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Welthandel. I. Europa. Deutschland
Centralpunkt für den europäischen Landhandel im Innern Deutschlands und derNiederlagsort für die ausländischen und für die sächsischen Waaren, besitzt außerandern mercantilischen Vorrechten 3 Messen (zu Ostern, Michaelis und Neujahr),zu denen Kaufleute aus allen Gegenden Eurvpens und selbst aus Asien Herzuströ-men; außerdem ist hier auch ein wichtiger Roßmarkt und ein Markt für die sächsi-sche Wolle. Seit 1830 bildet sich ein, neuer Waarenzug von Leipzig über Tricstnach Asien (TifliS u. si w.), nachdem Östreich die Transikogebühren ermäßigt hat.Hauptartikel des Umsatzes sind: böhmische, schlesische und sächsische Leinwand; Le-der, Häute, Wachs und Wolle aus Polen ; Wollenwaaren und Pigmente ausPreußen; Seidenzeuche, Sammete und Korallen aus Italien ; Leder, mancheMa-nufacturartikel und Falbestoffe aus Östreich und Ungarn ; Spitzen, Seidenwaarenaller Art, Bänder, Porzellan, Uhren, Bronze und andre Manusaetur- und Mode»waaren aus Frankreich; Leder, Hanf und Flachs aus Rußland ; Colonialproducteund Manusaetur- und Fabrikwaaren aus England und Holland , und literarischeErzeugnisse aus ganz Europa. — Augsburg ist durch seine Agenten und Ban-quiers das Medium des Handelsverkehrs zwischen Deutschland und dem Auslande,besonders Italien . Die wiener Wcchselgeschäfte werden gewöhnlich in Trattenauf Augsburg gemacht. Es hat auch beträchtlichen Vortheil vom Transit» dernach Italien gehenden oder aus Italien kommenden Güter. — Frankfurt a.M., ein Ort von großer HandelSthätigkeü, vorzüglich auf seinen beiden Messen, imFrühjahre und Herbste, hat überdies durch den Reichthum seiner alten und neuenBanquierhäuser einen äußerst bedeutenden Wechselhandel. (Dgl. Offenbach.) —In Braunschweig werden bedeutende Geschäfte gemacht, sowol in feinen na-türlichen und künstlichen Producten als in ausländischen Waaren. Seine 2 jährl.Messen behaupten den nächsten Rang nach den leipziger und frankfurter Messen.Große Quantitäten rohen Zwirns werden hier von den holländischen Kaufleutengeholt, und das starke Bier (Mumme) wird in mehre Länder ausgeführt. — ImAllgemeinen hat in Deutschland die Überfüllung mit Waaren die Preise herabge-drückk; damit steht aber auch die Verschlechterung der Waaren in steter Wechsel-wirkung, sowie die Verschleuderung derselben durch die Musterrei terei (s. d.).
Östreich bildet durch sein Mauthsystem und durch seine Handelsgesetzgebungeinen geschlossenen Hantelsstaat, doch mäßigt eS seit Kurzem sein Prohibitivsvstemund erleichtert den Waarenturchzug. Wien , die Niederlage des binnenländischenHandels von ganz Östreich, hat einen ausgedehnten Verkehr mit England, den Nie-derlanden und Frankreich, deSgl. einen bedeutenden mit Italien, Ungarn, Polen und der Türkei. Über Wien bezieht Deutschland große Quantitäten roher Baum-wolle aus der Türkei . Der Handel Triests im Littorale besteht vorzüglich in Aus-führung der Producte Deutschlands und der Colonialwaaren, welche von hier in dieLevante und die Küstenländer des schwarzen Meeres gehen. Tuest kann als De-vot für die Producte der Levante angesehen werden; auch ist hier ein lebhafterMarkt für die Einfuhr britischer Waaren und der Artikel der NeufundlandSsische-rei. Venedig wird als Freihafen für Östreichs Seeh. ndel wichtiger werden, alsTuest und Fiume. Nach Wien sind die bedeutendem LankhandelSplätze der Mon-archie: Lemberg, Prag, Brünn, Brodv, Bohen, Pesih, Kronstadt . Die erlaubteEinfuhr besteht größtentheils nur aus rohen Producten: Baum- und Schafwolle,Seide, Reis, Öl, Gewürze, Eolonial-, Specereiwaaren, Leder, Vieh:c. Aus-fuhrartikel sind: Tücher, Flachs- und Hanfwaaren, Mineralproducte, Brot-früchte, Glaswaaren. Gewinnreich sind die Speditionsgeschäfte der Durchfuhr,namentlich der levantischen Waaren. In Böhmen ist der Handel großentheilsin den Händen der das Land zahlreich bewohnenden Juden. Er besteht hauptsäch-lich in Exporten, und zwar von Leinwand, Wollenzeuch, Seidenzeuch, Farbehölzern,Leder und Glas, Das Glas zeichnet sich durch seine Politur und andre Verzüge
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