Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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West

Glieder, und wie sehr ihre Regsamkeit die Brust ausdehne und ihr schnelles Ath-men im Lause die Nasenflügel erweitere und ihnen jenes anscheinende Bewußtseinder Kraft mittheile, das im Apolls so edel ausgedrückt ist. Nachdem er sich 3Jahre in Rom und andern Städten Italiens aufgehalten hatte, besuchte er Eng-land 1783, wo er an ausgezeichnete Männer, u. A. an Reynolds (s. d.) undan den berühmten Landschaftmaler Wilson empfohlen war. Damals hatten inEngland die Talente von Reynolds, Gainsborough , Wilson eine neue Morgenrö-the der Kunst herausgeführt. Die Gesellschaft für die Ermunterung der Künste,Manlifaettllen und des Handels veranstaltete jährliche Ausstellungen von Gemäl-den und Zeichnungen zu Preisbewerbungen. Die ausgebildeter» Künstler bildeteneinen Verein zur Ausstellung ihrer Werke, der 1765 u. d. N. 1 lio inre»s»»r->te<1ti-ii-i vom Könige bestätigt wurde. W. schickte gleich nach seiner Ankunft derGesellschaft 3 Bilder zur Ausstellung, die so viel Beifall fanden, daß man ihn zueinem der Bberbeamlen des Vereins ernannte. Seine Gönner ermunteiten ihndurch freigebige Best llungen, Niemand aber war thätiger für ihn als der Erzbi-lchos von Bork, denen Bemühungen es gelang, den König auf W.'s Gemälde,Agrippina mit der Asche des GermanicuS landend, aufmerksam zu machen. Diesführte zu einer Verbindung mit dem Könige, die für W. selbst, wie für die Künstein England, die wohlthätigsten Folgen hatte. Die erste war die Stiftung der kö-nigl. Kunstakademie. Der oben erwähnte Künstlerverein bestand grvßtentheils ausmittelmäßige» Menschen, und in der Verwaltung desselben fanden so engherzigeRücksichten statt, daß Repnolds, W. und andrd ausgezeichnete Mitglieder sich da-von trennten. Sie entwarfen den Plan zu der Akademie, die 1768 vom Königebestätigt wurde und von dem Ertrage der jährl. Kunstausstellungen erhalten werdensollte, wozu der König nur in den ersten Jahren eine» Zuschuß zu geben brauchte.Von dieser Zeit an nabmen die Künste einen höher» Aufschwung; die Theilnahmedes PublicumS wurde durch die Ausstellungen rege erhalten, und der LLchutz desKönigs, dem sie auch ihren prächtigen Sh in -Vommersethouse verdankte, gabihr ein Ansehen, das die eignen Verdienste ihrer Mitglieder allein ihr nicht würdenverliehen haben. Diese Begünstigungen waren jedoch keineswegs hinreichend, derhistorischen Malerei in England einen Boden zu gewinnen, wo Portraitmalereider einzige Kunstzweig war, der Aufmunterung fand, und die Bemühungen derMänner, durch welche die neue Akademie unterstützt wurde, konnte», ohne wirk-samen Beistand der Regierung, dem Volksgeschmacke nicht eine höhere Richtunggeben. Selbst der Einfluß des Königs war nicht bedeutend, und die Begünstigung,die W. von ihm erhielt, war, bei aller Freigebigkeit, mehr die Folge einer persön-lichen Achtung gegen den Künstler, als das Ergebniß höhererKunstansichten. Klein-liche Vorurtheile traten dem Stieben der Künstler auf andre Weise in den Weg,wie auch W. erfuhr, als er schon 1766, in Verbindung mit Repnolds und andernausgezeichneten Malern, dem Dechant der Paulskirche den Antrag machte, für dieursprünglich von Christoph Wren (s. d.) zu Gemälden bestimmien Wandftldcrunentgeltlich Bilder zu malen, um auf diese Weise die der Verbreitung des Kunstge-schmacks so förderliche Sitte, Kirchen mit Gemälden zu zieren, allmälig einzufüh-ren. Der Dechant und das Capitel nahmen den Antrag an, aber der Bischof vonLondon war engherzig genug, durch seinen Widerspruch den schönen Entwurf zuvereiteln. Der König beschäftigte darauf W.'s Talente gegen 20 Jahre lang zurVerschönerung des Schlosses Windsor, wo man im Audienzzimmer 6 Gemäldeaus der Geschichte Eduards III. auszeichnet. Er nahm so lebhaften Antheil ander Ausführung dieser Entwürfe, daß er ein Kunstfreund wurde, und hegte dieAbsicht, eine Privatcapelle im Schlosse durch Gemälde aus der biblischen Geschichteverzieren zu lasse», da er glaubte, der duldsame Geist des Zeitalters sei einer sol-chen AuSschmückiing der Kirchen günstig. In seiner ängstlichen Gewissenhaftigkeit