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Werner (Friedrich Ludwig Zacharias )
ligkeit; W. schloß sich vor allen an den tüchtigen Mnioch und den jugendlich offe-nen Hitzig an. linken den schönsten Einwirkungen einer zauberischen Natur, einesherzlichen Umgangs und einer wohlthuenden Freiheit entstanden um 1800 die„Söhne des Thales", über welche sich der Vers. in einem Briefe an Hitzig 1801gelegentlich also ausdrückt: „Dir aufrichtig zu sagen, ich bin etwas, aber nichtviel, damit zufrieden; aber ich kann es unmöglich umschmelzen. Ich weiß, daßdas Ding, wenn auch einzelne Scenen Erzeugnisse einer nicht ganz unglücklichenPhantasie sein mögen, doch kein richtiges Verhältniß der Theile, viel Geschwätzund wenig Handlung, noch weniger aber dramatisches Interesse hat". Sein Auf-enthalt in Königsberg 1801—4, wohin ihn die zunehmende Krankheit s. Mut-ter gerufen hatte, verrieth schon damals manche verborgene Keime jener Denkart,für die er sich später so laut erklärte. Der 24. Febr. 1804, der Todestag der Mut-ter, ist durch die Dichtung gl. N. berühmt geworden. Im Besitze eines baarenVermögens von 12,000 Thlrn., das ihm durch den Tod s. Mutter zugefallen war,ging W. 1804 mit s. Gattin nach Warschau auf s. Posten zurück, wo er mit demgeistreicher Hoffmann in nähere Berührung kam, der auch zu dem daselbst vollen-deten „Kreuz an der Ostsee" eine originelle Musik schrieb. Durch die Verwendungniehrer Freunde, wie die Gunst des Ministers v. Schrötter, des damalige» Chefsdes neuostpreußischen Deport., welcher sich für die Sache der Religion und Mau-rerei lebhaft interessirte, ward er 1805 in Berlin als geh. erpedirender Secretairangestellt. Weder der Umgang mit Männern wie Ioh. v. Müller, Fichte, Uhden,Schadow, noch die Poesie, noch weniger s. Berussverhälmiß konnten ihn vor deinStrudel einer wilden Genießlust bewahren, woraus wol hauptsächlich die Tren-nung von s. dritten Frau (wider s. Willen) erklärt werden muß. Die für das dor-tige Theater gedichtete „Weihe der Kraft", in welcher die Geschichte mit mystischerPhantastik versetzt ist, setzte (180k) das Publicum in eine allgemeine Bewegung,welche sich später über ganz Deutschland ausbreitete. Bald rrieb ihn s. Reiselustvon Berlin über Prag, Wien, München, Frankfurt, Köln, und von da nach Gotha in die Nähe eines gebildeten Fürsten. 180' sah er zum ersten Mal mit tiefer Be-wunderung Göthe ; in diesem Gefühle ist er sich bis an s. Ende treu geblieben.Weimar zeichnete ihn mannigfaltig aus, doch kehrte er nach einem Zmonatlichenüberaus angenehmen Aufenthalt 1808 nach Berlin zurück, wo s. Gefühl von derFranzosenherrschaft so bitter verletzt wurde, daß er sich durch eine Reise nach derSchweiz zu befreien suchte. Zu Interlachen kam er bei einem Volksfest in den in-teressanten Kreis der geistreichen Baronin v. Stall. Während des Spätherbstes1808 war er in Paris, vertauschte es aber bereits im Dec. mit Weimar , wo er durchdie Huld des GroßherzogS v. Frankfurt (v. Dalberg) die Zusicherung einer Pen-sion erhielt. Fast um dieselbe Zeit ernannte ihn der Großherzog v. Hessen -Darm-stadt zum Hofrath. Noch ein Mal hielt er sich, zugleich angezogen von A. W.Schlegel, 4 Monate in Coppet bei der Frau v. StW l auf, durch deren Vermitte-lung er 1809 über Turin und Florenz nach Rom reiste. Er bekannte sich hier d.19. April 1811 zum kathol. Glauben, und zwar nach zuverlässigen Nachrichtenvorläufig insgeheim. Aus denifelben Grunde, weshalb er anfänglich s. GlaubenS-änterung keine Öffentlichkeit hatte geben wollen, studirte er zu Rom die Theolo-gie privatim, und, wie aus mehren Nebenumstanden hervorgeht, ziemlich oberfläch-lich. Neapel, Florenz, Venedig zogen ihn Wechselsweise durch Schicksal, Natur undKunstan. Mit patriotischer Freude sah er 1813 die siegreichen Heere der Verbünde-ten durch Frankfurt nach dem Rhein ziehen. In Übereinstimmung mit dem Willendes Erzbischofs v. Dalberg trat W. 1814 ins Seminarium zu Aschaffenburg undwurde bald nachher zum Priester geweiht. Zur Zeit des CongresseS, im Aug.1814, kam er in Wien an und predigte sogleich ungeachtet des Mangels an Übungvor einer außerordentlich zahlreichen Versammlung. Don 1816—11 lebte er