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stören und beschränken zu lassen. Zugleich erklärte der Großherzig diese Sache süreine allgemeine Kirchenangelegenheit deutscher Nation und brachte die unter seinerAutorität 1818 zu Karlsruhe mit ofstciellcn Aktenstücken herausgegebene Denk-schrift: „Über das neueste Verfahren der römischen Curie gegen den Bisthumsver-Weser v. Wessenberg rc.", an den Bundestag zu Frankfurt . Über seine Streitigkei-ten mit der römischen Curie vgl. „Ausführliches RechlSgutachten über das Verfah-ren des römischen Hofs in der Angelegenheit der kvnstanzer BiSthumsverwaltungdes v. Wessenberg rc.", von I. L. Koch. Eine Beurtheilung der wichtigsten fürund wider W. erschienenen Schriften enthält „Hermes", Nr. VI. Endlich wardin Folge des Concordais mit dem Papste 1821 das Bisthum Konstanz aufgelöst,und ein erzbischösticher Sitz zu Freiburg errichtet. Dadurch verlor W. seine Stelleals Verweser. — In der Versammlung der Stände des Großherzogihums Badenzeichnete sich W. unter den Mitgliedern der ersten Kammer durch Thätigkeit undgroßherzige Denkungsart aus. Man besitzt von ihm auch eine treffliche Geschichtedes Volksschulwesens in Deutschland („Die Elements! btldung des Volks rc.", Zü-rich 1814), sowie einige kleine ascctlsche Schriften, als: „Die Bergpredigt unsersHerrn und Erlösers" (1820); „Jesus , der göttliche Kinderfreund" (1820); „DieAuferstehung unsers Herr», Betrachtungen an seinem Grabe" (1821), und „Jo-hannes, der Vorläufer unsers Herrn und Erlösers" (1821). Noch Hüter heraus-gegeben 2 Sammlungen seiner Gedichte („Neue Gedichte", Konstanz 1821) und„Die christlichen Bilder, ein Beförderungsmittel des ckristl. Sinnes" (2 Bde.,Konstanz 1826 — 21), ein Buch, i» welchem er den Zusammenhang der schönenBildekunst mit dem Christenihume historisch und ästhetisch betrachtet. lb.
W e st (Benjamin), berühmter Maler, geb. 1138 in Pennsvlvanicn, wohinseine von einer alten engl. Familie abstammenden Dorültern wegen ihrer Anhäng-lichkeit an die Lehre der Quäker 1689 gewandert waren. Es ist kaum begreiflich,wie in einer Gemeinde, die meist mit Ackerbau sich beschäftigt zu haben scheint, diedurch ihre Lage vo» allen feinen Genüssen des geselligen Lebens abgeschnitten warund überdies als einen ihrer Grundsätze annahm, daß alle Lebensbeschäftigungen,die nicht eine unmittelbare Beziehung auf Nutzen, auf Befriedigung menschlicherBedürfnisse haben, nicht nur unnütz, sondern selbst sündhaft sind, ein Künstler ent-stehen konnte, der bloß durch eigne Geistesanlagen zu bedeutender Höhe sich erhob,und nachdem er eine kurze Zeit der Betrachtung der großen Meisterwerke, die Ita-lien ihm darbot, gewidmet hakte, sich einen Rang unter s. Zeitgenossen erwarb. Infrüher Jugend, ehe er irgend ein Kunstwerk gesehen hatte, machte er seine erstenVersuche und widmete, wie es scheint, alle seine Mußestunden der Kunst, bis ernach und nach durch die Empfehlungen seiner Freunde, die ihre Dedenklichkeitenüberwanden, und durch den Beifall, den er sich als Portraitmaler ei warb, dahinkam, die Kunst als Gewerbe auszuüben. 1160 kam er nach Rom , wohin er Em-pfehlungen an angesehene Männer mitbrachte, welchen der Umstand, daß ein Quä-ker aus Amerika die Kunst in ihrer Hauptstadt studiren wollte, etwas Neues war.Man war sehr neugierig, den Eindruck zu b.obachten, den die Kunstwerke auf ihnmachten. Ein Zug von beinahe 80 Kutsche» enthielt eine angesehene Gesellschaft,die dem jungen Amerikaner die Meisterwerke der Kunst zeigen wollte. Mit demApollo von Belvedere sollte der Ansang gemacht werden. Die Bildsäule stand zujener Zeit in einem Behältnisse, dessen Thüren sich so öffneten, daß man sogleich dievortheilhasteste Ansicht des Bildes hatte. W. ward auf den günstigsten Standpunktgestellt. Als der Aufseher die Thüren öffnete, wurde der Künstler von einer plötzli-chen Erinnerung ergriffen und rief aus: „Mein-Gott, wie ähnlich einem jungenMohawkkrieger!" Nicht wenig überrascht von diesem Ausiufe, fragte man ihn,worin er die Aehnlichkeit finde, unt er beschrieb die Erziehung dci Mohcwk-Indioner,ihre Gewandtheit im Bogenschießen, die bcwunderncwürtige Schnellkraft ihrer
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