Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
Seite
162
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zu nennen psiegt, schien begründet, als die Beschlüsse der karlsbader Conserenzenes wieder zerstörten. W., der unter einer Censur nicht schreiben wollte, entsagte den/.Rheinischen Blättern" und mit ihnen einer Einnahme, die schon ein sorgenfreiesDasein gesichert hatte. 1820 ward er zum herzogl. Bibliothekar l u der öffentlichenBibliothek in Wiesbaden ernannt, in welcher Eigenschaft er noch thätig ist. — Un-ter seinem Namen sind erschienen: „August und Wilhelmine " (2 Bde.); „Ver-inischte Schriften" (LBte.); „DasMerkwürdigste aus meinem Leben und aus mei-ner Zeit" (2Thle.); „Europa in seinem gegenwärtigen Zustande" (I.Bd.); „DieRheinrcift". Das „RheinischeArchiv" gab er erst mitVoigt,dann mitNeeb heraus.1820 schrieb er: „Napoleon durch sich selbst gerichtet". Er selbst führt als etwas Ei-genthümliches in s. Leben an, daß er die Aus;eichnungen, die ihm zu Theil gewor-den, lind alle Stellen, die er bekleidet, ohne s. Ansuchen erhalten, ja gegen s. Neigungangenommen, die 2 einzigen -stellen aber, um die er sich beworben, nichthabe erlangen können.

Wel cker (Friedrich Gottlieb ),Pros. derAlterthumswissenschaften zuBonn,geb. zu Grünberg im Hessen -Darmstädtischen t. 4. Nov. 178 t, fand, nach Bollen-dung seiner Universitätsjahre zu Niesen, am dalägen Pädagogium 1803 eine An-stellung als Lehrer, und gab 1806 durch eine Reise nach Rom, wo er sich Zoega'S persönlichen Unterrichts rühmen konnte, s. Bestrebungen eine von nun an entschie-dene Richtung. Durch „Zoegas Leben, Sammlung seinerBriefe:c." (Gött. 1819,2 Bde.), hat er dem verdienten Dänen em schönes Denkmal gesetzt. Studiumdes bildlichen Alterthums in Verbindung des genauesten grammatischen Studiumsder Classiker ward von jenem 2jähr. Aufenthalte in Rom an der entschieden hervor-tretende Charakter s. Schriften, in denen man, wie bei Aoega, eine Überfülle desStoffs bemerkt, der zuweilen der Klarheit nachiheilig ist. Nach s. Rückkehr erhieltW. 1809 eine außerord. Pros. der Archäologie und griech. Literatur zu Gießen , dieer 1816 mit einer Professur in Göttingen vertauschte. Seit 1819 gehört er zuden thätigsten Professoren der Universität Bonn . Von s. vielen Schriften, die ins. frühern Autorperiode auch der Theologie angehören, erwähnen wir die philolo-gisch - artistischen. Die Reihe seiner philologischen Arbeiten beginnt mit einerProbe der „Orpischen Argonauten" im „Deutschen Merkur" (1804, 9. H), denendie „Komödien des Arisiophanes" (2 Bde., Gießen und Darmst. 1810—12)folgten. Mit einem Aussatz: „Über die Hermaphroditen der alten Kunst" in den„Studien" von Daub und Creuzer (1808, Bd. 4), begann er die Reihe s. lehrrei-chen antiquarischen Abhandlungen. Jetzt findet man sie vereinzelt in Zoega'S „Bas-reliefen Roms" (Gießen 1811), in der „Zeitschrift für Geschichte und Auslegungder alten Kunst", nur 3 Stücke (1817 und 1818), in Zoega'S „Abhandlungen"(Gött. 1817). —Noch erwähnen wir: „k'r-^niknt-, ,ll>n»->ui U>r (Gießen181ö); „llPpoiuieliii et Annnii lra>r>nenla" (Gött. 1816); „Oe lAinil.» ct (2o-I'inna poötril.-,", in Crcuzer's „Uelelem." (2. Bd.), „l beo^nblii siamnent»"(Bonn 1826), und s. vortreffliche mitFriedr. Jacobs besorgte Äusg. des Philostra-tuS und des KallistratuS („l'üilvdti >li et 5lut»i>e",öpz.

1823), worin W. einen Schatz von archäologischer Gelehrsamkeit niedergelegt hat.Manches?(ndre, z.B. s. Ansicht über die Trilogie des Äschylus, in dem Werke: „DieÄschyl-Trilogie Prometheus (1824), hat von Seiten des Philologen Hermann leb-haften Widerspruch gefunden, weßhalb er kürzlich einenNachirag zu jener Schrift(1826) herausgab. Eine a. Schrift: „Über eine kretische Colonie in Theben, die Göt-tin Europa und Kadmos " (Bunin 1824), ist reich an Ergebnissen scharfsinnigerForschung. 1827 schrieb er über das akademische Kunstmuseum in Bonn . Vorniehren Jahren wurden ihm, in Folge eines in der von der Mainzer Commission ge-führten Untersuchung entstandenen Verdachts, s. Papiere inBeschlag genommen,al-lein— wie es nicht anders zu erwarten war —ihm von der k.Ministerialcommifsion