478 Welthandel. I. Europa. Deutschland
Dir auswärtigen Besitzungen lind Colonien Großbritanniens , von denen es26 schon vor der franz. Revolution besaß, und 17 seitdem dazu eroberte, sind in Eu-ropa: Helgoland, Gibraltar und Malta , mit Gozo, auch die ionischen Inseln; inAsien : Cevlon und die von der ostindischen Comp. verwalteten Präsidentschaften:Calcium, Bombai und Madras; in Afrika: die Insel Mauritius mir den Se»chellen und Amiranten, das Vorgebirge der guten Hoffnung, Sierra Leone, CapeCoast und Annaboa, die Inseln Ascension und St.-.Helena; in Nordamerika: Ca-nada, Neubraunschweig, Neuschortland, Cap Breton , die St.-Iohns-oder PrinzEdwardsinsel, Iieufundland, die Hudsonsbai, die Hondurasbai; in Südamerika :Berbice, Demerary, Effegiiebo; in Westindien: Iamaica, Barbados, St.-Lucia ,Anguilla, Antigua , St.--Vin.cent, St.-Christoph, Newis, Montferrat, die Jung-fraueninseln, Grenada, Tabago, Dominica, Trinidad , die Bahamainseln, die Ber-mudasinseln; in Australien: NeusüdwaleS, VandiemenSland, Colonie aus Neu-seeland. Vgl. HälTlilton's „Isaslinsti-, ^arettk-c," (2. Auch, London 1829);Mac Gregor's „Ili-Ioiie. «IX> clescri;it. zbetistwi; ob i!>e un.ritiine Ilnlouies ofIniiiUi -Inivric.-," (London 1828). —Die wichtigsten Handelsstädte sind nächstLondon Liverpool, Bristol und Hüll; die wichtigsten Fabrik - und Manufacturplätze:Manchester, Birmingham, Leeds, Nottingham, Halifax , Rochdals ic. In Schott-land sind die vornehmsten Handelsstädte Glasgow, Greenock, Leith und Aberdeen .Der auswärtige Handel von Glasgow undGreenock erstreckt sich nach Westindien ,den Verein. Staaten, den britisch-amerik. Colonien, Brasilien und dem ganzen Fest-lande von Europa. Der auswärtige Handel von Leith und Aberdeen erstreckt sichnach Westindien, Amerika, dem mittelländ. und baitischen Meere. Irlands größteHandelsstädte sind Dublin, Cork, Wexford, Waterford und Belfast . Nach einemengl. Berichte von 1829 ist seit 3 Jahren Englands Handelsmarine im Abnehmen,und die Ausfuhr hat sich um 6,688,000 Pf. St. vermindert. Seit 1816 soll sichdie Abnahme in der Zahl der Handelsschiffe auf 2073 mit 301,597 Lasten,welche 12,183 Matrosen beschäftigen, belaufen.
Handel ist, seiner schiffbaren Flüffe wegen, sehr beträchtlich. Hauptartikel derAusfuhr sind: Leinwand, Leinengarn, rohe Wolle, Lumpen, Quecksilber, Korn,Bauholz, Flachs, Hanf, Wachs, Schmalz, Salz, Weine und eineMenge von Me-tallen. Seine Importen sind: Wollen-, Baumwollen- und seidene Waaren,Stahlwaaren, Uhren, gegerbtes und zubereitetes Leder, Thee, Cacao, Farbehölzer,Colonialwaaren, ostindische Produkte. Deutschlands vornehmste Häfen sind: Ham-burg, Lübeck, Wismar, Rostock, Bremen, Emden, Stettin, Triest . Seine vorzüg-lichsten binnenländischen Handclsüättc sind: Wien, Magdeburg, Leipzig, Frank-furt am Main, Frankfurt an der Oder, Augsburg, Berlin, BreSlau, Köln, Nürn-berg, Braunschweig, Mainz, Botzen, Prag. Insbesondere ist Hamburg derCanal, durch welchen der ausgedehnte Handel zwischen Großbritannien und dendeutschen Staaten hauptsächlich seine» Weg nimmt. Mittelst der in die jetzt freieElbe einströmenden Flüffe gehen Hamburg die mannigfaltigen Erzeugniffe Ober-«nd Nietersachsens, Ostreichs und Böhmens zu. Durch die Havel , die Lpreeund die Oder dehnt sich sein Handel nach Brandenburg, Schlesien, Mähren undPolen aus. Hamburgs Handelsgeschäfte bestehen zum Theil in den Consiznatio-nen der ausländischen Kaufleute und in einem sehr weiten Umfange in Kauf undVerkauf inländischer und ausländischer Waaren. «Leine Wechselgeschäfte sind sehrbedeutend. — Bremen hat eine beträchtliche Ausfuhr in den Producten West-falens und NiedersachsenS nach England, Spanien und Portugal, und mit Ame-rika mehr Verkehr als irgend eine der teutschen Seestädte. Den Handel in deut-schen Linnenwaaren mit dem Auslande führen ausschließend bremer und Hamburger Kaufleute, denen alle ausländisch« Ordres zugeschickt werden. —Leipzig , der