Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wcißcnthurii

der in 6 fahr en 5 Mal aufgelegt wurde, ohne die verschiedenen Nachdrücke in An-schlag zu bringen. Als Fortsetz. dieses Werks erschien der „Briefwechsel der Familiedes Kinderfreundes". Diese Iugendschriften sind die schönsten Blumen in W.'sSchriftstellerkranze, durch sie hat er sich die wahre Unsterblichkeit, die des nützlichenWirkens, erworben. Sein pädagogischer Ruf wurde dadurch sehr verbreitet, undman wendete sich, sowie vorhin an seinen vertrauten Freund Geliert, von allen Or-ten her an ihn, um durch s. Empfehlung Ersteher der Jugend Zu erhalten. Auch aufdiese Art hat W. zur Bildung der Jugend beigetragen und das Glück manches jun-gen Mannes befördert. Diese Verbindungen veranlaüten s. ausgebreiteten Brief-wechsel, den nur ein Mann von s. Thätigkeit unterhalten konnte, und der erst durchseinen Tod, 1804, unterbrochen wurde. W. war ein heiterer, edler, wohlwollenderMann, der in jeder Rücksicht die Achtung, die ihm von allen Seiten zu Theil wurde,verdiente. „Lustspiele" (Lpz. 1183, 3 Bde.); „Komische Opern" (Ebend. 1117,LBde.); „Lvrische Gedichte" (Eb. 1112, 3 Bde.). Er hat sich selbst mit vielerAufrichtigkeit geschildert in der „Selbstbiographie ", herausgeg. von C. E. Weißeund S. G. Frisch (Lpz. 1806). — 1826 feierte man in Annaberg und in Leipzig ,wo sein Sohn, der OberhofgerichtSrath l>. W., als Forscher der deutschen undsächsischen Geschichte geschätzt, ei» würdiges Mitglied der Universität ist, seinenGeburtstag, und durch Sammlungen wurde eine Schule für arme Kinder inAnnaberg u. d> N. der Wcißensstiftung besonders aus Anregung des Diak. Schu-mann in Annaberg errichtet.

W e i ß e n r h u r n (IobannaFranulv.), ausgezeichnet durch ihrTalent alüSchauspielerin und dramatische Schriftstellerin, ward 1113 zu Koblenz geb. DerTod ihres Vaters, des Schauspielers Benj.Grünberg, versetzte sie mit ihrer Mutterund 6 unmündigen Geschwistern in die hulfloseste Lage. Um ihrer Familie einen an-ständigen Unterhalt zu sichern, verband sich Johannas Mutter in zweiter Ehe mitAndr. Teichmann aus Eisenach . Dieser benutzte das Talent der Kinder und führtedie danials beliebtesten Stücke aus Weiße'S „Kinderfreund" auf. Johanna, die als dieälteste Tochter bald aus den Markt, bald in die Küche, bald zu -Linz -, Schauspiel -und Balletproben, bKo an das Krankenbett einer jüngern «chwester gerufen wurde,konnte sich keine nützlichen Dorkenntnisse erwerben, selbst die unentbehrlichsten nicht.Auf der Bühne war sie bald Knabe, bald Mädchen, bald Bauerndirne, bald Prin-zessin; sie sang und tanzte, während sie im Hause das für Alles sorgende, kaum10jährige HauSinütterchen blieb. Dazu kam noch, das; ste täglich ihren Geschwisternnicht nur die Kopfe zu frisiren, sondern auch für Das zu sorgen hatte, was diese Köpfedenken und aus der Bühne wissen mußten. Diese Thätigkeit in ihrer Jugend hatJohanna später oft als ihre beste Lehrmeisterin gepriesen. Johanna war 14 I. alt,als der Graf v. Serau, Intendant des Münchner Hoftheaters, sie die Blondine imMelodrama gl. N. spielen sah und ihr ein Engagement in München antrug. «rienahm es an; da sie jedoch als unerfahrenes Mädchen mit vielen Hindernissen zukämpfen hakte, so folgte sie 1189 einer Einladung ihres Stiefbruders nach Baden bei Wien . Kaiser Joseph ll., gegen den man ihres Spiels lobend erwähnt hatte,ließ sie durch Brockmann bei dem Hoftheater anstellen und besuchte das letzte Malvor seinem Tote das Schauspiel, als sie in Wien auftrat. Hier kam das 16jährigeMädchen neben einer Adamberger, Sacco und Stephanie in den Hintergrund zustehen, bis sie durch das Ableben dieser Frauen nach und nach in den Besitz aller er-sten Liebhaberinnen kam. Erst dann, als sie in ein älteres Rollenfach überging, tratsie den ersten Platz an Mad. Schröder ab, von der sie wol im künstlichen Kraft-aufwand und in gewagten Einzelheiten, aber nie in weiblicher Zartheit und Natür-lichkeit übertreffen wird. Es verdient Erwähnung, daß sie 1809 auf dem Schloß-theater zu Schönbrunn vor Napoleon die Phädra spielte. Während der Vorstellungäußerte Napoleon , der das ftanz. Original nachlas, er habe nicht geglaubt, daß die