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Welthandel. II. Asien. China. Japan
fühlt. Seit 1819 hat die britische Regierung in Calcutta durch SirThom.Stam-ford Raffle? (nach dessen Entwurf) einen neuen Handelsplatz auf der fruchtbaren,Holzreichen Insel Singapur (s. d.) bei der Meerenge d. N. an der Südspitze derHalbinsel Malakka, gegründet, der für den britischen Handel mit China äußerstwichtig ist. Wird Singapur zu einem Freihafen erhoben, so kann England von hieraus ganz Hinterindien mit feinen Kunsterzeugnissen versorgen.
Der Handel, welchen China mit Europa, dem britischen Indien , den Ver-ein. Staaten von Amerika, mit Cochinchina und Siam, mit Japan und den übri-gen asiatischen Inseln treibt, ist sehr beträchtlich. Die britischen Importen inChina sind theils die der ostindischen Compagnie, theils die von Privatkauffeuten.Von 1181 — 91 hatte die Compagnie für 3,411,621 Pf. St. Waaren undfür 3,688,264 Pf. St. ungemünzteS Metall eingeführt, von 1192 —1899 für16,692,838 Pf. Sr. Waaren und für 2,466,946 Pf. St. ungemünztes Metall.Die Exporte» aber, welche die Compagnie nach England machte, betrugen von1193 —1810 mir Einschluß der Abgaben, Fracht u. s. w. 41,293,422 Pf. St.,und sie wurden verkauft für 61,896,214 Pf., sotaß die Compagnie daran einenNettogewinn von 16,692,852 Pf. hatte. Ans dem britischen Indien führte dieComragnie von 1892 in China ein für 65,136,131 Sikka Rupien Waaren (Sik-ka-Rnpie heißt die gewöhnliche Silbermünze in L)sti»dien, etwa 16 Gr.) und für241,411 Sikka Rupien ungemünztes Metall, und ihre Exporten aus China insbritische Indien betrugen 26,661,894 Sikka Rupien an Waaren und 26,996,903Sikka Rupien ungemünztes Silber. Was von andern englischen Kaufleuten inChina ausgeführt wird, beträgt wahrscheinlich eine halbe Mist. Pf. St. jährlich.Die Importen der übrigen Nationen Europas nach China bestehen hauptsächlich inungemünztem Gold, wofür Thee genommen wird, doch ist dies unbedeutend, dadie meisten ihren Bedarf von den Engländern nehmen. Mit Siam , Cambodza,Cochinchina, den asiatischen Inseln und Japan hat China einen sehr lebhaften Ver-kehr, in der neuern Zeit auch mit Rußland , und zwar sowol zu Lande, überKjächra nach Irkutsk u. s. w., als zu Wasser. Die Holländer, Engländer, Dä-nen, Schweden , Spanier und Amerikaner haben zu Kanton Factoreien, und diePortugiesen zu Macao eine Niederlassung.
Aus Siam und Tunkin werden ausgeführt: Zinn, Elefantenzähne, Dia-manten und andre Edelsteine, Goldstaub, Kupfer, Sülz , Betel, Pfeffer, Wachs,Seite, Bauholz und lackirte Waaren, und der Handel dieser beiden Länder isthauptsächlich in den Händen der Chinesen und Portugiesen. — CochinchinasHandel ist größtentheils in den Händen der Chinesen. Die Ausfuhrartikel sind:Zucker, Seite, Gold, Betelnüsse, Schwarzholz, Iapanholz, Büffelhörner, ge-trocknete Flscbe und Fischhäute.
Seit Vertreibung der Portugiesen aus Japan ist der Handel dieses Reichsfast bloß innerer. Die einzigen Ausländer, mit welchen tue Japaner noch einigenVerkehr haben, sind die Chinesen und die Holländer, und auch diese sind auf den Ha-fen von Nungasaki beschränkt. Die Chinesen versorgen die Japaner Mit Reis, ordin.Porzellan, Zucker, Ginseng, Elfenbein, Seidenstoffen, Nanking, Blei, Zinn -platten, Alaun u. dgl., und holen dafür Kupfer, Campher, lackirte Waaren,Perlen, Meerkohl und eine metallische Composition, Sowas genannt, welche ausKupfer und einer kleinen Quantität Gold besteht. Die Holländer holen haupt-sächlich Kupfer, Campher, Lack, lackirte Waaren. Nur 2 holländische und 12chinesische Schiffe dürfen jährlich im Hafen von Nangasaki einlaufen. Nach Air-kunft eines Schiffes und vorherigen Ceremonien werden die Waaren ans Land ge-schafft. Dann kommen die kaiserl. Beamten (denn der Handel mit dem Auslandeist Monopol des Kaisers), untersuchen die Güte und Quantität der Waaren, be-rathschlagen mir einander, und bestimmen den Preis der einheimischen Maaren