164 Wekoöley (Richard Colley , Marq. v.)
Wellesley (Richard Colley, Marquis v.), Pair, einer der größten jetztlebenden brit. Staatsmänner (Wellington'S Bruder), stannnt aus einer alten eiigl.,nach Irland unter Heinrich Vi li. enigcwanderten Familie Colley, die später mit demErbgiue auch den Ilamen der auSgest. Fanulie 2Le?ley oder WelleSlev annahm. Erist geb. den 30. Juni 1160 und der älteste Sohn des Lords Garret Colley, Grafen v.Mornmgton. Auf der Schule zu Eron bildete er sich in einem von den Schülernerrichteten Retnerclubb zum öffentlichen Redner. Nach Vollendung s. Studien zuOxford wurde er (1184) der Erbe des Titels und des Vermögens s. Vaters, hier-auf Mitglied des GeheimenrarhS von Irland und als Vertreter von Windsor Par-lamentsglied. Bald erwarb er sich die Gnade des Monarchen und erhielt Zu-tritt in dem Privatcirkel der königl. Familie. Denn er hatte sich als Redner in derirland . Pairskammer, hierauf im brit. Unterhause, ganz dem Ministerium vonPur ongeschloffen und starr gegen die franz. Revolution gesprochen. Der Königernannte ihn zum Lord der Schatzkammer ,und 1191 zum Generalgouverneur inOstindien. Als die Franzosen im Besitze von Ägypten einen Angriffsbunt gegen dasbrit. Indien mit Tippo Saib geschloffen hatten, ließ Lord W. die Straße Babel-Mandel sperren, damit die Verbindung zwischen Agvpten und Mysore abgeschnit-ten wurde; auch sandte er 1801 ein Hülfscorps nach Ägypten gegen die Franzosen.Durch den Fall von iLreringapatam, das General Harris 1199 mir Sturm nahm,wobei der Sultan das Leben verlor, unterwarfW. ganz Mysore der brit.Gewalt. DasParlament dankte ihm feierlich, der König ernannte ihn zum Marquis von Irland und setzte in sein Wappen das Sinnbild der Fahne von Mysore . In dem folgen-den Kriege der Compagnie mit den Marattcn eroberte er binnen 3 Monaten dasLand zwischen dem Ganges und Tschumna und zwang den Scindiah und den Ra-jah von Berar zum Frieden, wofür ihm 1804 abermals der Dank des Parlamentszu Theil wurde. 1805 verlangte er (.Abberufung und erhielt im Juli Lord Corn-wallis zum Nachfolger. Er hat nach amtlichen Angaben die Echuld der britisch-ostindischen Comp. um 12 Mtll. Pf. St. (darunter 5 Mill. für Kriegskosten) ver-mehrt. Calcutta tankt ihm die Gründung seines für die Bildung brit. Beamten inIndien wichtigen Collegiums und a. nützlicher Anstalten. Vergebens ward s. in-dische Verwaltung von der Opposition angegriffen. Das Unterhaus billigte dieselbeohne Ausnahme. Im Anfange 1809 ermannte ihn der König zu dem wichtigen Po-sten eines Botschafters bei der Ceruraljuma m -Lpanien, wo er unter schwierigenUmständen ein großes Talent zeigte. Nach dem Tode des Herzogs von Port-land , am Ende deff. I., trat er an Canning's Stelle als Staarssecretair der aus-wärtigen Angelegenheiten; er betrieb seitdem die Sache Spaniens , für welches. Bruder an der Spitze des Heeres kämpfte, wie seine eigne, und selbst Lord LanS-town ließ, obgleich er dem Ministerium (1810) Fehler in dem Plane, wie derKrieg in Spanien geführt wurde, vorwarf, dem politischen Blick und den Ansich-ten des Marquis W. Gerechtigkeit widerfahren. Mißhelligkeiten mit seinen AmtS-genoffcn in Beziehung auf diesen Krieg bewogen ihn, im Jan. 1812 aus dein Mi-nisterium zu treten, weil er, wie er sich, als ihn der Prinz-Regent zu bleiben er-suchte, erklärte, wol mit Perceval, der damals an der Spitze des Ministeriumsstand, aber nicht unter ihm arbeiten wollte. Nun trat Lord Casilercagh an s. Stelle.Auch nach Perceval's Ermordung (am 11. Mai), dessen Nachfclger Lord Liver-pool wurde, konnte der Prinz-Regent seinen Wunsch, daß W. und Canning dasMinisterium verstärken möchten, nicht erreichen, weil man sich übel' die Angelegen-heit der Katholiken und über die Führung des Kriegs aus der Halbinsel nicht ver-einigen konnte. — Der Vorschlag des Marquis in der Pairskammer (1. Juli1812), die Strafgesetze, welche auf die Katholiken drückten, zu untersuchen, wardnur durch die Mehrheit von Einer Stimme verworfen. Im Febr. 1811 gab erzu, daß in allen Ländern Unzufriedene den Umsturz der Regierung wünschten, um