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Wertb
Weniigerode
nach Grundsätzen der Vernunft und Christenliebe an und für sich nicht schlechthin zuverwerfen, stoß nothwendig und unmittelbar aus s. ganzen Gcmüthsverfassung, wiedie Stuscnrcihes.Wcrke, die Mittheilung brieflicher Nachrichten, der Gang s. sittlrchen Lebens darthut. Clegen den Verdacht der Heuchelei schützt ikn die Seelenkunde,Sein Charakter, ursprünglich reich begabt, ist wol nie aus dem Zustande des Schwan-kens herausgekommen. Wenn er sich selbst der Sinnenlust und des Geizes anklagt,so darf man billig auch s. unermeßliche Eitelkeit in Anschlag bringen, die sich spätermit seiner Religiosität, hauptsächlich in einer falschen Demuth versetzte und so demalten Übel nur einen neuen Namen gab. Doch "erdienen s. tiefe Empfänglichkeit fürSchönes und Hohes, sein Festhalten an demselben ungeachtet einzelner Rücksalle, s.aufrichtige Menschenfreundlichkeit, s. unermüdlicher BerusSeifer. die geaehtetste An-erkennung. Er soll auch ein sehr angenehmer, liebenswürdiger Gesellschafter gewesensein. Sein Äußeres, das er auf eine unanständige Weise vernachlässigte, war nur be-deutend in dem Ausdrücke und der Form des Gesichts. Die gewöhnlichen Abbil-dungen trügen, schmeicheln ihm niit einer verzückten Heiligkeit, die er nicht hatte.„Wcrner's Theater" (Wien 181 st—17, 6 Bde.; bloß die „Makkabäei" fehlen).
Wernigerode , s. Stolberg. I . n.
Wernike (Wernig ke oder Warn eck, Christian), der berühmte deut-sche Epigrammist, ein geb. Preuße, lebte gegen das in fade Reimerei versunkeneEnde d. 17. Jahrh., als vielgewandtcr Geschäftsmann, von dessen äußern Ver-hältnissen wir nur so viel wissen, daß er Secrerair bei mehren Gesandtschaftenwar, sich längere Zeit in Hamburg aushielt und nach 1720 starb. Seine Epigram-me oder Überschriften, die zuerst in Hamburg 1704 und 1710 erschienen, erhobensich durch Kraft und Freiheit der Gedanken und des Stvls weit über ihr Zeitalterund wurden vielleicht ebendeswegen bald vergesse:,, bis Dodmer und später Ram -ler sie wieder erweckten, leider nicht ohne ve> besserungslustige Änderungen (Leipz.1780). In der deutschen Literaturgeschichte d. 17. Jahrh, spielt auch W.'S Streitniit den Reimschmieden Hunold und Posiel eine Rolle.
Werst (eigene!. Wersta), ein russisches Wegmaß; jede 1500 Schritt.104E Werst machen einen Grad des Äquators aus, mithin gehen beinahe 7 Wer-sie auf eine geographische oder gemeine deutsche Meile, und 20 Werste betragen soviel als 3 deutsche Meilen.
Werth (in der Nationalökonomie) bezeichnet den Grad der Tauglichkeiteines Dinges, als Mittel für menschliche Zwecke, und da nur solche Dinge, wel-che zugleich Güter sind, Werth haben können, so werden häufig die Ausdrücke:Güter und Werthe, als gleichbedeutend gebraucht. Der Mensch kann den Wertheines Guts bestimmen in zweifacher Beziehung, einmal unabhängig von andernGütern, und dann in Hinsicht auf selche Güter; im ersten Falle urtheilt er überdie Tauglichkeit als Mittel für menschliche Zwecke überhaupt, im letztem vergleichter die Tauglichkeit des einen Guts init der Tauglichkeit eines andern; jener ist derpositive, dieser der relative oder verglichene Werth. Hiermit Verbinder sich derUnterschied zwischen Gebrauchswerth und Tauschwerrh. Im weiter» Sinne hatjede Sache Gebrauchswerth, an welcher der menschliche Geist in irgend einer Be-ziehung Tauglichkeit zur Befriedigung irgend eines menschlichen Zwecks wahr-nimmt; ini engern Sinne besteht der Gebrauchswenh in der Tauglichkeit einesGuts, als Mittel für einen oder Mehre bestimmte eigne Zwecke erneS bestimmtenIndividuums, das jenes Gut entweder besitzt oder zu besitzen strebt. Der Tausch-werth eines Guts besteht in der Tauglichkeit desselben, sich für dieses Gut auf demWege des Tausches irgend ein andres Gut zu verschaffen, gleichviel, dies andreGut sei ein Gut von Gebrauchswerkh für den Begehret, oder ebenfalls nur vonTauschwerth. Bloß sinnliche Güter können Tauschwerth besitzen, nie geistige,wie groß auch immerhin ihr Gebrauchöwerth sein mag. Mit dem verglichenen