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Welthandel. I. Europa. Großbritannien
zurückwirkte. England insbesondere wurde die Stütze des Systems von Europa .Ihnen lag vor allen daran, Europa vor Unterdrückung der Universalmonarchie zubewahren, damit nicht die Übermacht eines Staats diesen in den Stand setzte, ihnendie Häfen und Küsten des festen Landes zu verschließen. So wurden die Hauptco-.lonialstaaten die thätigsten Vertheidiger der Unabhängigkeit der einzelnen, vornehm-lich der kleinern europäischen Staaten, zugleich aber auch die heftigsten Gegner jederentstehenden Universalmonarchie und Übermacht. Daher suchte auch in unsern Ta-gen Frankreich , sobald es nach einer Universalmonarchie zu streben anfing, dieSeemächte von dem Festlande auszuschließen, freilich unter sehr uneigennützig klin-genden Verwänden. Man wollte die Volker vor der Verarmung bewahren, sievon der Steuer befreien, die sie fortdauernd an England, das bei der Übermachtseines Seewesens bald die einzige europäische Colonialmacht von Bedeutung war,vornehmlich auch für Tolonialwaaren zahlen mußten, wollte diese Waaren durchallerhand Stellvertreter (Surrogate) überflüssig machen, und so das Festland selbstmit Gewalt und wider seinen Willen bereichern, da jene Gründe noch immer dengesunden Verstand nicht überzeugen wollten. Freilich war es auffallend, daß derColonialwaarenverbrauch schon seit Jahrhunderten stattfand, und daß man nochimmer kein wesentliches Verarmen wahrnahm, sonst hätte ja auch der Handellängst aufhören müssen, da sich mit einer verarmten Nation nicht wohl ein vortheil-hafter Verkehr betreiben läßt, — ganz das Gegenstück der l'tzten Jahre, wo trotzder Bemühungen Frankreichs , das Festland mit Gewalt zu bereichern, dasselbetäglich ärmer ward. Untersuchen wir aber genauer, ob es wirklich gegründet sei,was Frankreich behauptete, daß der große Verbrauch von Colonialwaaren nothwen-dig arm machen müsse, so ist es leicht, das Gegentheil davon zu beweisen, nvaSauch durch die Erfahrung vollkommen bestätigt wird. Das neue Bedürfniß nö-thigte zu neuem Gewerbfleiß und neuerThätigkeit, um dieses Bedürfniß zu befrie-digen; es vermehrte dadurch das Ergebniß der Arbeit und damit zugleich den Wohl-stand der Nation. Aber, wendet man ein, das Geld, oder die Hervorbringnisseder Arbeit, gehen jetzt als Tauschmittel gegen Colonialwaaren aus dem Lande, undwürden sonst in demselben geblieben sei»! Allerdings; allein theils wäre nichtdie Aussicht vorhanden, sich durch den Erwerb einen neuen Genuß zu verschaffen,theils ist ja auch der Zweck alles Gewerbfleißes und aller Thätigkeit nicht, Geldanzuhäufen, sonder» die Summe der Genüsse zu vermehren. Wird dieser Zweckerreicht, so haben Industrie und Fleiß gewirkt, was sie wirken sollten. Auf diekleine Zahl verschwenderischer Müßiggänger, die, ohne zu arbeiten, ihr Capitalverzehren, um ihre Genüsse zu befriedigen, kann natürlich gar keine Rücksicht ge-nommen werden. Man erkannte jedoch bald, daß in dem gegenwärtigen Zustandevon Europa alle Colonialwaaren gänzlich auszuschließen, nicht gut möglich sei, undso suchte man durch Surrogate aller Art sich zu helfen. Die ungeheuern Zölle, mitdenen man zugleich die Einfuhr der Kolonialwaaren belegte, so weit französischeMacht reichte, das hieß in jenen Jahren beinahe über das gestimmte europäische Festland, trugen dagegen wesentlich dazu bei, die Völker desselben immer ärmer zumachen; denn diese Zölle mußten bezahlt werden, ohne daß dafür irgend eine werth-volle Sache eingetauscht werden konnte, und brachten zugleich einen höchst verderb-lichen Schleichhandel hervor. — Im 18. Jahrh, wurde
die erste Colonialmacht. Es eröffnet daher den Reihen aller handeltreibenden unddem britischen Kunstfleiße mehr oder minder tribmbaren Völker. Denn mit mehrals 25,000 Kauffahrern und einer Waarcnlast von 3 Mill. Tonnen versendet esjährlich an Werth innerhalb Europa für etwa 170 Mill. und außer Europa fürungefähr 95 Mill. Thlr.; die Einfuhr wird jährlich auf etwa 14k Mill. Thlr. ge-schätzt. Der Handel ist großentheils Compagniehandel. Den letzten treiben die