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Zwölfter Band. W bis Z.
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174 Weltgegenden Welthandel

auf dieses. In unserm Sonnensystem erblicken wir die Sonne als den festen Mit-telpunkt, um welchen sich die Erde und andre Planeten nebst ihren Monden regel-mäßig bewegen. Unsere Erde ist der Wohnort organisirter, empfindender und den-kender Wesen. Beobachtungen lehren uns, daß die übrigen Planeten unsers Son-nensystems der Erde ähnlich find; wir schließen daher, daß auch sie der Wohnplatzorganisirter, empfindender und denkender Wesen sind. Weitere Beobachtungen ma-chen es wahrscheinlich, daß die Fixsterne unserer Sonne ähnliche Wcltkörper sind,denn sie glänzen in eignem Lichte und verändern ihren Standort gegen einander nicht.Dies angenommen, ist zu vermuthen, daß auch jedem von ihnen seine Planeten, diewiederum unserer Erde gleichen und in vorgeschriebenen Bahnen um ihn kreisen,zugetheilt worden, daß es mithin ebenso unzählige Sonnensysteme als Fixsterne gibt.Da, wie ebenfalls Beobachtungen lehren, die verschiedenen Weltkörper unsers Son-nensystems in gegenseitigen Beziehungen zu einander stehen, so ist Dasselbe auch vonden unzähligen Sonnensystemen zu vermuthen. Und wie wir in Allem, wohin un-sere Wahrnehmung reicht, Wechselwirkung, -Ordnung und Nothwendigkeit antref-fen, so dürfen wir Dasselbe auch im Weltgcbäude vermuthen, und es daher als einSystem, als ein harmonisches zusammenhängendes Ganzes betrachten. Neuere Be-obachtungen verstärken diese Vermuthung. Sie lehren uns, daß die früher für un-beweglich gehaltenen Fixsterne auch eine, jedoch erst nach Jahrhunderten bemerk-bare Bewegung haben. Dies führt auf den Schluß, daß das gesammte Heer derFixsterne sammt allen Planeten sich wieder um einen gemeinschaftlichen Punkt, umeine Centralsonne, für welche einige Astronomen den Sirius ansehen, bewege. Hier-nach wäre das ganze Fixsternsystem im Großen eben Das, was ein einzelnes Son-nensystem im Kleinen. Wir vermögen nicht, kiesen ungeheuern Gedanken zu fassenund uns die millionenfachen Umkreisungen aller Himmelskörper im unermeßlichenRaume zu denken. Hier ist ewige Bewegung und ewige, nie gestörte Ordnung, her-vorgebracht durch die allgemeine Schwere, die sich wie eine Kette um das Weltall schlingt und es zu einem Ganzen verbindet. Alles erscheint genau gegen einander ab-gewogen, aber die Wage ruht in der Hand des Unerforschlichen, dessen Allmacht ewi-ges Gleichgewicht zu erhalten weiß. Über das Welrgebäude ist Laplace's classische„blxposit. ciu spslcme ckn monciv" (4. A., Paris 1813, 2 Bde.) mit G. de Pon-töcoulant's „liienrio aniilptigiie ,I„ 5vntöni>- üli nininlk" (2 Th., Paris 1823),das die neuen Fortschritte der physischen Astronomie enthält, zu verbinden. DenFixsternhimmel betrachtet Herschel's Schrift: „Über den Bau des Himmels"(deutsch bearbeitet, mit Kpfrn., Dresden 1826).

Weltgegenden. Der Seemann theilt den Homont in 32 gleiche Bo-gen. Die Theilungspunkte bekommen alsdann den gemeinschaftlichen Namen derWeltgegendcn, von denen jede einen besondern Namen führt: Die um von ein-ander entfernten 4 sogen. Cardinalpunkte, Norden und Süden, Osten und Westen,bilden Quadranten, durch deren Halbirung nian die 4 ersten Nebengegenten:Nordwest, Südwest, Nordest, Südost erhält. Eine zweite u. dritte Halbirung gibtdann die zweiten und dritten Nebengegenden, deren Namen (Nordnordwest, Nord-west gen West, oder Westnordwest ic.) nur für den Seemann wichtig sind.

Weltgeistliche, Weltpriester (sonst auch Leutprieste^ Laien-priester) werden diejenigen Geistlichen in der kathol. Kirche genannt, welche keinemgeistlichen Orden angehören, sondern an Kirchen als Pfarrer und Capellane, oderin Domcapiteln als Domherren, Capitularen, Dicare u. s. w. angestellt sind. Inder lat. Kirchensprache heißen sie (sicrici s»eau>-»c,, dagegen die OrdensgeistlichenLIerici reguläres, weil sie eine Ordensregel beobachten. L.

Weltgeschichte, s. Geschichte.

Welthandel. Dieses große Wort umfaßt die sinnlichen Elemente derfreien und friedlichen Wechselwirkung der Völker; es zeigt, wie gegenseitiges Be-