Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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West

aber berieth er sich vorher mit einigen angesehenen Geistlichen der bisckwfl. Kirche,welchen er W.'S Entwürfe vorlegte, und erklärte der Versammlung, er selberhalte diese Verzierung der Kirchen für etwas Unschuldiges, werde aber von demGedanken abgehen, wenn man glaube, dass er, als Haupt der engl. Kirche, ver.bunden sei, der Einführung von Bildern in Kirchen vorzubeugen. Die Geistli-chen fanden nichts Bedenkliches darin, und der König gab W. den Auftrag, dieArbeit anzufangen, und sein Baumeister Wvarr mußte den Riß zur Capelle ent-werfen. W. war bis zum Sommer 1801 lbätig, wo Wyatt ihm auf höhe,,!Auftrag meldete, daß mit der Arbeit an den Gemälden für die Capelle bis auf wenter» Befehl innegehalten werden sollte. Die Weisung kam, wie W. späte, hin er-fuhr, von der Kouigin. Der Künstler, höchst empfindlich über diese Behandlung,beklagte sich in einen, Briefe an den König, der zu jener Aeit wieder einen Anfallvon Geisteskrankheit hatte. Als er den König späte, in Windsor sah, wußte die-ser weder von des Baumeisters Botschaft, noch von W.'s Briefe etwas und gabdem Künstler den Auftrag, mit seiner Arbeit fortzufahren. W. sah seitdem denKönig nicht wieder, fuhr aber fort, an seinen Gemälden zuarbeiten, und bezogdie ihm angewiesene Besoldung von 1000 Ps. Stei l, jährlich, bis zu dein völligenAusbruche der Gemüthski ankheil des Königs, wo man ihm, als er seinen Gehalterheben wollte, ohne Weiteres meldete, die Aahlung »verde aufhören, und dicEi»richtung der Capelle nicht stattfinden. 3b. verschmähte es, weitere Schritte indieser'Angelegenheit zu thun, sondern faßte den Entschluß, die Entschädigung fürseinen Verlust bei dem Publicum zu suchen. Früher schon halte er sich von derAkademie, deren Präsident er eine Zeit lang war, zurückgezogen, und dagegenthätigen Aniheil an der Stiftung der 1800 unter des Königs Schutze gegrün-deten l.iiiöck, lnWiuiüu, genommen, welche für die Beförderung der Künstein England so wohlthätig geworden ist, da si- durch ihre Ausstellungen ausgezeich.neken Kunstwerken einen Markt eröffnete. Er wurde für die Stiftung einer solchen Anstalt begeistert, als er 1802 m Pari» Rapoleons großartige Entwürfe ken-nen lernte und die Galerie im Louvre bewunderte. Fox war zugegen, als W. dar:that, auf welche Weise die Beförderung ter Künste, selbst hinsichtlich des Handels,füi England von der größten Wichtigkeit sei. Der Staatsmann hörte ihm auf-merksain zu und sagte mit dem Tone des Bedauerns: „Ich bin von Kindheit an inder Wiege der Politik geschaukelt worden, und habe bis jetzt den Vortheil, den dieKünste, selbst in politischer Hinsicht, dem Wohlstände und dem Ruhme einesLandes bringen können, nie so lebhaft erkannt. Ich gebe Ihnen mein Work,wenn es je in meiner Macht stehen sollte, unsere Regierung zur Beförderung derKünste zu bewegen, so werde ich unserer heutigen Unterredung gedenken". Gleichnach W.'S Rückkehr ward der Entwurf zu dem neuen Vereine gemacht, ter durchBeiträge wohlhabender Kunstfreunde und durch den Ertrag von Ausstellungen un-terstützt werden sollte. Als Fox nach Pitt'S Tode aus Ruder kani, erinnerte er sichseiner früher» Versprechungen, aber sei» Tod vereitelte seine Absichten. In W.'SPlane lag besonders auch die Stiftung einer Nationalgalerie von Gemälde», undals um jene Zeit die Shakspearegalerie zum Verkaufe ausgebet, n ward, kaufte derVerein der Kunstfreunde das Gebäude zu jenem Zwecke. Der Minister Perccvalnahm W.'S Vorstellungen mit abstoßender Kälte aus, da er sowol die Bemühungender Institution als die Gründe, wodurch man den Anspruch der Künste auf Unter-stützung von Seiten des Staats darzuthun suchte, für Schwärmereien hielt, undals er später (1812) durch äußere Einflüsse für den Entwurf gewonnen war, siel erunter der Hand eines Mörders. Die Institution blieb bloß Privatunternehmen underhielt weder Unterstützung noch Schutz vorn Staate. W. hat unstreitig weit mehrdurch die Beförderung dieser Anstalt und der Kunstakademie als durch seine eignenWerke zur Beförderung der Kunst in England gewirkt. Es fehlte ihm an jener