Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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beinahe ganz aus. Au ihnen gehörten die Polaben, Wagner und Linonen.2) Pommern oder Wilzen, von der Oder bis an die Weichsel . Ihre Fürstenverbanden sich 1181 mit Deutschland , und starben erst 1637 aus. (Über Iulins. Slawen.) 3) Ukern (Grenzwenden), Heveller und Rhetarier inden 5 brandenburgischen Marken. Albrecht der Bär, Markgraf v. Brandenburg ,Nachbar Heinrichs des Löwen, bezwäng und vertilgtessie, nicht weil sie Heiden,sondern weil sie Slawen waren. (Die Kriechen predigten das Christenthum nichtniit dem Schwerte, und bekehrten ganz Sarmatien. Ja die Großmähren riefen sieselbst herbei, um von ihnen die Taufe zu erhalten.) 4) Sorben, richtiger Ser-ben, zwischen der Saale und Elbe; das alte Meißenland hieß daher bei den Böhmen Srbsko. 5) Lukitzer (nicht Lausitzer) m der Markgrafschaft Ober - und Nieder-lausitz. Die Serben hatten ihre eignen Herren, Fürsten und Könige, und dehntenihre Herrschaft über das heutige Osterland, Meißen , die beiden Lausttzen, das An-haltische, den Kurkreis und den südl. Theil des Brandenburgischen aus. Im 10.Jahrh, wurden sie mit deutschen Colonisten untermischt, vorzüglich die Gebirge mitDeutschen bevölkert, weil die Slawen des Ackerbaues wegen mehr die Ebenen lieb«ten, daher bloß die Gebirgsdörfer deutsche, die in den Ebenen beinahe sämmtlichslawische Benennungen haben. Aus St idten wurde diese Sprache mit Gewalt ver»drängt, und in Leipzig hörte man 1327 auf serbisch zu sprechen, obwol sich man-ches Wort auf dem Lande erhalten hat. Aus der Vermischung der Slawen mitFranken und Sachsen hat sich seit dem 10. Jahrh, die obersächsische Mundart ge-bildet; der slawische Mund milderte die Rauhheit germanischer Töne. Der Cha-rakter der von Serben abstammenden Familien sind die Endsylben itz, ik, nik, alsNostitz, Maltitz, Gablenz, Carlowitz, Zedtwitz, Metsch (soll sein Mec), Tersky,Lessing (soll sein Lesnjk, ein Lausiher von Kamenz), Tzschirner (soll sein Tscherniz).Oft erhielten aber auch die Eroberer ihren slaw. Zungmen von dem eroberten slaw.Besitzkhume. Don den Lauschern (von Luzice, ein niedriges sumpfiges Land, wiedie Nieterlausitz früher mir R»ht den Namen führen konnte) haben sich nur durchdie lange Verbindung niit Bohmen und die dann edler denkenden Beherrscher be-deutende Überreste erhalten. Die beiden Lausitzen bieten dem slaw. Ethnographen,Historiker und Philologen eine nothdürftige Nachlese aus der Vergangenheit undGegenwart dar. Die oberlausitzer Mundart nähert sich dem Böhmischen, die nieder-lausitzer mehr dem Polnischen. Die Form dem Deutschen nachahmend, nahm sieden Artikel undMehres an, wie die an Deutsche grenzenden Slawen in Steiermark ,Kärnthen und Kram. Don der Cultur der Sprache wissen wir vor der Verbreitungdes Christenthums, das theils mir Gewalt durch BoleSlauS, theils durch Belehrungdes frommen Bischofs Benno von Meißen eingeführt wurde, so gut als gar Nichts,denn kein Volksgesang der Slawen an der Elbe erhielt sich aus den Zeiten des Hei-denkhums; aber selbst dann ließ man sie unter dem härtesten Drucke schmachten;kein Lichtstrahl der Aufklärung drang durch die Finsterniß zu ihnen herab. Erst seitder Verbreitung eines menschlichen Geistes in Europa wurde ihr Schicksal erträg-licher, und erst seit der Reformation fingen sie an, ihren Dialekt zu schreiben. Imdreißigjähr. Kriege wollte man ihre Sprache ausrotten und gab ihnen deutsche Pre-diger, wodurch wirklich 16 Pfarren teutsch geworden sind. Im 18. Jahrh, wardman duldsamer und ließ ihnen ihr natürliches Recht der angestammten Sprache.Jakob Ticinus, ein Jesuit von Witgenow aus der Lausitz , riech in einem Büch-lein 1679 an, die böhmische Rechtschreibung auf die wendische Sprache anzuwen-den; allein sie befolgten seinen guten Rath nicht, wodurch sie sich an einen großenVolksstamm angeschlossen und ihre Literatur gehoben haben würden. Bierling(Z. I-), Pfarrer zu Porschwih, führte die bis dahin schwankende Rechtschreibung1689 auf bestimmte Regeln zurück, die ein Gemisch von deutschen und böhmi-schen sind. 1716 waren die Wenden so glücklich, eine Dildungsansialt zu Leipzig ,