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Wendekreis
Wenden
dinälen in Avignon und ihren Gegnern in Rom gewählt worden waren, zur Ab-dankung zu bewege», damit dann durch die einmüthige Wahl eines neuen Pap-stes der Kirchenftiede bewirkt werden könnte, und er übernahm es insbesondere,den Gegenpapst Bonisaz zur Niederlegung der päpstl. Würde zu vermögen, odergar zu nöthigen. Die Kurfürsten aber, deren die meisten jenen Papst anerkannthatten, waren mit W.'S Absicht nicht zufrieden; ani wenigsten der Erzbischof vonMainz , Joh. v. Naffau, der diesem Papste s. 'Würde verdankte. Dieser Umstandtrug nicht wenig zu den Schritten bei, welche die Kurfürsten gegen den König tha-ten, und cS ist sehr wahrscheinlich, daß Bonisaz, um W.'S Plan zu vereiteln, siekam aufgereizt habe. Die Klagen über des Königs Unthätigkeit und Sorglosig-keit wurden seit 1397 immer lauter, und man erkannte immer mehr, wie KönigS-hoven in s. „Elsasstschen Chronik" sagt, daß W. „nüt ein Mehrer des Reichs, alssich ein römischer Kaiser schreibt, sunder ein Münner was, und Versumer und einunnützer Mann des hilgen Reichs". Die Kurfürsten kamen endlich zu dem Ent-schlüsse, ihn abzusetzen. Die Frage aber, wer statt seiner erwählt werden sollte?entzweite sie; so kam es dahin, daß in der Versammlung zu Lahnst^ln nur dieKurfürsten von Mainz, Trier, Köln und Pfalz die Absetzung W.'S (1400) auS-sprachen und den Kurs. Ruprecht von der Pfalz , der s. Stimme dem Erzbischofevon Mainz übertragen hatte, zum König wählten. W. blieb dabei ganz gleich-gültig, und ohne s. Mitwirkung geschah es, daß er noch mehre Vertheidiger seinerRechte behielt, da die wenigsten Reichsstänte mit den Schritten der rheinischen Kur-fürsten zufrieden waren. Sein Nachfolger, Ruprecht, konnte überdies den einge-wurzelten i'lbeln so wenig als W. abhelfen; auch er hatte bald so sehr mit Parkeiun-gen und Lchwicrigkeiten zu kämpfen, daß kein Entwurf für die Ehre des Reichsausgeführt werden konnte. W. gerieth indeß mit s. Bruder Siegmund in neue Zwi-siigkeiten, deren Folge s. abermalige Gefangenschaft war, worin er zu Wien beinahezubrachte. Nach seiner Befreiung wurden ihm von s. Gegner Ruprecht Ver-gleichsvorschläge gemacht, die er aber nicht annahm, und erst, als nach dessen Tode(1410) die Reichsstände den König Siegmund auf den deutschen Thron hoben,gab W. durch einen Vergleich mit s. Bruder seine Ansprüche aus. Er blieb im Be-sitze seines Erdreichs und lebte in Böhmen in gewöhnlicher Unthätigkeit, welche nurdie durch Huß'S Lehren erregten Bewegungen unterbrachen, die W., der Geistlich-keit abhold, anfänglich begünstigte. Als aber nach Huß'S Hinricbtung, den derKönig eifrig ;u schützen suchte, seine erbitterten Anhänger in Böhmen sich erho-ben, wurde W. bei dem heftigen Aufstande derselben, der den blutigen Hussiten-krieg eröffnete, so sehr entrüstet, daß er vom Schlage getroffen ward und 1419starb. Neuere Geschichtschreiber haben ihn zu entschuldigen gesucht; aber wennauch viele Beschuldigungen, welche die Zeitgenossen ihm machten, aus Parteiwuthund aus dein Haffe der Geistlichkeit herstammen mögen, so wird doch s. Andenkenauch von dem Zeugnisse der beglaubigten Geschichte veruriheilt. (S. Pelzel's „Le-bensgesch. des rom. und böhni. Königs WenceslauS", Prag 1788—90, 2Bde.)
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Wendeltreppe, eine um eine Spindel sich windendeTreppe. — Wegender ähnlichen Figur heißen so gewisse einschalige Conchvlien, von denen die vcrzüg-liebste die echte Wendeltreppe ist, mit von einander abstehenden, frei umlaufendenWindungen. Sie findet sich auf der Küste Koromandel in Ostindien, ist gegen2 Zoll lang und wurde zuweilen mit 1000 Thlr. und mehr bezahlt.
Wenden wird von den Deutschen ein Zweig derSlawe n (s. d.) genannt,dezzen >Litze schon im 6. Jahrh, im nördlichen und östlichen Deutschland von derElbe längs der Ostsee bis zur Weichsel und südwärts bis an Böhmen bekannt wa-ren. 1) Die Obolriten wohnten in Mecklenburg als ein mächtiges Volk untereignen Königen. Heinrich der Löwe, Herzog v. Sachsen , rottete sie im 12. Jahrh.