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Zwölfter Band. W bis Z.
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Welthandel. I. Europa. Deutschland

vor dem aller übrigen Ander so aus, daß die Ausfuhr sehr beträchtlich ist. Diejährlich nach Spanien, Rußland, der Levante und Amerika gehenden Transporteaus Böhmen haben einen Werth von Mill. Gld». Den meisten Handel treibtBöhmen mit Östreich, Holland, Spanien, Portugal, Italien und der Türkei .Man schätzt die Ausfuhr auf 9, und die Einfuhr (Coloiüalwaaren, Luxusartikel -c.)auft Mill. Thlr. Prag ist die vornehmste Handelsstadt des Landes, dann Renchenberg.

Preußen hat seit 1818 in seinen Staaten freies Gewerbe und freien Ver-kehr; seit s. Zollvereinen (s. d.) aber bildet es mit Anhalt, dem Großherzog-thum Hessen, Baicrn und Würtemberg einen Hauptmarkt in Deutschland ; vondem übrigen Deutschland ist es durch sein Zollsystem geschieden. Der Handel die-ser Monarchie wird durch die Ostsee , durch viele schiffbare Flüsse und durch Canälebegünstigt; er ist wichtiger, was die einheimischen Erzeugnisse betrifft, als der Spe-ditions-, Translto- und Comnussionshandcl, der in Köln, Magdeburg, Stettin ,Minden, Danzig, Königsberg, KottbuS, Breslau :c. hauptsächlich blüht. ZurSee werden ausgeführt: Getreide, Wachs, Talg, Wolle, Lein, Flachs, Hanf, Holz,Leinwand, Garn, wollene und baumwollene Waaren, seine Kunstarbeiten, Bern-steinwaaren. Frankfurt a. d. O. hat 3 Messen. Magdeburg bringt Korn, Lein-wand, Baumwollenzeuche, Tücher, Leder, Salz und Kupfer nach Hamburg und aufdie Messen in Leipzig und Braunschweig . Außerdem hat es einen bedeutendenZwischenhandel mit Colonialwaaren. Weinen, Getreide :c. Weizen wird ausge-führt von Danzig, das die größten Kornmagazine von Europa hat, von Elbinge»,Stettin, Königsberg, Anklam und Berlin ; Bau- und Stabholz und Asche vonDanzig, Memel und Stettin ; Hanf, Flachsund Leinsamen, Talg, Wachs undSchweinsborsten von Memel und Königsberg . Tilsit hat starken Handel in Korn,Leinsamen, Hanf und Flachs. Die Exporten Braunsbergs sind Wollcngarn, Kornund Flachs. Kolberg führt sehr viel Korn und andre Produete Polens aus. DerHaupthandel von Stralsund besteht ebenfalls in KornauSfuhr. Von allen Ge-genständen des preuß. Handels behauptet die schlesische Leinwand den Vorrang, unddurch die Verfertigung derselben sind berühmt die schlesischen Städte Hirschberg,Landshut, Schmiedeberg, Friedland, Waldenburg, Schweidnitz und der preuß. An-theil an der Oberlausitz . Am meisten gesucht wird diese Leinwand von den hain-burgischen, engl., Holland, und italien . Kaufleuten. Die wichtigsten Einfuhrartikelsind: Eoloiüalwaaren, Farbehölzer, Salz, Buenos-Ayreshäute, Indigo, Specereien,Wein, Seide, Baumwollen- und Stahlwaaren :c. S. Ferber's „Beitr. zur Kennt-niß des gcwerbl. u. commerciellen Zustandes der preuß. Monarchie" (Berl. 1829).

Hanover zeichnet sich durch mercanrilische Geschäftigkeit nicht aus. DieExporten bestehen in Pferden, Hornvieh, Blei, Wachs, Leinwand, Leder, Salz,Hafer, Gerste, Bauholz, Planken und dem eisenhaltigen Kupfer des Harzgebirges.Die Leinwände sind gemeine; Tafeltücher und oSnabrückiseher Damast stehen anGute den preußischen und den frieSländischen weit nach. Der Überschuß des einhei-mischen Verbrauchs wird nach Nordamerika und den span. Colonien ausgeführtdurch das Medium der Hansestädte. Eingeführt werden hauptsächlich eng!. Ma-»usacturwaaren, besonders Tücher und Cattune, Coloiüalwaaren, preuß. und fries-länd. Leinwand, feine franz. Tücher, Seitenzeuche, Juwelierarbeiten und franz.Weine, ferner geringe Luxusartikel aller Art, welche der hanöverische Kaufmannvon den Messen zu Braunschweig, Leipzig und Frankfurt a. M. mitbringt. Dievorzüglichsten Handelsstädte sind: Emden, Hanover, Münden . Über den Eim-becker Verein s.Zollvereine.

Über den Handel, den Sachsen, Kurhessen und andre Länder treiben,und welcher durch den mitteldeutschen Handelsverein erleichtert wird, s. Zoll-vereine; vgl. eben DemfthlüvdL Hgndel und die Artikel dieser Länder, sowie