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Zwölfter Band. W bis Z.
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Weißes Meer Weihe!

tragischeKunst in Deutschland solche Fortschritte gemacht habe, und ließ der Kunst-,lerm ein Geschenk von 3000 Franken yistellen. Im 2. Jahre ihres?IufenihaltS inWien heirathete Johanna den Hin. v. Weißenthurn, der aus einer Patrizierfamiliein Fiume und Eassirer des Arnstein 'schen Handlungshauses war. Ihr besseresSchicksal benutzte sie jetzt, um sich in wissenschaftlicher Hinsicht alles ihr Fehlendeanzueignen. Das Talent zurSchriftsiellerin entwickelte sich bei ihr erst im 25. I.und zwar aufVeranlassung einer Wette. Nach einem Plane, den man ihr vorlegte,schrieb sie in 8 Tagen das Trauerspiel: „Die Drusen". Man hat ohne Grund be-hauptet, daß sie bei ihren Arbeiten die Mitwirkung ihrer Freunde nöthig gehabthabe. In manchen Fallen war ibre Autorschaft selbst den vertrautesten Umgebun«gen ei» Geheimniß. Frau v. W. ist die fruchtbarste dramatische Schriftstellerin;ihre bis jetzt gesammelten Schauspiele sind in 12 Bdn. erschienen: „Schauspiele",Wien 1810, 6 Bde.; „Neue -Lchauspiele", Wien u. Beil. , seit 181' sg. Fast allesind aus den Bühnen Deutschlands aufgeführt worden und zeichnen sich oft durchglückliche Erfindung, Ausführung, reine Sprache, richtige Charakreneichnung, Witzund Laune aus. „Der Walt bei Hcrmannstadt" und viele andre Stücke von ihrsind ins Eng!., Franz., Ital., Dän., Russ . und Polnische übersetzt. Außerdem sind„Die Erben" und das Lustsp.: „Das letzte Mittel", durch Beifall ausgezeichnetworden. Letzteres ist nicht ohne witzige Laune und bietet dem Schauspieler mehredankbare Rollen dar. Auch erschienen von ihr in verschiedenen ZeitschriftenGedichte und prosaische Aufsätze.

WeißesMeer ist ein großerBusen des Eismeeres zwischen der HalbinselKanin und derKüste von Lappland , der sich nach Süden bis fast zum 64? der Br.herabzieht. Er hat s. Namen davon, daß er einen großen Theil des Jahres über ge-froren und mit Schnee bedeckt ist. Schifffahrt auf ihm findet nur von der Mittedes Mais bis Ende des Sept. statt. DieKüsteisi von vielen Felsen und kleinen In-seln umgebe», zwischen welchen gegen 30 Flüsse sich ausmünden, wovon derDwina -, Onega- und Mezenstuß die größten sind. Die Mündung des letzter»bildet eine Bai, an der eine Stadt gl. N. liegt. Die Dwina geht in 2 Armen inöMeer, die von einer Insel getrennt werden. An ihr liegt das 1584 gegründetewichtige Archangel (s. d.), der Hauptstapelplatz jener Gegend. . Unter den In-seln des weißen Meeres ist die Soloffki-Insel im Onegabusen die größte. ZweiCa-näle, welche die Dwina mit der Wolga und dem Dnepr verbinden, lassen aus demweißen Meer unmittelbar ins kaspische und schwarze Meer schiffen.

Weitsichtig wird Derjenige genannt, welcher kleineGegcnsiänte nur beisehr Hellem Licht und in einer größer» Entfernung vom Auge, als sonst gewöhnlichist, deutlich erkennen kann. Es ist dies ein Fehler, an dem alte Leute häufig leiten,und welcher deßhalb in der Kunstsprache Presbyopie genannt wird. — Die Licht-strahlen, welche von dem sichtbaren Gegenstand ausgehen und in deni Auge zu ei-nem Kegel gebrochen werden müssen, vereinigen sich bei diesem Fehler erst hinterder Retina zum Focus, oder in der Spitze des Kegels. Dies geschieht, wenn dieHornhaut oder die vordere Fläche der Kristalllinse zu wenig convep sind, wenn dieletztere der Netzhaut zu nahe liegt, wenn die Kraft der durchsichtigen Theile des Au-ges, das Licht zu brechen, vermindert ist, die Gegenstände dem Auge zu sehr ge-nähert werten, und wenn die Pupille zu sehr verengt ist. —Dieser Fehler läßt sichnieistentheils nicht wieder beseitigen, sondern durch den Gebrauch convexer Gläserbloß verbessern; indessen hat man bisweilen beobachtet, daß Leute, welche im 50.Jahre an demselben zu leiden ansingen, im höher» Alter davon befreit wurdenund ohne Gläser wieder lesen konnten. Eine Hauptregel bei deni Gebraucheder letzter» ist, daß man sehr langsam von einer schwächer» zu einer HähernNummer übergeht.

Weitzel (Johannes), ist geb. zu Iohannisberg im Rhcingau den 24. O<t.