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Wein
hauptsächlich die Reben, welche durch Ablenken und Fechsermacken in klein«Gruben tiefer in die Erde gedrückt wei den, dergestalt, daß nun ein Stock m 2 oderL gleichsam verjüngte Stöcke zerlegt wird. Hierauf folgt, wenn keine starkenFröste mehr zu erwarten sind, aber auch der Saft noch nicht zu stark in Bewegungist, das Schneiten oder Verschneiden, welches eine genaue Kenntniß des Wein-stocks crfodert, um die tragbaren und gesunden Reben von den unnützen und schad-haften zu unterscheiden. (Kecht in Berlin hat vor mehren Zähren eine besondersin Weingärten höchst vortheilhafte Meihode des Schnitts und der Behandlung derReben angewendet und in einer kleinen Lchrift bekanntgemacht. Er bezweckt da-durch »ine für unser Klima sehr erwünschte zeitigere Blüthe und einen ungemeinreichlichen Ertrag.) Dem Stocke werden nur 4 , höchstens 5 gute, starke Rebengelassen, und an die inzwischen gesteckten Pfähle gebunden. Hierauf wird derWeinberg geräumt, d. h. die Erde um den Stock bis auf die Wurzel gelockert undauf der abhängigen »Leite ein kleiner Damm aufgeworfen, damit die Feuchtigkeitnicht zu schnell abstießt. Zeigen shch schädliche Znsekten, wohin besonders der Mai-käfer, Weinrebenrüsselkäfer und die Larve desselben, feiner verschiedene Raupengehören, so muß man deren Vertilgung möglichst zu bewirken suchen. Zu An-fange des Zuli folgt das Hacken. Dann werden die neugerriebenen Reben ange-bunden. Die geilen und schlechtern Triebe bricht man erst nach dem Verblühen ab,>v«il man bemerkt hat, daß die noch vorhandenen Blüthen sonst abfallen. Alsdannwird der Boten wieder gehackt. Das nächste Geschäft besteht in dem Niederziehen,d. h. einer bogenförmigen Unibeugung der längsten jungen Reben, um sie den Son-nenstrahlen desto besser auszusetzen und vor dem Winde zu verwahren. Zst hier-auf der Boden nochmals aufgelockert, und sind die überflüssigen Triebe und Ran-ken vollends abgeschnitten worden, so rückt nun endlich die letzte Arbeit, dieWeinlese, heran. Die Obrigkeit bestimmt die Zeit derselben. Merkmale derrechten Reife sind, wenn der Stiel der Traube sich bräunt, diese schlaff herunter-hängt, die Beeren weich, durchsichtig und dünnhäutig werten, sich leicht ablösenlassen, häufigen, süßen, dicken und klebrigen Saft enthalten, und ihre Kerne leervon leimigem Wesen sind. Als vorbereitende Arbeit zur Weinlese ist das Herbei-schaffen und Znstandsetzen der erfoderlichen Werkzeuge und Gefäße anzusehen, als:Lesezuber, Tragbutten, Weinbutte», Kelter (Presse), Kufe», Butten, Bot-tiche, Trichter und Schläuche zar Auffassung des Mostes. Alle werden, soweites nöthig ist, frisch gebunden, ausgebniht und geschwefelt. Man muß bei derLese selbst wo möglich den starken Thau erst abtrocknen lassen , und Regentage wieüberhaupt Nässe vermeiden, die auf die Güte und Haltbarkeit des Weins späterNachtheil,gen Einfluß hak. Was den Tag über gelesen worden, wird wo möglichnoch am Abend gekeltert; über 2 Tage darf man nicht damit warten. Sorgfäl-tiges Absondern der reifern und bessern Trauben von den weniger reifen und gutenist dabei von großem Nutzen. Das Keltern besteht in dem Trennen der Beeren vomKamme, was auf mancherlei Weife in den verschiedenen Gegenden zu geschehenpflegt, am gewöhnlichsten durch Zerstampfen; dann in dem Zerquetschen der Bee-renmasse auf der Presse. Zst die Beerenmasse so rein als möglich ausgepreßt wor-den, so gießt man auf die Trestern warmes Wasser und preßt sie nochmals, wo-durch man einen HauStrank erhält, der gegohren oft gar nicht übel schmeckt. Derausgepreßte Saft heißt bis zur nächsten Lese Most; dann wird er Dirnich,Dirnewein, genannt. Auf dem Fasse erfodert der Wein fortdauernd einesorgfältige Behandlung. Außerdem läuft man Gefahr, Laß er auf eine oderdie andre Weise verdirbt. Zu den Krankheiten, welchen der Most und Weinauf den Fässern ausgesetzt ist, gehört das Zäh- oder Schleimigwerden, wobeizugleich der Wein an Farbe, Geruch und Geschmack verliert; Las Kahnigtwer-bm, wob« ei» dünner Schimmel auf dem Weine erscheint; das Abfallen, wo-