Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Weserhandel

das Interesse des handelnden Standes vor Augen hak, insbesondere aber ihr zweck-mäßiges Abgabenshüem, sichern ihr diese Verzüge und ihre eigentlich einzige Wohl-standSguelle. ZuM Theil hat es sogar Bremen seiner von Zeit zu Zeit verbesser-ten Zolleinrichtung zu tanke», daß die letzten beiden in der ganzen hantelnden Weltals besonders nachtheilig bekannten Handelsjahre weniger bemerkbare Spureneiner Abnahme der Geschäfte als in ten meisten andern Handelsplätzen äußerten.Indem wir einige vergleichende Blicke auf den bremer frühern und jetzigen Handelwerfen, geben wir zugleich den Maßstab der Wesorhandelsschifffahrt an die Hand.Noch im 17. Jahrh, besuchten die bremer Schiffe nur die europäischen Küsten desatlantischen Meeres, die Ostsee, Norwegen, Archangel, Grönland und Island .Damals konnte Bremen noch nicht direct nach den Eolomen handeln. Der bedeu-tendste seiner ausgeführten Artikel war Leinwand, für welche es (169p) I Mill.Thlr. aus England holte. 90 Jahre später schickte England schon in einem ein-zigen Jahre 69 mit seinen Fabricaten beladene Seeschiffe dahin. Kaum hatte aberder direkte Handel nach denColonien einen neuen Markt eröffnet, so kam der Han-del auch schon wieder bedeutend in die Hände der Deutschen . In der Zwangszeitdes ContinentalsystemS sank er natürlich um so tiefer herunter. Dagegen schwebtedie Einfuhr in Bremen von 1815—20 jährlich zwischen 14 und 16 Mill. Thlrn.,die Ausfuhr 1818—20 zwischen 4 und 6 Mill.; allein die meisten Gegenständeder erster» kamen roh dahin und wurden in den deutschen Fabriken verarbeitet undzum großen Theile wieder mit Nutzen ausgeführt. Bald stieg aber auch die Aus-fuhr mehr in die Höhe. Für deutsche Leinwand allen, berrug sie 1818—208,057,910 Thlr. Von Getreide und Wolle wurde bei weitem der größte Theil undfür eine 3 Mal stärkere Lmmme nach England gebracht, als dieses M mufacte nachBremen lieferte. Wie sich der Werth der Ausfuhr in den jüngsten Zeiten verhält,ergibt sich aus folgender zuverlässiger i'lbersicht: 1822 betrug der Werth der Aus-fuhr 28,822,398 Thlr.; 1823 25,655,348 Thlr.; 1824 23,153,931 Thlr.;1825 25,771,583 Thlr. Eingeführt wurde in Bremen leewärts 1822 an Werthim Durchschnittspreise für 11,424,738 Thlr.; 1825 für 9,038,090; im I.1824 für 7 ,344,294 und 1825 für 9,111,064 Thlr. Dabei ist die Einfuhraus dem Oldenburgischen nicht in Anschlag gebracht. Die größte Zahl der see-wärts zu Bremen angekommenen -Lchiffe lieferte 1823 mit 1126; gewöhnlichkommen aber deren zwischen 900 und 1000 an. Nach abgeschlossener Weser-schifffahrtsacre ließ sich die freie Stadt Bremen angelegen sein, einen SchifffahrtS-und Handelsvertrag mitEngland abzuschließen. Er kam auch wirklich äußerst Vor-theilhaft für den Weserhantel auf der Grundlage der Reciproci.ät im Sept. 1825zu Stande. Nicht minder wurde Bedacht genommen, im Geiste der Weseracte diebremer Handels-und Schifffahrtsabgaben abzuändern. Außer dem eigentlichenWaarenzoll hat dadurch eine zweite Classe von Handelsabgabe» — diejenige vonden für den bremischen Handel befrachteten Seeschiffen — kürzlich eine Umwand-lung erlitten. Bremen unterhält seit Jahrhunderten die zum Betriebe der See-schifffahrt unentbehrlichen Sicherungsanstalten auf der Unterweser . Es legt vonder Stadt bis weit in die offene >Lee auf einer Strecke von 12—13 Meilen dieTonnen zur Bezeichnung des Fahrwassers, es unterhält vor der Weser eine Baakeoder einen Signalthurm und ein Leuchtschiff, um auch bei Nacht dem Schiffer dieBahn zu zeigen. Als Beitrag zu Bestreitung der teßfallsigen sehr bedeutendenKosten erhob Bremen seit den ältesten Zeiten von allen die Unterweser befahrendenSchiffen, sie mochten für Bremen oder für irgend einen andern Uferxlatz bestimmtsein, eine Abgabe, die sich nach der Größe der Schiffe, ihrer Lastenträchtigkeitrichtete, und deßhalb Lastgeld genannt wurde. Außerdem mußten alle für Bre-men befrachtet einkommende Schiffe noch eine besondere Abgabe unter deni Namendes GildegeldeS, und die von Bremen bisHolland oder in die Elbe gehenden Küsten -