186 Welthandel. I. Europa. Türkei. Ungarn. II. Asien
trugen seine Exporten nach den beiden Indien die Summe von 276 Mill. Realen,und s. Importen über 7Ü0 Mill. Realen (16 Realen machen 1 Thlr.Sächs.). DieResidenz Madrid ist zugleich eine bedeutende Handelsstadt und ein Niederlagsort.Sevilla hak einen beträchtlichen Handel in Öl und Drangen, die im Hafen von Ca-diz ausgeführt werden. Fast der ganze Handel an den span. Küsten ist in den Hän-den der Franzosen, Hollähfer und Engländer. Auch hat der Abfall des fpan. Ame-rika Spaniens Tolonialmacht beinahe ganz vernichtet. Cubas Lage ist zweifel-haft, sowie die der Ph i lip pinen. (Vgl. d. u. Südamerik a.)
Die Türken si id noch weit davon entfernt, ein Handelsvolk zu sein, ob»gleich ihr Verkehr mit Östreich, Frankreich, Italien, Großbritannien und Holland u. s. w. durch die in der Türkei lebenden Armenier, Griechen und Juden, welche denHandel dieses Landes fast ganz in ihren Händen haben, keineswegs unbedeutend ist.Zwar hatte der Aufstand der Griechen anfangs den Handel Östreichs und andrerStaaten sehr gestört; auch wurden die Briten auf den ionischen Inseln einfluß-reicheMitbewerber; aber dennoch behielt Wien , der Haupksitz des griech. Handels,in der Tlirkei seine Stützpunkte, indem die freien Hellenen ihr LandeSerzeugnißund ihren Waarenbedarf jetzt mit jedem Tage vermehren. Sie bieten Baumwollefür Leinwand, Seide für Tuch, .Gold für Eisen. Die Natur und alte Gewohn-heit weist ihnen den Verkehr mit Östreich an. Dagegen ist der europäisch-russische Handclsweg über Konstanrinopel nach Odessa seit 1823 von der Pforte durch dasin Anspruch genommene Umladungsrecht, dem sie die europäischen nach Odessa be-stimmten Schiffe aus dem schwarzen Meer unterwirft, und durch andre Maßre-geln sehr gehemmt worden; im Archipelagus harter hellenische Freiheitskampf fürden neutralen Handel vielfache Gefahren veranlaßt. Der vornehmste Handelsplatz ist Konstantinopel, vorzüglich im Handel mit Rußland . Es verbreitete bisvor Kurzem noch die russischen Producke in den Häfen des mittelländischen Meeres.Die Exporten dieser Stadt, die unter einer weisen und thätigen Regierung derwahre Stapelplatz der Welt werden könnte, sind so unbedeutend, daß die großenWaarenguantiräten, welche für die Türkei eingeführt werden, fast ganz mit Gold»nd Diamanten bezahlt werden müssen. In ihrem Hafen holen die Engländer,Franzosen, Italiener, Holländer und andre Nationen die Producte Polens , dasSalz, den Honig, da? Wachs, den Taback, die Butter der Ukraine , die Häute, denTalg, den Hanf, das Segeltuch, das Pelzwerk und die Metalle Rußlands und Si-biriens , und bringen dafür die Producte ihrer Länder. Diese Geschäfte werden ge-macht, ohne daß die Türken im Geringsten Antheil daran haben. Durch denFrieden zu Adrianopel 182) ist die Donau für den Handel auch zwischen Ungarn und Konstantinopel frei, und in den beiden Fürstenthümern , welche m Rußlands Holllinie nicht eingeschlossen sind, gestaltet ncl; ein größeres Handelssystem. AuchÖstreich hat jetzt die Durchgangszölle für Waaren, die in die Türkei gehen, sehrermäßigt.
Ungarn wird von Östreich wie Ausland betrachtet und ganz mit einerZoll-kette umgeben; daher weicht der Handel Ungarns von dem Svstem des übrigenKaiserstaats ab und ist von der Regierung nichts weniger als begünstigt. Den-noch ist sein auswärtiger Handel keineswegs unbedeutend. Die Exporten sindWein, Taback, Galläpfel, Spießglas, Alaun, Pottasche, Hornvieh, Wolle,Eisen, Kupfer, Weizen, Roggen und Gerste. Die Ausfuhr übersteigt bei wei-tem die Einfuhr. Diese kann nur durch Östreich und die Türkei geschehen, dadie Regierung jeden andern Weg, welcher für sie gewählt werden könnte, verbo-ten hat.
H. Asien.
Asien trieb hauptsächlich Binnenhandel, vornehmlnh in Vorder- und Mit-