Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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224 Weserhandel

wenn widrige Winde es an der Mündung der Weser erschweren. Man wird dannlernen, bei der Wohlfeilhcit der Butter, die am Oberstrom immer theurer ist, durchAnsaat engl. Grasartcn aus Glocester und Ehester und durch britische Reinlichkeitbeim Käsebereiten einen guten engl. Käse Deutschland anzubieten; denn Klimaund Boden erlauben das. Lang ist das braunschweigische Weserufer weder beiThedinghausen noch bei Holzminden . Getreide, Holz, Hopfen, Porzellan undObst werden aus dem Braunschweigischen einen leichtern Absatz auf der vielbefah-renen Weser als durch die kostbare Landfracht nach Bremen finden. Preußen hatnur eine mäßige Weserufergrenze bei Minden und bei Hö.rter, und besitzt nur beiersterm beide Weseruser. Desto breiter ist aber rückwärts das preuß. Gebiet. Insolchem dürften der Rhein, die Ems unk die Weser mittelst der verlängerten und auS-getiesten Lippe in Verbindung gebracht werken. Kurheffen hat fast nur am linkenWeserufer, desto mehr aber längs der Werra, Fulda , Diemel, Schwalm, Eder ic.,die alle ins WeserHebiet abdachen, fruchtbare und unfruchtbare Berge und Thäler,die ein genügsames und.fleißiges Volk bewohnt. Zu seinem Hauptbedürfniß ge-hört mehr Wiesenverbefserung und leichter Absatz zu Wasser von manchen eigen-thümlichen Erzeugnissen seines Bodens, von Mineralien, die verarbeitet das Aus-land an der Niederweser schätzen würde, wenn es solche in ihrem Wer,he, wie dieherrliche Töpferwaare und den Basalt, kennte. Eisen, Hol; und Linnen kaunKurhessem weit mehr als bisher ausführen. Der Obstbau edler Sorten wird nichtgenug betrieben, weil der Wasserabsatz der Producte bisher zu gering war. AmGestade des Weserstroms gehört jede Thonarbeit den Hessen , die z. B. in Groß-allmerode dem Chemiker selbst jenseits des Weltmeers die feuerfesten Tiegel liefern.Hier an den Ufern der Nebenströme faulte noch fast ungenutzt mancher Eichbaumund andres Nutzholz. Hier müssen künftig große Seeschiffe als Gerippe, mit demzur inneren Verzimmerung des Ausbaues geschnittenen Holze von Wchiffszinimer-leuten gefertigt, als Fracht des GerivreS nach den Werften der Niederweser hinab-geschifft werden. Unter ähnlicher Vorrichtung schwimmen bisher jährlich auS-denWerften an der Leda und aus PapenburgS Mooren bedeutende halbgezimmerkeSeeschiffe in die Ems nach Emden und Leerort zum völligen Ausbau hinab. Wasauf der wasserarmen Ems möglich ist, das muß auf der wasserreichen, Weser mög-lich werden. Lchaiimburg-Lippe hak am äußersten GebirgSthale der Weser treff-liche Steinbrüche und Steinkohlenwerke. Beide kann bei bequemerm Wasser-transport auf der Weser das Land weit mehr als bisher liefern, und die Nieter-weser verbrauchen. Auch Lippe-Detmold muß von der verbesserten Weserfahrtviel Vortheil beziehen, besonders die domainenreiche Kammer ihr vieles Holzhöher benutzen, und die öde Sennerheite durch Vertheilung zu Familienstellen undWaldbesamung des schlechter» Theils, nützlich für sich und die Unterthanen um-wandeln. Wesentlich nützlich dürste es übrigens dem Weserhandel sein, wennder §. 49 der Weseracte wegen der Nebenflüsse schon hätte in Ausführung ge-bracht, und dadurch der Weserschifffahrt der Weg ins Innere von Thüringen undHessen gebahnt werden können; allein das scheint bisher bei allen betheiligten Re-gierungen, der Localzollsysteme halber, große Schwierigkeiten gefunden zu haben.Nur Hanover sucht die Bestimmungen der WeserschifffahrtSacte, so weit es ge-schehen kann, auf die beiden Nebenflüsse, die Aller und Leine, anzuwenden. Ver-möge seiner Verordnung stellt es die Patente für die Beschiffung dieser beidenFlüsse auch für die Weser aus, sowie die Patente der Weserfchiffe aus den übrigenUferstaaten auch für die Aller und Leine gültig sind. Der große Plan, die Einsund die Weser mittelst der verlängerten und auSgetieften Lippe mit dem Rhein inVerbindung zu setzen, schreitet zwar langsam, aber desto sicherer vorwärts, und mitihm wird Hollands anmaßliches Monopol zum Nachtheil Süddeutschlands ver-nichtet werden. (W. Rheinschifffahrt.) Die Idee, auch die Elbe mit der