mu-sikwelr fand. Dagegen hat man Oratorien von ihm (z. B. ,P-> p-,.-Nu,w <1,Oeiü"), die würdevoll und meisterhaft geschrieben sind. Für die Kammer hat erwenig geschrieben. Erwähnung verdient, daß er sich bei den Opern, die s. Theil-nahme zu erregen wissen und deren Leitung er übernimmt, als trefflicher Direcwrauszeichnet. Doch macht man ihm den Vorwurs, daß er neuern deutschen Coin-ponisten den Eingang auf die Buhne sehr erschwert. S. „Zeitgenossen", XVII.

-— Zos. W.'s Bruder, Thaddä, ist Musikalienhändler in Wien und hat leichteMusiken componirt.

Weihbischos ist ein hoher Geistlicher der kathol. Kirche, der zum Bi-schof geweiht worden ist, jedoch kein wirkliches BiSkhum besitzt, sondern nur denTitel von einem — gewöhnlich in Griechenland oder in der Levante gelegenen —ehemaligen bischöfl. Sitze erhält, folglich nur Bischof i>> ,>.->>tisins i»ti,it-liu»>,übrigens einem Bischof oder Erzbischof an die -Leite gestellt ist, dessen geistliche Ge-schäfte er verrichtet. Nur die Fürstbischöfe in Deutschland hatten zu diesem ZweckeWeihbischöse an der Seite, weil sie selbst mit der Regierung ihrer Länder beschäftigtwaren. Doch gibt es auch bei solchen Bischöfen, die nicht weltliche Regenten sind,Weihbischöfe, um in Erledigungsfällen das bischöfl. Amt zu verwalten.

Weihe, s. Ordinarien.

Weihkessel, s. Weihwasser.

Weihnachten, das Fest der Geburt Christi , wurde in den ersten Jahr-hunderten der christlichen Kirche nicht gefeiert, da die christliche Sitte überhauptlieber den Tag des Todes merkwürdiger Personen als den Tag ihrer Geburt aus-zeichnete. Daher war die Feier der Gedächtnißtage des Märtyrers StephanuSund der zu Bethlehem ermordeten unschuldigen Kinder schon im Gange, als, wahr-scheinlich im Gegensatze gegen die von der Geburt Christi unwürdig lehrenden Ma-nichäer, ein Kirchenfest zum Andenken dieser Begebenheit im 4. Jahrh, aufkamund im 5. Jahrh, in abendländischen Kirchen für immer auf das altrömssche Festder Lonnengeburt (25. Dec.) gelegt wurde, obschon über den Tag, an welchemChristus geboren worden, zuverlässige Nachrichten fehlten. Zn den Morgenlän-