Wette (de) 2-Z7
alter Tlassiker in allen Formaten ging aus seinen und seiner Söhne Pressen hervor.— Aus dieser Familie flammt auch Johann Jakob W. (geb. zu Basel 1683.st. 1754), derHerausg. desN. Test. im gricch. Text (Anist. 1751, 2Bde., Fol.).
Wette (Wilhelm Martin Leberecht de), I>. und Pros. der Theologie an derUniversität in Basel , ward 1780 unfern der Residenzstadt Weimar in dem DorfeUlla geb., wo sein Vater Geistlicher war. Von diesem frühzeitig zum Predigerbestimmt, ward er zuerst auf die Schule des nahen Städtchens Burisiädk und von da1786 auf das Gymnasium zu Weimar gebracht. Der damalige Gomnasialdn ector,der berühmte Archäolog Böttiger in Dresden, empfahl ihn dem damals in Weimar lebenden cmigrirtensi anz, Parlamentsredner Mou» ,cr(s. d.). welchem das herzogt.LusischloßBelvedere zu einer Erziehungsanstalt für junge Ausländer, nutet denen diemehrsten aus England kamen, eingeräumt worden war. Diesem, sowie dem SohneMounier'S (gegenwärtig Pair v. Frankreich ), mußte de W. in mehre»GegenständenUnterricht ertheilen, und sogar den jungen Mounier einige Monate lang auf einerReise zu Verwandten in die Schweiz und nach Grenoble begleiten, von welcher er je-doch ohne sonderliche Liebe zu den Franzosen zurückkehrte. Während derGriimastal-fahre trat er nebst Peucer in eine enge likerarische Verbindung mit mehren ausgezeich-neten Gymnasiasten, worunter Schmidt, jetzt RegierungSrath n, Weimar , Hase,jetzt Bibliothekar und Mitgl. des Nationalmstitutü in Paris , Aimiiiermann, jetztPros. an einem Hamburger Gymnasium, u. A.m. In dieser Verbindung, welcheBöttiger undHerder im Stillen beobachteten und unbemerkt leiteten, durchdrängensich die ernstesten wissenschaftlichen'Anstrengungen und wetteifernden Leistungen mitden fröhlichsten Iuzendscherzen, denen selbst de W.'S sonst finsterer Ernst nicht znwiderstehen vermochte. Letzterer ward bei den Aufgaben, die ihm die Schule, derVerein oder die eigne Neigung machte, leicht zu einer Art von Enthusiasmus, in des-sen stürmischen Ausbrüchen er bisweilen die Grenze desGehörigen zu überschreite»in Gefahr war. Ausgezeichnet durch philologische Kenntnisse und classische Bildung,bezog er 1799 die Universität Jena, und widmete sich dem Studium bei Theologie.Vor allem Andern zog ihn die Erklärung der Bibel, besonders des A. T. an, und diedarauf verwendeten Studien führten ihn zu dem Entschlüsse, gegen seines VatersWunsch dem akademischen Lebe» sich zu widmen. Er trat daher 1805 als akademi-scher Docent mit einer Probeschrift über die Mosaischen Bücher auf und fand mitseinen Vorlesungen darüber bald ausgezeichneten Beifall. Schon 1807 ward er alsaußerordenil. Pros. der Philosophie nach Heidelberg berufen und rückte nach 1809als ordentl. Pros. der Theologie in die dortige theologische Facnltär ein. Unerwartetschnell jedoch folgte er 1810 einem Rufe an die neugcstiftete Universität in Berlin ,Die theologische Facultät in Breölau bewies ihre Anerkennung durch »»gesuchteÜbersendung des theologischen DoctordiplomS. Durch seine akademischen Vorträgewußte er die Geister anzuregen und die Herzen der Jünglinge mit Liebe ebensowolzu ihrer Wissenschaft als zu ihren, Lehrer zu erfüllen. Die Resultate s. Forschungen,zunächst dem Behufe s. Vorlesungen angestellt, machte er dem größer« PublicuminSchriften bekannt, die ihm bald einen günstige» Ruf verschafften. Wir nennenhier bloßs. „Beiträge zurEinleit. in das'A.T." (1806—7), s. „Lehrbuch dcrhebr.-jüd. Archäologie" (1814), (.„Lehrbuch der histor. kritischenEinleit, in die Bibel A.u. N. Test." (1. Thl., das A. Test. 1817, 2. Aufl. 1823; 2. Thl. 1826, 3. A.,Berl. 1829). Er vereinigte mit der zu diesen Untersuchungen unentbehrlichen umfassenden Gelehrsamkeit eine von dogmatischen Fesseln freie Denkweise und philoso-phischen Scharfblick. Dadurch ward er freilich zu manchen von den gewöhnlichenAnnahmen abweichende» Ansichten geführt und zu Hvpoihesen, welche nicht ohneWiderspruch blieben, z. B. daß die 5 Bücher Mosis eine Sammlung von cinandeiunabhängig entstandener Bruchstücke aus sehr verschiedenen Zeiten seien, die von einein erst gegen die Periode deü Exils hui lebenden Schriftsteller zu einem epischen