Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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WeitoeSlariS (dcutschcr Kuisco)

zwiespältige Papstwahlen am auffallendsten und hatte auf die Staatsverhältnissedie verderblichsten Rückwirkungen; gleichzeitig nahm in Deutschland das Faust-recht bei dem Mangel einer festen Reichsordnung und einer kräftigen Verwaltungsehr überhand. siede Parkei suchte sich durch Bündnisse zu stärken, um sich durcheigne Kraft den Schutz gegen Gewalt und Unrecht zu verschaffen, den die Geletzenicht verleihen konnten, und ein Bund der durch Reichthum mächtig und inutlnggewordenen Städte in Schwaben und am Rhein stand den Fürsten und dem Adelentgegen, die in mehren Gegenden Deutschlands ähnliche Verbindungen stifteten,wie die Gesellschaften mit dcni Löwen, mit den Hörnern und die Lt.-GeorgSgesell-schüft. W., der indeß meistens m Prag bei Weibern und Weißbier schwelgte, wiemau ihm vorwarf, sah unthätig tiefen Parteiungen zu, und es scheint, daß er dengrossen Stättebund heimlich aufgemuntert habe, um die Macht der Fürsten zuschwächen. Endlich bewog ihn die Gefahr, da diese Verbindungen dem köuigl. An-sehen drohten, durch einen allgemeinen Landfrieden denselben entgegenzuwirken.Auch die Städte traten später diesem Frieden bei; aber die „frunklich Stallung"(Einigung), die sie 138 t auf 4 Jahre schlössen und in den folg. I. verlängerten, warnoch nicht abgelaufen, als 1387 ein heftiger Krieg zwischen den Fürsten, Grafen und Herren und den verbündeten Städten ausbrach, worin diese nach dem entschei-denden Treffen bei Döffingen erlagen. W. saß indeß in Prag , und wenn er auchden Gesandte» der Reichsstände, die ihn ersuchten, nach Deutschland zu kommenund den Frieden herzustellen, nicht geantwortet hätte: „er wisse nicht, ob er ver-bunden sei, die Stände, die er nicht entzweit habe, zu vergleichen, und er müsse dasSchicksal des Wolfes in der Fabel befürchten, der zwei streitende Widder aussöhnenwollte", so handelte er doch im Sinne dieser ,hm in den Mund gelegten Worte; auchzu dem neuen Landfrieden, den er 138g zu Eger schloss, und wodurch er den -Ltadte-bund wie die Einigung der Fürsten aufhob, zwange» ihn nur die Umstände. DieNiederlagen und Verluste, welche die Städte erlitten hatten, hielten das Schwert inder Scheite. W. erfüllte dagegen gern den Wunsch der Stände, alle Iudenschuldengewaltsam zu tilgen, die für manche Fürsten und Städte sehr lästig waren; aberfreilich mussten alle Schuldner dem König, als Dbereigenthümer des Vermögensder siuden nach der Ansicht jener Zeit, 15 voni 100 bezahlen. Auch in Böhmen warW. nicht beliebt; er zog die Deutschen den Böhmen vor, handelte nach eigensinni-ger Laune, verdarb es mit dem Adel, als er die verpfändeten Krongüter gewaltsamzurückfederte und Einige, die sich weigerten, enthaupten ließ, und erregte allgemei-nen Haß, als er in den Streitigkeiten mit der Geistlichkeit sich Widerrechtlichkeitenund Grausamkeiten erlaubte. Sein Bruder selbst, König Siegmund v. Ungarn ,und s. Vetter Iobst, Markgraf».Mähren, waren wider ihn; so entstand 13Z4 eineVerschwörung der böhmischen Großen, die ihn überfielen und in Gefangenschafthielten. Die Schritte, die sein jüngsier Bruder zu s. Befreiung that, und die Dro-hungen, wodurch die deutschen Reichssiände die Loslassung ihres DberhauptS zubewirke» suchten, verschafften dem Gefangenen nach einigen Monaten s. Freiheit,die er, nach einer böhmischen Ldage, durch die Treue einer' Bademagd erlangt habensoll. W.'S Ansehen in Deutschland war indeß unrettbar gesunken. Er gab Anlaßzu dem Vorwürfe, daß er den mächtigen Zoh. Galeazzo Visconti für "Geld zumHerzoge von Mailand erhoben und dadurch das Reich geschmälert habe. Befek-dungen störten wieder den Landfrieden, und einige Ritterverbindungen, wie dieSchlägler, die von den silbernen Keulen oder Schlägeln, welche das Zeichen ib' 'SBundes waren, den Namen hatten, wurden so gefährlich für die öffentliche Rübe,daß auch die Fürsten ihren Bund verstärkte». Die Partei, welche der Koma bei derfortdauernden Kircheutrenuung ergriff und nach der Lage der Umstände auch billigergreifen mußte, trug wesentlich zu den Ereignissen bei, die ihm die deutsche Kroneraubten. Er vereinigte sich mir Frankreich, die beiden Päpste, »velche von den Ear -