Wcikard
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Weihwasser
dei n hielt man Weihnachten erst am 6. Jan. Aus dem Evangelium Lucä wußteman, daß die Geburt Jesu zur Nachtzeit geschehen sei, und veranstaltete daherGottesdienste in der'hierdurch geweihten Nacht vorn 24. zum 25. Dec., woherspäterhin bei uns der Name Weihnachten entstand. Man vereinigte die Gedenk-tage des Märtvrers Stephan«? und des Evangelisten Johannes mit Weihnachten,lind machte es so zu einem Ztägigen hohen Feste. Es bildet in den heiligen Zeitendes Kirchenjahrs einen besondern Abschnitt, denWeihnachtscykluS, zu dem dieTage vonr ersten Adventssonntage bis zum Feste der Erscheinung Christi (6. Jan.)gehören. Die Sitte, dies Fest durch gegenseitige Freudengeschenke auszuzeichnen,ist allerdings heidnischen Ursprungs und von den Gebräuchen, welche bei den umdiese Zeit des Jahres gefeierten ^aturnalien und Tagen des SonnenfesteS üblichwaren, abzuleiten, aber durch schöne christliche Deutung längst geheiligt. Zn derFeier des Weihnachtsfestes stimmen jetzt alle christliche Kirchen überein, nurwurde sie in einigen protestantischen Ländern (Preußen, Braunschweig und Sach-sen-Alkenburg) gleich den andern hohen Festen aus 2 Tage eingeschränkt. 1..
Weihwasser wird das in den am Eingänge und an schickliche» L)rten imSchiff katholischer Kirchen befestigten Weihkeffeln oder Becken enthaltene geweihteWasser genannt, mit dem die Ein - und AuStretenden sich zu besprengen pflegen.Religiöse Reinigungen vor dem Anfange goktesdiensilicher Handlungen waren undsind bei den Juden und Heiden gebräuchlich, denn zum Gebet erfodert die frommeMeinung unk Sitte reine Hände. Als Nachbild des ehernen Meeres am jüdischenTempel wurde seit dem 4. Zahrh. auch ani Eingänge jeder christlichen Kirche einWasserbecken angebracht, worin die zur Andacht Eintretenden sich die Hände wu-schen, doch erst seit dem 6. Jahrh, pflegte man das Wasser dazu besonders zuweihen und dem Gebrauche desselben heiligende, ja wundervolle Kräfte beizu-niessen: ein Glaube, von dem sich die noch jetzt zu Rom übliche Besprengung derHausthiere mit Weihwasser an einem bestimmten Festtage herschrcibt. Die griech.Kirche hat den von den Protestanten nicht beibehaltenen Gebrauch des Weihwassersmit der katholischen gemein. b..
Weikard (Melchior Adam), k. russ. Etatsrath, oranien-nassauischerGeh.-Rath, Direckor des MedicinalwcsenS zu Fulda , und Mitgl. mehrer gelehrtenGesellschaften, war am 25.Apr. 1542 zu Rämmershag im Fultaischen geb. FrüheKränklichkeit und durch Verwahrlosung entstandene Verunstaltung s. Körpers hin-derten ihn anfangs am Lernen. Zn Hamelburg genoß er den Schulunterricht,und ein handschriftliches Werk über älutrii.-, „„-«lirr,, welches ihm zufällig in dieHände gerieth, gab ihm den ersten Antrieb, die Medicin zu studiren und Kräutereinzusammeln. 1558 kam er nach Würzburg auf die Universität, machte den phi-losophischen CursuS und ging dann zu den medicinischen Studien über. 1564 ließer sich eraminiren und die Licenz ertheilen, späterhin aber zu Fulda zum Doctorpromoviren. Nach geendigten Studien erhielt er das Phvsikat zu Brückenau , undwurde besonders für den Curort bei Brückenau bestimmt, der aber damals noch un-bedeutend war. 1550 ward er als zweiter Leibarzt nach Fulda berufen, und er-hielt nach der Abreise des ersten Leibarztes, der zugleich Professor war, auch eineProfessur. Seine erste Laufb'ahn in Fulda war voll morgen und Kummer, wasviel zur Vermehrung seinerKränklichkeit beitrug und besonders eine krankhaft erhöhteEmpfindlichkeit seines Nervensystems begründete, die ihn nie ganz wieder verließ.Zn dieser Lage schrieb er den „Philosophischen Arzt", ein Buch, welches ihn, inder Folge viel Unannehmlichkeiten zuzog. Es wurde verboten, dessenungeachtetaber einige Mal neu aufgelegt. 1584 folgte er einem Rufe nach Petersburg alsHofarzt, wurde bald nach seiner Ankunft daselbst zum Kammcrmeticus ernannt,und konnte bei der Toilette der Kaiserin in die Anrichambre gehen, wie der Leibarztund Leibchirurg. Auch schenkte ihm die Kaiserin 10,000 Rubel zum Ankauf eines