Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wein

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welcher 8 Zeitschriften erscheinen. Falk'S (s. d.) Anstalt für vernachlässigte Kin-der wurde 1829 vom Großherzog, u. d. 9). Falk scheS Znstituk, in eme öffentlich«Erziehungsanstalt verwandelt und mit dem Landes-Waiseninstituke verbunden.Außer einer Metall-, einer Spielkartenjäbrik und einigen Stühlen in Wolle gibt eshier wenig Gewerbzweige. Eine halbe Stunde von der Stadt liegt auf einem Hü-gel, wohin eine schöne Allee führt, das Lustschloß Belvedere mit einem reizendenParke, und etwas näher das DorfTieffurth niit freundlichen Anlagen. S. >>. K.(öwäbner: „Weimar , die Stadt, nach ihrer beschichte und ihren gegenwärtigenVerhältnissen", mit 12 Ansichten (Erfurt 1829).

Wein, ein Pfianzengeschkecht, welches mit seinen 12 Arten in die 1. Ord-nung der 5. Classe gehört. Der gemeine Weinsiock, welcher allenthalben bei unswächst, ist durch die Cultur nach und nach in eineMenge von Spielarten verändertworden, die theils aus Same», theils durch Klima, Boden und Behandlung er-zeugt worden sind. Das Vaterland und die ursprüngliche Sorte des Weins weißman nicht mit Gewißheit anzugeben, doch scheint das gemäßigte Asien seine Hei-math, und er von dort nach Griechenland, Italien, Frankreich und dem übrigenEuropa gekommen zu sein. Gegenwärtig ist er in allen Welttheilen verbreitet.Am besten gedeiht er in den gemäßigteil Ländern, innerhalb des 32. und 50." N.Br.Suteuropa, mit Einschluß von Süddeutschland , liefert eine Menge köstlicherWeine; so auch die Canaren und das Cap. In den europäischen Weinländern:Griechenland, Ungarn, Italien, einigen Theilen der Schweiz, Frankreich, Spa-nien, Portugal, und in Deutschland im Obcröstreichiscben, in Franken, Schwa-ben und am Oberrhei», beschäftigt der Weinbau im großen wenigstens ebenso vieleMenschen als der Ackerbau. Außer Boden und Klima hängt ungemein viel von derPflege des Weinstocks und der Behandlung des Mostes ab. Aur Anlegung einesWeinbergs wählt man in Deutschland die Sonnenseite eines Berges oder Hügels;auch können schickliche Ebenen dazu dienen. Ein lockerer, mehr sandiger als leh-miger Boden ist am wünschenowerihesten. Die jungen Weinstöcke gewinnt mangewöhnlich durch Absenker oder Fechser, wozu man im Frü> jähre an aljen Stöckeneinjährige, gesunde, gehörig reise und lange Reben, die keine Rebenzweige haben,auswählt. Diese werden heruntergezogen, neben dem alten Stocke einen halbenFuß rief so eingelegt, daß die Spitze um einige Zoll hervorragt, und im Herbste,nachdem der Schößling stark getrieben und sich gewurzelt hat, vom Stocke getrennt,worauf man die Senker verschneidet, in Sand eingeschlagen im Keller aufbewahrtund im Frühjahre pflanzt. Will man die jungen Reben aus Samen ziehen, soleitet man, um guten Samen zu gewinnen, einige Mit schönen Trauben verseheneReben in ein geheiztes Zimmer, wo man die Beere» so lange reise» läßt, bis sieganz einschrumpfen. Die an der Luft getrocknete» Samenkörner werden in ein mitErde gefülltes Gefäß einen balben Zoll tief, und mit Zwischcnräumen von 5 Zollen,gepflanzt, und die jungen Pflanzen von Zeit zu Zeit in größere Gefäße versetzt, bisnach 2 oder3Jahren der Stamm sich über der Wurzel ledergelbfärbt, wo sieden»zum Versitzen gut sind. Plan setzt die Weinstöcke, nachdem der Boden gehörigdazu vorbereitet worden, in regelmäßigen Reihen und i» Zwischrnräumen von 4 Fuß.Im 3. Jahre zeigt sich bereits einiger Ertrag. — Ein Weinberg crfodert viele Arbeitund sorgfältige Abwartung. Das erste Geschäft nach der Weinlese ist das Aus-ziehen der Pfähle, woran die Fruchtreben gebunden sind, welches mir Behutsam-keit geschehen muß. Darauf folgt das Bedecken der Reben an einigen Stellen mit4 — 6 Zoll Erde, um sie vor dem Froste zu schützen. Indeß geschieht das Bedeckenselbst in Deutschland nicht allenthalben, da die Weinsiöcke der gewöhnlichen Win-terkälte (bis 18' R! aumur) auch ohnedies widerstehen, und ungedeckte Weinbergebessern und starker» Most liefern. Im Frühlinge werden die Reben zunacbst cm-poi gezogen. Gewöhnlich wird jährlich ein Drincl des Weinbergs geeinigt und