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Zwölfter Band. W bis Z.
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144 Weimar (Großherzogthum)

verwandelt, und ihm 1809 noch das Rectorat des Gymnasium-«, Progymna-siums und der Primairclassen übertragen, sodaß er Director aller Lehranstalten derHauptstadt war. 1808 gab ihm der König als einen besondern Beweis seinerGnade das Ritterkreuz des CivilverdienstordenS der bairischen Krone. Seinevielen Geschäfte hinderten ihn nicht, seine „Ideen zur Geschichte der Entwickelungdes religiösen Glaubens" (I.THl. 1808, 2. Thl. 1812, 3. Thl. 1814), und ei-nen „Grundriß der Geschichte derPhilosophie" (1813), neben den jährlichen Stu-dienberichten und a. Abhandlungen erscheinen zu lassen. Eine neue Auszeichnungward ihm dadurch zu Theil, daß ihn der König 1812 zum Lehrer der Philosophiebei dem Prinzen Karl ernannte, und 1813, wie die übrigen Ritter, der Atels-matrikel einverleibte. Außer mehren pädagogischen Abhaiidl. sind von ihm nocherschienen: „Grundlegung der Psychologie" (1817); „Tugendlehre " (1817).In den Schulreden und in den akademischen Abhandl. dieses ausgezeichneten Leh-rers (z. B. „Tugend die höchste Kunst", 1816; „Über die Ethik als Dynamik",1821, 4.; viele sind in den „Kleinen Schriften" desselben, 3 Bdchn., 1821— 26, «niedergedrückt worden) erkennt man das Bild eines thätigen, stetsfür edle Zwecke wirksamen und gegen alles Verderbliche kämpsenden Lebens. Waser meisten? bei feierlichen Anlässen vortrug, entsprang aus lebendiger Anschauungund ergriffenem Gemüthe. Er erklärte sich mit Ernst gegen mehre Mißgriffein der Erziehung und dem Unterrichte. Insbesondere drang er auf Entwickelungder Vernunft und ein gereinigtes, wahrhaft evangel. Christenthum. Bigotterie,Aberglaube, Frömmelei, Werkheiligkeit und Möncherei bekämpfend, nannte erden IesuitlSMuS öffentlich ein Institut für Volkstäuschung und Gesetzlosigkeit.Ausgezeichneten Werth hat seine Abhandlung „Über die religiöse Aufgabe unsererZeit" (1819), und „Das Christenthum in seinem Verhältnisse zur Wissenschaft"(1820). In s. letzten merkwürdigen Schrift: „Der Geist des ältesten Katholi-cismus, als Grundlage für jeden spätern" (Sulzbach 1824 , hat K. v. W. dasursprüngliche Christenthum als die allein wahre Universalreligion philosophisch dar-gestellt; er beschreibt es als die Kraft desGlaubens, der Hoffnung und der Liebe.Es konnte nicht fehlen, daß ein solcher Mann den Vorstehern der Kirche mißfiel.Herr v. W. wurde 1823 seiner Skutiendirection enthoben und zum Geheimeurakh,sodann an Schlichtegroll's Stelle zum Generalsecretair der k. Akademie der Wissen-schaften (u München ernannt. Von dieser Stelle nachher entlassen, starb er am23. Juni 1826. Sein letztes Werk ist: „Charakterschilderungen seelenoroferMänner, nebst derBiographie des verstarb. DftS., von einem s. Schüler" (Mün-chen 1827). Von s. „Kleinen Schriften" erschien das 3. Bdchn. (Passau 1826)auch u. d. T.: „Vermischte Reden und Abhandlungen".

Weimar (Sachsen-Weimar und Eisenach ), ein Großherzogthumin Obersachsen, welches aus den Provinzen Weimar (wozu jetzt auch der größteTheil des ehem. königl. sächs. neustätter Kreises mit 88,670 Einw. und der Krst.Neustadt a. d. Orla mit 4000 E. gehört) und Eisenach besteht, und auf 67 s^jDc.227,000 E., darunter 335 Protestant. Geistliche bft 519 Kirchen, 9512 Katho-liken (sie besitzen 10 Pfarrkirchen, 7 Filiale und 6 Capellen), 6400 Reformirte,1231 Juden, in 30 Städten, 12 Marktfl. und 608^ Dörfern und Weilernzählt. Der Boden ist mehr bergig als eben und in manchen Gegenden auchsteinig, doch im Ganzen fruchtbar. Ein Theil des ThüringerwalteS und desRhöngebirgeS durchziehen das Land. Die Eneugnisse bestehen in den gewöhn-lichen HauSthieren, Wildpret aller Art, Fischen, Getreide, Gartengewäch-sen, Obst, Flachs, Hanf, Rübsamen, etwas Wein an den Üfern der «aale,vortrefflich bewirthschafteten Waldungen, Silber, Kupfer, Eisen, Kobalt, Braun-kohlen, Quader-, «and-, und Schiefersteinen, Marmor, Alabaster, Gyps,Kalk, Salz und einigen Mineralwässern. Die Gcwerke beschränken sich vorzüg-