Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Welsen

zu Berlin 1826 mit der Erklärung zurückgegeben, daß es hinreichend dargethansei, er habe an den politischen Umtrieben und Richtungen selbst keinen Theil ge-nommen, sondern sei denselben fremd geblieben. 19.

Welsen oder Guelphen, der Name eines berühmten Fürstenhauses,das im 11. Jahrh, aus Italien (Otto v. Freisingen seht ihre ältesten Besitzungenzwischen den Brenner und St.-Gotthard) nach Deutschland verpflanzt, eine Zeitlang über verschiedene der schönsten deutschen Provinzen herrschte und in den beidenLinien des Hauses Braunschweig , der königl. und herzogl., noch fortblüht. Nachdes Geh.-Iustizraths Eichhorn „Urgeschichte des Hauses der Welsen" tritt dasselbeerst mit dem 9. Jahrh. ,n der letzten Periode Karls des Gr. in das volle Licht der Ge-schichte. Das Andenken an kiesen alte» Name» ist durch die Stiftung des hanöve-rischen Guelphenordens (s. Ha n ov er) erneuert worden. Mit dem Namen Welsenbezeichnete man aber auch im Mtttelalter eine mächtige Parkei, die sich in Deutsch-land und späterhin vorzüglich in Italien den Unternehmungen der Kaiser und denAnhängern derselben, den Gibellwen, widersetzte. (Vgl. Friedr. v. Raumer'S„Gesch. der Hohenstaufen", Lpz. 1823.) — Die Familie der Welsen besaß, in 2Linien getheilt, im 11. Jahrh, ansehnlicke Güter im südl. Deutschland . Azzo, ausdem Hause Este in Italien, Herr von Mailand, Genua u. a. Städten der Lom-bardei (st. 1091), erhielt einen Theil dieser Güter durch s. Hcirakh mit der Welfi-schen Erbtochter Kunegonde. Sein Sohn Wels (Guelph ) l. (st. 1101) wurde Her-zog in Baiern und erbte die Güter der andern Welsischen Linie. Weiss erster Sohn,Heinrich der Schwarze, Herzog in Baiern , erhielt durch s. Gemahlin Wulfhilke,Erbtochter des Herzogs MagnuS in Sachsen , die demselben in Sechsen eigenthüm-lich gehörenden Billung'schen Güter. Heinrich der Großmüch^ , Heinrichs desSchwarzen Sohn, Herzog in Baiern, war einer der reichste» und mächtigsten deut-schen Fürsten , und erhielt von s. Schwiegervater, dem Kaiser Lothar (1131), auchdas Herzogihum Sachsen. Nach Lothars Tode wollte Heinrich dem von den Stän-den erwählten Konrad III. aus dem Hause Hohenstaufen (s. d.) die Krone strei-tig machen, ward aber in die Acht erklärt, und der größte Theil s. Güter ihm entzo-gen. Nach s. Tode (1139) erhielt s. Sohn, Heinrich der Löwe (s. d.), nurdas Herzogthum Sachsen und s. Erbgüter in diesem Lande; die bairischen Erble-hen erhielt s. Oheim Wels e I. Als zwischen diesem und des Kaisers Konrad Bru-der, Friedrich, (1110) der Krieg ausbrach, wurden in der Schlacht bei Weinsberg die Namen Wels und Waiblingen die Lesung, wodurch sich beide Parteien von ein-ander unterschieden. Wels > l. besaß auch TuScien,Spoleto,Sardinien und die niathil-tischen Güter (als Lehen 1158). Er starb zu Menuningen d. 11. Dec. 1191. SeinErbe war Kaiser Heinrich Vi. — Waiblingen, im jetzigen Königreich Wür-temberg, war ein Erbgut der Familie Hohenstaufen , und t,e Italiener ändertennachher, um sich die Aussprache zu erleichtern, den Namen Waiblinger in Gibelli-nen (ilbiliellini). — Der Streit, den anfangs nur die beiden Familien mit einan-der geführt hatten, verbreitete sich in der Folge weiter, blieb nicht mehr Familien-sache, sondern wurde der Brennstoff zu den hartnäckigsten Kämpfen gegen einandererbitterter politischer Parteien. Die Päpste, welche die Oberherrschaft über die Kai-ser zu erringen suchten, und die seit dem Ansänge des 12. Jahrh, nach Freiheit undSelbständigkeit emporstrebenden Städte Italiens bildeten die Partei der Guelphen;alle Die, welche es mit der Partei des Kaisers hielten, hießen Gibellinen. Fast 300Jahre hindurch ward der Kampfder Parteien mit der größten Erbitterung fortgesetzt,und das unglückliche Italien litt dabei außerordentlich. Es entstanden neue Parteienunter andern Namen, wie z. B. die Weißen und Schwarzen (3i>>>>i-sii <- Acri ) inFlorenz . Die Geschichte stellt in keinem Zeitalter ein ähnliches Beispiel von so heftigenAusbrüchen der Parteiwuth dar. (S. Italien.) Vgl. BehrenS'S „Herz. Wels Vt.,letzterWelfischer Stammherrin Süddeutsch!., u. s.Zeitgenossen (Braunschw. 1829).

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