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Welthandel. I. Europa. Niede, lande u.H.olland
weiße und rothe Korallen. Die Seide geht vorzüglich nach Genua und Lyon ; dieKoralle» werten nach Marseille verkauft, wo sie ihre Zubereitung und Politur erhal-ten; dann gehe» sie nach Afrika , als ein von den Mauren und Negern gesuchter Ar-tikel. Die corsicanischen Häfen sind Ajaccio, Bastia u. Porto Vecchio. —Malta ,welches, sowie Gibraltar , ein Niederlagsort der britischen und Colonialwaarenist,die im mitteländ. Meere abgesetzt werden, führt Baumwolle, Orangen und Früchteaus. —Die ionischen Inseln (Cefalonien, Zante, Korfu, Santa-Maura rc.) führen aus: Wein, Branntwein, Olivenöl, Rosinen, Korinthen, Ci-tronen, Melonen, Granatapfel, Honig, Baumwolle und Saft. Die Rosinen undKorinthen übertreffen selbst die vvn Morea an Güte. DerWein ist Muskateller. —Der Handel der Insel Cvpern ist unbeträchtlich. Sie führt Baumwolle, Wolle,Seide, Wein, Saft, Terpenthin, türk. Leder :c. aus. Ihre bedeutendsten Handels-städte sind Larnica und Rhodus . —Die Erporten der Insel Kandia, welchedurch ihre Lage ganz zum Stapelplak des europäischen, asiatischen und afrikanischenHandels geeignet ist, bestehen in Oft^eise, Wachs, Wein, Leinsamen, Ro-sinen, Mandeln, Laudanum, Johannisbrot ic.
Die vornehmsten Handelsstädte der belgischen Niederlande sind Antwerpen ,Gent und Ostende. Antwerpen ist für den Handel des europ. Nordens der Stapel-platz, ei langt seit der Wiedereröffnung der Scheide allmälig seine mercantilischeBe-deutsamkeit wieder, welche dereinst wegen seiner vortrefflichen centi a'en Lage, seinesvortheilhasten Locals überhaupt, und weil es der Canal ist, durch welchen der meisteHandel der Holländer geht, die von Amsterdam u. Hamburg übertreffen kann. DieExporten Antwerpens besteken hauptsächlich in Weften, Bohnen, Kleesamen, Lein-wand, Spitzen, Teppichen, Tapeten und allerband Manufacrurwaaren von Brüssel ,Mccheln, Genrund Brügge. Die Ausfuhrartikel von Gent sind: Weiten, feineLeinwand, Flachs, Hans, Bohnen u. dgl.; die von Ostende : Weizen, Kleesamen,Flachs, Talg, Häute und die Leinwand von Gent und Brügge . — Die Haupter-porten Hollands , dessen Handel seit 1814 wieder aufblüht und jährlich an 4000Schiffe mit 35,000Tonnen Last beschäftigt, sind: Butter, Käse, Leinwand, Tücher,Drognereien u. Farbewaaren, Fische, Weizen, Leinsamen, Kleesamen, Wack-Kolterbranntwein, Färberröche, Papier u. dgl. Die größten Handelsstädte in Hei-land sind Amsterdam, Rotterdam und Groningen , dann folgen Lattich, Mittel:bürg und noch die Handelshäfen Briel, Delstskafen, Dorrrechk, Enkuften, Medenblick :c. Amsterdam war vor dem Verfall teSholländ. Handels eine der größtenHandelsstädte der Welt, der Stapelplatz der aus dem Osten und Westen und ausden vornehmsten europ. Staaten kommenden Waaren. Zu einer Zeit, wo die Hol-länder im ausschließenden Besitze der orientalischen Specereien, der SeidenwaarenOstindiens und Chinas und der ostindischen feinen Baumwolletfteuche waren, klei-deten sie sich selbst nur in grobes Tuch und begnügten sich mit sehr frugaler Nah-rung. Die sehr seinen Tücher, welche sie selbst fabricirten, bestimmten sie bloß fürdas Ausland und kauften zu ihrem eignen Gebrauche das grobe Tuch in England,sowie sie auch in jener Zeit ih> e eigne vortreffliche Butter und ihren Käse meist ver-kauften und zu ihrem Verbrauche diese Artikel der gröüern Wohlseilbeit wegen inEngland und Irland nahmen. — Auch den Wechsel-und Bankgeschäften verdank-ten die Holländer zum Theil ihren hohen Wohlstand, und der Canal, durch den siegemacht wurden, war Amsterdam. Noch jetzt ill Amsterdam mit Hamburg einerder großen Vereinigungspunkte der Wechselgeschäfre zwischen dem Norden und demSüden, obgleich von der Zeit an, da in der amsterdamer Bank ein Mangel an Ver-trauen sich ;u erkennen gab, tieserGeschästszwcig bei weitem mchrmehr so bedeutendgewesen ist, indem ein großer Theil seiner Wechselgeschäfte nach London und Ham-burg überging. Einftihrwaaren sind Getreide, Holz, Steinkohlen, Talg, Wachs,