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Zwölfter Band. W bis Z.
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ausgezeichneten Geisteskraft und jenem kühnen Schöpfergeiste, die den großen Kunst»ler bilden. Er kannte die Regeln, und s. Composition und Gruppirung ist immerwissenschaftlich. Seine Zeichnung hat das Verdienst der Richtigkeit, aber s. Coloritist nicht harmonisch und verräth offenbar wenig Studium. Er überrascht nie durchOriginalität desGedankens, durch kräftiges Gefühl, und es fehlt ihm jene Kraftdes Charakters und Ausdrucks, die einem Werke das Gepräge des Genies gibt.Mit den ital. Meistern verglichen, würde man ihn zur mechanischen Schule des Pie-tro von Cortona rechnen müssen, der noch über ihm steht. Doch machte s. Tod desGenerals Wolf auf Nelson einen tiefen Eindruck, und W. mußte dem Heldenversprechen, auch ihm s. Talent zu widmen. So entstand nach der Schlacht bei Tra-salgar W,'s schönes Bild: Nelson's Tod. Als er zu Anfange der Regentschaftdes K. Georg I V. s. Gehalt verlor, vollendete er mehre große Gemälde, obgleich erbereits sein 70. I. erreicht hatte, und eine Abnahme s. Geisteskräfte sichtbar wurde.Diese Werke stehen weil unter den Erzeugnissen s. kräftigern Mannesalters, undhaben wol mehr durch ihre ungewöhnlichen Maßverhältnisse als durch ihren Werthden Belfast des Publicumg erworben, der ihn für die erlittenen Verluste reichlich ent-schädigte. Die bedeutendstenWerke, die er in dieser Zeit ausstellte, waren: Christus,die Kranken und Lahmen im Tempel heilend (von der Britischen Institution für5000 Pf. gekauft), und derTod auf dem fahlen Pferde. Sie erwarben ihm mehröffentlichen Beifall als s. schönerKönig Lear, den er für die Shakspearegalerie malte,und Paulus auf der Insel Melite, die Natter von der Hand schüttelnd (in der Ca-pelle desHospitalS zuGreenwich: ein Bild, das hinsichtlich derErfindung, Gruppi-rung, Anordnung der Theile und Dertheilnng des Helldunkels zu den vorzüglichstenWerken der engl. Schule gehört). W. starb in s. 83. I. zu London 1820 und hin-terließ eine ansehnliche Sammlung von Gemälden, die nach s. Tode verkauft wurden.— Schätzbar ist Galt's „lük,! anst -iln.Ii^ „s ll. ^Vest" (London 1816 u. 1820).

Westenrieder (Lorenz v.), Geh. geistl.Rath, bairischerGeschichtschrei-ber, geb. den I.Aug. 1754 zu München, wo er das Gymnasium und Lyceum besuchte,ward erst Weltpriester, dann nach Aufhebung der Jesuiten 1773 Pros. der Poesiein Landshut, und im folg. I. Pros. der Rhetorik zu München . Seine „Erinnerun-gen über die Ursachen des geringen Nutzens, den man in schulen aus der Lectureveralten classischen Autoren erhält", erschienen 1774 ohne seinen Namen, wurdenin der „Allgem. deutschen Bibliothek" (35, Bd„ 1778) sehr gelobt und finden sichin seinen „Reden und Abhandlungen" (München 1779). In höherm Auftrageschrieb er 1775 eine „Allgemeine Erdbeschreibung für die 5 Gymnasialschulen", in3 Bdn., 1776 eine „Allgemeine Erdbeschreibung für die kurbairischen Realschu-len", in 2Bdchn., nebst einer „Beschreibung des Weltgebäudes". Beide Schriftenerwarben ihm Achtung und Zutrauen. Für die Akademie schrieb er eine Rede:Über den Werth, welchen die Griechen und Römer in öffentliche Denkmäler, dannin religiöse und bürgerliche Feierlichkeit gesetzt, und wozu sie selbe benutzt haben",1778, Zu gleicher Zeit verfertigte er ein keroisches Drama: „Mark Aurel ", nach-dem er 1774 ein Lustspiel: „Die beiden Candidaten", herausgegeben hatte. Dieseskürzte die verwitwete Kursürstin selbst für das Hoftheater ab, jenes rührte den Kurs.Map. Joseph, welcher der Vorstellung im Schulhause beiwohnte, so sehr, daß erden Vers. nach der Vorstellung zu sehen wünschte. Hierauf erschien 1777 s. „Ein-leitung in die schönen Wissenschaften", 1. Thl. Von jetzt an widmete er sich beson-ders der Vaterland. Geschichte, nachdem er 1776 Büchercensurrath, 1777 Mit-glied der Münchner Akademie der Wissenschaften geworden, und es erschienen seine„Bairische Beiträge zur schönen und nützlichen Literatur" von 1779—81; ausdiesen erweitert: „Leben des guten Jünglings Engelhof", 2 Bde., 1782; „DerTraum in 3 Nächten", 1782; außerdem „Beschreibung der Haupt- und Residenz-stadt München ", 1782. Als Fortsetzung der „Bairischen Beiträge" erschienen