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Wcihel
ordonnateur, Theil an dem schändlichen Rande hatte und ihm s. Schutz verlieh.Dieser und der (General fanden Mittel, sich losspiechcnzu lassen, und zeigten sich,wie man vermuthen kann, ihrem Verfolger nicht gewogen. Sie machten mit allenzahlreichen Diesen und Räubern gemeinschaftliche Sache und gewannen selbstrechtliche Franzosen, die aber einen gewissen Nationalwltei willen gegen die Deut-schen fast nie verläugnen konnten. An sie schlössen sich die Jakobiner und heftigenDemagogen an, die W.'s Mäßigung verdächtig fanden und ihn als einen heimlichenAristokraten anklagten und verfolgten. So tadelten die Franzosen sei» deutschesWesen, und die Deutschthümler später seine französische Art; dieIakobiner haßtenihn als einen Mäßigen und Aristokraten, diese dagegen als einen Jakobiner; undwenn ihn die überspannten Republicaner entfernten, weil sie monarchische Besin-nungen bei ihm finden wollten, so trug man unter Napoleon Bedenken, ihn an-zustellen , weil er republikanische Grundsätze zu nähren beschuldigt ward. Er selbsthat s. unseliges Loos, von jeher allen Narren, Spitzbuben, Renegaten, Apostatenund Heuchlern ein Ärgernis zu sein, mit vieler Laune in dem Aussähe geschildert:„Reiz der Neuheit" (im 2. Bde. s. „Beimischten Schriften"). Indessen hatte er,wie gewöhnlich Leute s. Art, das gute Recht für sich, und s. Gegnern blieb der Er-folg. Bei der Reorganisation der franz. Verwaltung 1860 ward W. Übergängen.Nach einer Dienstfühiling, die sonst ihres reichen Einbringens wegen gesucht wird,kehrte er so arm als er sie angetreten hakte, müde des Haders der Parteien, des tol-len Treibens des Unverstandes und der heuchlerischen Schlechtigkeit, die unter demPanier der Freiheit, der Tugend, des Vaterlandes und des Rechts für die Gelüstedes Eigennutzes und der Selbstsucht kämpft, nach dem Iohannisbergezu s. Mut-ter zurück. Aber auch hier sollte ihm die gehrffte Ruhe nicht werden. Die ehema-lige Mainzer Regierung, die ihre» Sitz zu Aschaffenburg hatte, ließ ihn verderbli-cher Romane wegen, die er geschrieben haben sollte —es gab aber keinen Romanvon ihm — aus dem Lande weisen. Ihm blieb in dieser Lage >— nach s. Äuße-rung der schrecklichsten, die er je gekannt—Nichts übrig als nach Mainz zu gehen,ohne Aussicht, ohne Vermögen, von allen epcentiischen Parteien geächtet undverläumdet, an eine geliebte Familie gebunden, die mit ihrer Erhaltung an ihn an-gewiesen war. Er wollte als Schriftsteller sein Glück versuchen, hatte aber diesen
Beruf nie recht als den seinigen erkannt, da ihm das Schreiben in einer so tief be-wegten und folgereichen Zeit nur als ein karges Surrogat des HantelnS, wozu ersich bestimmt glaubte, erschien. Auch darf der Schriftsteller so wenig als der Ge-schäfts-oder Weltmann gewisse Mittel, emporzukommen, verschmähen, auf de-ren Anwendung sich W. schlecht verstand. Erst gab er eine Zeitschrift für Geschichte,Gesetzgebung und Politik u. d. T. „Egeria" heraus, dann übernahm er die Redac-tion der „Mainzer Zeitung", und ward endlich gegen s. Willen zum Pros. bei demkalserl. Lyceum ernannt. Das Vertrauen s. Mitbürger berief ihn in das Bezirks-wahlcollegium, und als Präsident der Jury des öffentlichen Unterrichts leistete erdiesem wesentlichen Dienste. Die vereinigten Bemühungen der ei sten Behördendes Deport, konnten keine Beförderung, nicht einmal eine Verbesserung s. Schick-sals von der Regierung erlangen. Der Polizeiminister entzog ihm sogar die Re-daction der „Mainzer Zeitung", die den bedeutendsten Theil seiner Einnahme bil-dete. Ohne Zweifel hatte er eS mit der geheimen Polizei des Kaisers durch die Ab-lehnung eines Auftrags verdorben, mit dem ihn Savary, nachheriger Herzog vonRovigo und Polizeiminister, beehren wollte. Die verhängnisvollen Jahre 18t»und 1815 gaben dem Schicksale der Welt und auch dem semigen eine andre Wen-dung. Unter deni seltsamen Provisorium in Main ; auf mancherlei Weise genecl t,nahm er den Ruf als Hof-und Revisionsrath in das Herzogthum Nassau , zu demnun sein Geburtsland, der Rheingau, gehörte, mit Vergnügen an. In Wiesba-den gab er die „Rheinischen Blätter" heraus, und was der Mensch sonst ftm GluckEonversaiiviiS-Lexicon. Bd. XII. 11